Diskussion um Tankrabatt: Diesel und Super E10 über 2-Euro-Marke

05.03.2026 10:48 Uhr | Lesezeit: 3 min
Tankstelle Shell hoher Spritpreis Tanken Diesel Super E10
Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt 2022 der Fall. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen auch für eine Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse.
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Einen Tag nach Diesel überschreitet auch die günstigste gängige Benzinsorte diese Schwelle. Der Preisanstieg geht weiter. Mehr als zwei Euro pro Liter, das war zuletzt 2022 der Fall. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen auch für eine Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse.

Die Spritpreise steigen immer weiter: Einen Tag nach Dieselkraftstoff hat auch die günstigste gängige Benzinsorte Super E10 die Marke von zwei Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnittspreis überschritten. In der Preisspitze am Morgen kostete sie 2,003 Euro, wie der ADAC mitteilte. Noch am Mittwoch war sie mit 1,995 Euro am Morgen knapp darunter geblieben. 

Auch Diesel verteuert sich weiter: Am Morgen erreichte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,086. Am Mittwoch waren es noch 2,054 Euro. Diesel ist normalerweise billiger als E10, weil er deutlich niedriger besteuert wird. Sein Preis ist aber krisenanfälliger auch in der Anfangsphase des Ukraine-Krieges hatte er stärker reagiert als Benzin. Einer der Gründe ist, dass Diesel auch als Ersatz für Gas verwendet wird und für die Industrie eine größere Rolle spielt.

Diesel auch im Tagesschnitt über 2 Euro

Beide Preise können im Tagesverlauf auch wieder ein gutes Stück weit sinken - das entspräche der Entwicklung in normalen Zeiten. Zuletzt hatte der allgemeine Anstieg dies aber überlagert.

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs - er ist für längerfristige Vergleiche aussagekräftiger, weil er die oft starken Schwankungen im Tagesverlauf ausgleicht - hatte ein Liter Diesel 2,005 Euro gekostet - 25,9 Cent mehr als am Freitag vor Ausbruch des Krieges. E10 kostete am Dienstag im Tagesschnitt 1,935 Euro pro Liter - 15,7 Cent mehr als am Freitag. 

Diskussion um Tankrabatt

Dass E10 oder Diesel im Tagesdurchschnitt mehr als zwei Euro kosteten, war zuletzt 2022 der Fall. Die steigenden Spritpreise sorgen inzwischen auch für eine Diskussion um eine mögliche Spritpreisbremse. 2022 hatte der Staat die Steuern auf Diesel und Benzin von Juni bis August deutlich gesenkt, um die Autofahrer angesichts der hohen Preise zu entlasten. Damals hatte es teilweise deutliche Kritik gegeben, dass die Erleichterung die Verbraucher nur teilweise erreicht habe. 

Zudem hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) eine Überprüfung der Preise angekündigt: "Wir werden prüfen, dass nicht eine Situation ausgenutzt wird, die sich an den Märkten abbildet, aber nicht in dieser Höhe", sagte Reiche im Podcast von "Table.Briefings". Darüber sei sie mit dem Bundeskartellamt im intensiven Austausch. 

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil drohte Mineralölkonzernen zudem mit Konsequenzen, sollten sie versuchen, aus dem Iran-Krieg und der aktuellen Lage Kapital zu schlagen. «Also es darf da jetzt keine Abzocke geben und da muss Politik natürlich auch handeln und muss da klar und konsequent vorgehen», sagte der SPD-Chef in der Sendung "ZDF spezial". 

Hintergrund der hohen Preise ist der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus vor der Küste des Landes. Sie spielt für Öl- und Gaslieferungen eine wichtige Rolle. Seit der Eskalation am Samstag sind auch Rohöl und Gas deutlich teurer geworden.

Wissenschaftler sehen Tankrabatt kritisch

Führende Wirtschaftsforscher sehen eine Neuauflage des Tankrabatts kritisch. Ifo, DIW und RWI warnen vor hohen Kosten, falschen Preissignalen und geringer Wirkung. Höhere Spritpreise seien ein wichtiges Marktsignal für sparsamen Verbrauch. Ein Rabatt würde dieses Signal verzerren, sei volkswirtschaftlich schädlich und ökologisch kontraproduktiv. Zudem entlaste er Haushalte nicht nachhaltig, da Steuerausfälle gegenfinanziert werden müssten.

Stattdessen plädieren die Ökonomen für gezielte Entlastungen, etwa für Haushalte mit niedrigen Einkommen, und für alternative Maßnahmen wie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel oder eine Übergewinnsteuer. Erfahrungen aus 2022 zeigen zudem, dass ein Tankrabatt nur teilweise bei den Verbrauchern ankommt und mit der Zeit an Wirkung verliert.


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