suchen
Ausgabe 05/2019

V wie Visitenkarte

1180px 664px

© AUTOFLOTTE

Die V-Klasse startet aufgefrischt und mit Starkdiesel ins 5. Jahr. Im Käuferfokus: Firmenwagenfahrer, die Autos auch als Visitenkarte verstehen.

Die meisten Firmenwagennutzer wollen das maximal Mögliche aus ihrem Fahrzeug rausholen, um den Anforderungen im Business und im Privatleben gerecht zu werden. Die Mercedes V-Klasse befriedigt viele "Bedürfnisse". Der Benz sieht fein aus, ist gut gemacht und bietet neben Platz auch Status. Um den zu festigen, modernisiert Daimler den Großraum-Van nach gut vier Jahren. Designfrische an der Front (je nach Ausstattungslinie) ist das äußere Erkennungszeichen. Die deutlich größeren Gittereinsätze unterstützen die nun ausschließlich doppelt aufgeladenen Motoren.

3 neue Diesel

Für alle, die es interessiert: Eine Elektro-Version folgt später im Jahr. Bis dahin dieselt es unter der Haube. Damit das nicht irgendwann im Fahrverbotsdilemma endet, steuert Mercedes vehement gegen: Hoch- und Niederdruck-Abgasrückführung einschließlich Kühlung, Dieseloxidationskatalysator (DOC) zur Verminderung der Emission von Kohlenmonoxid (CO) und unverbrannten Kohlenwasserstoffen (HC), Partikelfilter mit SCR-Katalysatorfunktion (sDPF), SCR-Katalysator (selektive katalytische Reduktion) zur Reduktion von Stickoxiden. Zudem wird dem Abgas vor dem sDPF Adblue zugemischt. Ein zusätzlicher SCR-Katalysator mit Ammoniak-Sperr-Katalysator (ASC) ist im Abgasstrang angebracht. Verstanden? Nein? Gut. Wir auch nicht so ganz.

Solch Aufwand verteuert das Automobil (nicht nur bei Daimler) und verkompliziert die Technik. Mit all der Technologie kommen auch immer mehr Kilogramm ins Fahrzeug. Das bedeutet bei der V-Klasse ein Realgewicht von mehr als 2,2 Tonnen wie im Falle des V220d. Bereits in der Kurzversion ("Kompakt") ist diese V-Klasse 4,90 Meter lang und bietet fünf Personen Platz. Sechs Einzelsitze gibt es gegen Zuzahlung, dann wird's jedoch eng mit dem Gepäck.

3 Längen

Wer mehr Platz braucht, kauft ihn sich länger (lang: 5,14 Meter/plus 1.406 Euro oder extralang: 5,37 Meter/nochmals plus 740 Euro). Die werden jedoch schwerer und unhandlicher. Der V220d leistet übrigens 163 PS und bringt es auf 380 Newtonmeter fast ab Standgas (1.200 U/min). Hört sich nicht viel an, passt aber. Ebenso passt die neue Neungang-Automatik (Serie). Sie schaltet flott, ruckfrei, jedoch recht häufig, soll aber im Zusammenspiel mit dem V250d beispielsweise mehr als einen halben Liter Sprit im Vergleich zum Vor-Facelift sparen. Wirklich sparsam ließ sich der V220d bewegen, der zugleich mit Lebhaftigkeit und Kraftreserven überzeugte. Unterscheiden sich die drei Diesel mit einem WLTP-Verbrauch um 7,3 Liter nicht, erscheinen diese mit dem V220d machbar.

3 Hundert D

Der V300d gönnte sich auf den Testfahrten einen Expresszuschlag von gut einem Liter - ohne dabei fühlbar schneller zu sein, was primär an der Luxusausstattung in Kombination mit der Langversion lag. Denn so ausstaffiert, kommen nochmals fast 300 Kilogramm an Bord, die sich sowohl beim Kraftstoffkonsum als auch bei der Fahrdynamik (quer und längs) negativ bemerkbar machen. Beim Geräuschniveau erscheint der 220er am sympathischsten. Pkw-leise ist auch er nicht. Das nehmen vor allem die Front-Insassen wahr. Je weiter hinten man sitzt, desto eher verschwimmen Motor- und Umgebungsgeräusche.

Hinten ist auch der Platz, der sehr individuell gestaltet werden kann. Ob Exklusiv-Shuttle mit 6.000-Euro-Luxussesseln, Familientransporter, Großraum-Taxi oder Camper: Alles ist möglich und jeder Luxus zu haben. So liegt der Startpreis des V220d Rise bei 33.000 Euro, aber wer will, kann auch sechsstellig überweisen. Somit deckt die geliftete V-Klasse gerade für User-Chooser den Bereich vom BMW-7er-Kunden bis hin zum Passat-Fahrer ab. Die einen wollen Understatement, die anderen ein bisschen dicke Hose - oder: viel Platz. Sei es, um die Familie zu transportieren oder aber, um mit Kunden Meetings abzuhalten oder gar den Marco Polo genannten Camper als Hotelersatz in Betracht zu ziehen. Möglich ist vieles, und die eigene Visitenkarte ist ja manchmal auch individuell.

Mercedes-Benz V300d lang

Preis: ab 46.600 EuroR4/1.950 | 176 kW/239 PS | 500 Nm ab 1.600 | 9-G-AT | 7,8 s 220 km/h WLTP 7,2 D |189 g/km 4.895 x 1.928 x 1.880 mmWartung: 40.000 km/2 JahreEffizienz: A | Euro-6d-TempHK | VK | TK: 22 | 25 | 23Garantie: 2 Jahre ohne km-Grenze

Autoflotte-Empfehlung

V220d Rise kompakt: ab 33.304 Euro70-Liter-Tank: 86 EuroSchiebetür links: 762 EuroBeheizte Waschdüsen: 191 EuroSitzheizung: 400 EuroBeifahrersitz Komfort: 162 EuroLederlenkrad: 171 EuroAkustikpaket: 260 EuroDigitalradio: 657 Euro17-Zoll-Alus: 1.239 EuroKein Matrixlicht bei Ausstattung Rise

360px 106px



Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Fiktive Abrechnung von Reparaturkosten

Keine Pflicht zur Schadensbehebung

Wer als Geschädigter bei einem Pkw-Unfall seinen Schaden selber oder vielleicht gar nicht behebt, kann dennoch auf die Zahlung der im Sachverständigengutachten veranschlagten...


img
E-Mobilitätsspezialist Reev

Monitoring für Ladestationen

Die Elektromobilität ist mit wachsender Dynamik und zum Teil steigender Komplexität verbunden. Das erschwert vielen Firmen den Einstieg in die eigene Ladeinfrastruktur....


img
Fokus E-Mobilität

Neues Lifestyle-Portal für Dienstwagenfahrer

Neben Informationen zu Elektrofahrzeugen und Technik will Mydienstwagen.de mit verständlich aufbereiteten Rechts- und Steuerbeiträgen sowie abwechslungsreicher Unterhaltung...


img
Bio-Hybrid Pick-up

Für Singles mit Gepäck

Der Marktstart für das Vierrad-Pedelec Bio-Hybrid rückt näher. Mittlerweile kann man zwischen zwei Typen wählen. Preise gibt es außerdem.


img
Mercedes-Benz Bank

Gute Geschäftschancen für 2021

Im zweiten Pandemie-Jahr soll das Mercedes-Volumenmodell C-Klasse für Impulse sorgen. Im Leasing setzt die Herstellerbank auf die Einführung neuer Hybrid- und Elektrofahrzeuge.