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Fahrbericht DS4 Crossback

Selbstbewusst eingepreist, hart abgestimmt

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Citroen bietet den DS4 nun auch in einer Crossback-Variante an
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DS ist die feine Marke des PSA-Konzerns. Eigentlich. Mit dem DS4 Crossback kommen nun rustikale Stilelemente dazu. Die sehen sogar gut aus.

Von Elfriede Munsch/SP-X

Das Kürzel DS steht im PSA-Konzern für den kleinen, aber feinen Unterschied zur herkömmlichen Serienproduktion. Mittlerweile als eigene Marke und damit ohne Zusatz "Citroën" positioniert, sollen die DS-Modelle ein wenig mehr Schick und französische Finesse transponieren. So sieht der DS4 deutlich flotter aus als der Citroën C4, auf dem er noch technisch aufbaut. Natürlich kostet dies ein wenig mehr als wenn der Kunde zu den Standardfahrzeugen greift. Kommen wie beim DS4 Crossback noch weitere Spezifikationen dazu, wird es gediegen teuer. So startet unser Testwagen mit dem stärksten Diesel im DS4-Angebot (133 kW / 180 PS) ab 26.378 Euro netto.

1.500 Euro Aufpreis kostet die Verwandlung des DS4 in einen urigen Gesellen. Schwarze Kunststoff-Beplankung, verbreiterte Radläufe, schwarze Felgen, schwarze Außenspiegelgehäuse und eine Dachreling sind dabei die Hauptbestandteile. Außerdem verfügt der Franzose über eine im Vergleich zum nicht rustikal verwandelten Bruder eine um drei Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit. Aber genauso wenig wie die wenigsten Dirndl und Lederhosen auf der Wiesn in München etwas mit Tracht zu tun haben, mutiert der Crossback damit zum Naturburschen. Einen Allradantrieb gibt es nicht, so dass man mit dem Fahrzeug auf befestigen Wegen bleiben sollte. Trotzdem: Die Verkleidung steht ihm gut und wirkt besonders selbstbewusst im Zusammenhang mit der Orange-Metallic-Lackierung (Netto-Aufpreis: 579 Euro), mit der unser Testauto vorfuhr.

Erhöhte Sitzposition

Im Interieur des 4,28 Meter langen Fünftürers erinnert nur die erhöhte Sitzposition und der Schriftzug Crossback auf den Türschwellern daran, dass man nicht im DS4 unterwegs ist. Chrom-Applikationen lockern den Innenraum auf, an der Verarbeitung gibt es nichts zu kritteln, das griffige Lederlenkrad liegt prima in der Hand. Wer mag, kann den Innenraum sogar in eine Lederlandschaft verwandeln, muss dafür aber auch tief in die Tasche greifen. Das lederbezogene Armaturenbrett kostet 1.008 Euro netto, Ledersitze für Fahrer und Beifahrer gibt es ab 1.848 Euro netto, die teuerste Variante schlägt mit knapp 3.400 Euro netto zu Buche. Es muss ja nicht unbedingt das Voll-Ledergestühl sein, die Teilledersitze für 747 Euro ohne Mehrwertsteuer fühlen sich schon richtig gut an. Und mit 168 Euro Netto-Aufpreis kommen noch elektrische Lendenwirbelunterstützung und Massagefunktion dazu, Langstreckenfahrer wird es freuen.

Überhaupt fühlen sich die Insassen wohl im Crossback, zumindest wenn sie vorne Platz genommen haben. Die Gäste der Rückbank müssen zum einen gelenkig sein, um halbwegs elegant durch die schmalen hinteren Türen auf ihre Sitze zu gelangen und sollten außerdem nicht zu lang sein, damit weder Knie noch Kopf anstoßen. Das Platzangebot ist dort nicht wirklich kompaktklassengerecht. Während im Fond noch nach der richtigen Position gesucht wird, kann sich der Fahrer die Zeit damit vertreiben, die Farbe der Instrumentenanzeigen nach Lust und Laune zu wechseln.

Apropos Platz: Das Kofferraumvolumen beträgt ordentliche 385 Liter, allerdings steht vor dem Laden erst eine Kraftübung an. Das Gepäck muss über eine sehr hohe Ladekante gewuchtet werden.

Drei Triebwerke

Das Motorenangebot des Crossback ist eingeschränkt, nur drei Triebwerke, ein 96 kW / 130 PS Benziner sowie zwei Dieselaggregate mit 88 kW / 120 PS und 133 kW / 180 PS stehen zur Wahl. Die größere Motorenvielfalt bleibt dem DS4 vorbehalten. Bei unserem Testwagen kam der leistungsstärkste Selbstzünder zum Einsatz. Der 180 PS starke Zweiliter-Diesel verwandelt den Franzosen in einen flotten Begleiter. 400 Nm lassen zudem keine Diskussionen über Durchzugskraft aufkommen, davon gibt es einfach reichlich. Auf der Autobahn kann man dem Fahrzeug die Sporen geben, allerdings ist schon bei Tempo 205 Schluss oder früher, wenn man wieder mangels Überholprestige im Rückspiegel der anderen ausgebremst wird. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern überboten wir den Normwert um knapp zwei Liter (4,4 Liter). Bei der Fahrwerksabstimmung wollten die Ingenieure keinesfalls den Eindruck aufkommen lassen, zu weich oder zu komfortabel einzustellen. Also im Zweifel lieber etwas härter - ein wenig weniger hart und es wäre passend gewesen. Dafür hätte die Sechsgang-Automatik durchaus etwas weicher schalten können. Sie wirkte regelmäßig bei schnellen Schaltvorgängen überfordert, ruckelte und agierte hektisch.

Gelassen im Umgang mit Geld sollten Kunden bei der Zusammenstellung ihres Wunschfahrzeugs sein. Neben den oben erwähnten Individualisierungsvorschlägen offeriert das Unternehmen noch weitere Angebote. 18- oder 19-Zöller zum Beispiel, LED-Leuchten oder einen Spurhalte-Warner. Wichtig auf jeden Fall ist eine Rückfahrkamera. So gut die Sicht dank der großen Panaroma-Windschutzscheibe nach vorne ist, so eingeschränkt ist sie durch die kleine Heckscheibe nach hinten. Die Rückfahrkamera gibt es im Paket für knapp 1.600 Euro ohne Mehrwertsteuer mit schlüssellosem Zugang, Navi sowie dem mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm verbundenen Infotainmentsystem, das mittlerweile Android und AppleCar versteht. Wer also DS im Emblem und Crossback als Zusatz haben möchte, sollte liquide sein. Erhält damit aber auch ein Fahrzeug, das nicht allzu häufig anzutreffen sein wird.

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