Leapmotor bringt den Kompakt-Crossover B10 nun auch mit Range-Extender-Technik. Die chinesische Stellantis-Tochter möchte mit dem ab 30.000 Euro erhältlichen "Reichweiten-Verlängerer" Kunden locken, die ohne Sorge vor dem Liegenbleiben elektrisch fahren wollen. Ein 1,5-Liter-Benziner mit 50 kW / 67 PS fungiert dabei nicht als Antrieb, sondern als Generator. Die Räder bewegt ausschließlich der Elektromotor.
Tatsächlich bleibt der B10 auch als Hybrid im Kern ein E-Auto. Den Antrieb der Hinterräder übernimmt allein ein 160 kW / 218 PS starker Elektromotor. Der Benziner arbeitet lediglich als Generator, der bei Bedarf Strom für die 18,8-kWh-Batterie erzeugt. Leapmotor verspricht auf dieser Basis bis zu 86 Kilometer elektrische Reichweite sowie bis zu 900 Kilometer insgesamt. Das soll jene Kunden beruhigen, die den Umstieg auf den Stromer wollen, der Ladesäule auf langen Strecken aber noch nicht ganz trauen. Ist doch eine externe Stromquelle verfügbar, lädt der Crossover im besten Fall (DC) in 30 Minuten auf 80 Prozent.
Im Alltag fährt sich der rund 4,52 Meter lange Crossover überwiegend wie ein Elektroauto: leise, spontan und ohne Schaltvorgänge. Der Fahrer muss sich um das Zusammenspiel der beiden Antriebskomponenten kaum kümmern. Vier Fahrprogramme namens EV+, EV, Fuel und Power+ regeln, ob der B10 möglichst lange rein elektrisch unterwegs ist oder den Generator früher zur Unterstützung anwirft. Gerade auf Landstraßen und im Stadtverkehr passt das gut zum entspannten Charakter des Wagens.
Leapmotor B10 Hybrid EV
Leapmotor B10 Hybrid EV: Komfortabel abgestimmt
Zur Gelassenheit trägt auch die eher komfortable Abstimmung bei. Der Leapmotor ist kein Kurvenräuber, sondern ein Gleiter. Zwar setzt der E-Motor spontan um, was der rechte Fuß verlangt, doch Lenkung und Fahrwerk wollen weniger sportlich wirken als souverän. Genau das dürfte zur Zielgruppe passen: Familien und Umsteiger, die ein unkompliziertes, geräumiges Auto suchen und beim Thema Elektrifizierung lieber einen Zwischenschritt gehen. Leapmotor selbst positioniert den B10 Hybrid EV ausdrücklich als Angebot für Kunden, die die Vorteile des E-Antriebs nutzen wollen, aber noch nicht komplett auf ein reines Batterieauto festgelegt sind.
Verpackt ist die Technik in ein zurückhaltend gestaltetes SUV der Kompaktklasse. Die Linienführung bleibt glatt und schnörkellos, mit durchgehenden LED-Lichtbändern vorn und hinten. Im Innenraum setzt sich diese Nüchternheit fort: viel Bildschirm, wenig Knöpfe. Zentrale Schaltstelle ist ein 14,6-Zoll-Touchscreen, über den zahlreiche Funktionen gesteuert werden. Klassische Bedienelemente sind dagegen rar, stattdessen dominieren Wischgesten.
Viel Platz im Leapmotor B10 Hybrid EV
Das Platzangebot fällt großzügig aus, der Kofferraum fasst 330 bis 1.600 Liter. Unterstützt wird das gute Raumempfinden durch ein großes Glasdach. Die Sitze sind elektrisch verstellbar, beheizt und belüftet, auch an Assistenzsystemen mangelt es nicht. Apple- und Google-Dienste sind integriert und führen zuverlässig durch den Verkehr – im Test etwa durch das dichte Straßennetz Roms.
So wird aus dem Leapmotor B10 Hybrid EV kein halber Verbrenner, sondern eher ein Stromer mit eingebautem Sicherheitsnetz. Gerade darin liegt sein Reiz: elektrisch fahren, ohne auf der Langstrecke allein vom Laden abhängig zu sein. In Europa startet das Modell zu Preisen ab 29.900 Euro.