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Fahrbericht Fiat Ducato

Ein paar Gänge zugelegt

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Für das anstehende Modelljahr 2020 hat Fiat dem Transporter Ducato eine technische Auffrischungskur spendiert.
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Der Fiat Ducato ist eine feste Größe in der Transporterszene. Jetzt erhält er endlich eine Automatik. Und piepsen kann der Italiener nun auch.

Von Elfriede Munsch/SP-X

Für das anstehende Modelljahr 2020 hat Fiat dem Transporter Ducato eine technische Auffrischungskur spendiert. Die Motoren des Ducato erfüllen nun die Abgasnorm Euro 6d-temp und können bis auf das Einstiegsaggregat alternativ zum manuellen Schaltgetriebe mit einer Neungang-Automatik geordert werden. Das Topaggregat fährt immer damit vor. Außerdem sind neue Assistenzsysteme sowie Konnektivitätsangebote verfügbar. Die Preise steigen um rund 1.500 Euro netto. Günstigstes Modell ist der Kastenwagen mit kurzem Radstand für 27.140 Euro.

Fiats großer Transporter Ducato ist zwar nicht mehr der Jüngste, aber der seit 2006 in der dritten Generation erhältliche Transporter schlägt sich in Europa immer noch gut. In Deutschland muss er sich allerdings mit seinen Schwestermodellen Peugeot Boxer und Citroen Jumper den Platzhirschen Mercedes Sprinter, VW Crafter und Ford Transit geschlagen geben und mit den anderen Anbietern wie Renault Master um den vierten Rang kämpfen.

Mit Neungang-Automatik erhältlich

Um so wichtiger war es, etwa beim Fahrkomfort nachzulegen. Bislang hatten die Italiener nur ein automatisiertes Getriebe als Alternative zum Handschalter im Angebot. Die Akzeptanz hielt sich allerdings in Grenzen. Für die Neungang-Automatik könnten sich deutlich mehr Kunden entscheiden. Zur Zielgruppe zählen zum einen Paketdienstleister. Die Auslieferungsfahrer belasten im städtischen Stop-and-Go-Verkehr und unter hektischen Bedingungen oft die Kupplung und verursachen so Wartungs- und Reparaturkosten. Der Aufpreis der Automatik von 2.800 Euro könnte sich so amortisieren. Zum anderen werden sich wohl viele Käufer von Wohnmobilen - rund 60 Prozent aller Camper bauen auf den Ducato auf - für die Automatik entscheiden. Denn Privatnutzer legen Wert auf Fahrkomfort.

Und diesen vermittelt die Automatik. Bei Fahrten mit dem 131 kW / 178 PS starken Topaggregat durch innerstädtisches Gewusel mit Staus und Stop-an-Go-Verkehrsfluss trug das automatische Getriebe zur Entspannung bei. Das gilt auch für die nun verfügbare Start-Stopp-Funktion, die nicht nur Spritsparen helfen soll, sondern auch beim Warten an der Ampel für Ruhe sorgt. Schließlich brummt der Selbstzünder gut hörbar. Auf der Autobahn sortierte die Automatik die neun Gänge harmonisch. Um so mehr fiel der nervös agierende Spurhelfer auf. Er piepste nicht nur sehr vernehmlich, sondern häufig auch voreilig. Er gehört mit weiteren Helfern wie Verkehrszeichenerkennung, Notbrems- und Totwinkelassistent sowie Fernlichtautomatik zum optionalen Angebot. Auch hier will Fiat den Anschluss an die Wettbewerber nicht verlieren, die wie zum Beispiel Mercedes und VW mit einer sehr umfangreichen Auswahl an elektronischen Assistenten antreten.

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Keine große Auswahl gibt es beim Ducato auch beim Antriebskonzept. Wo die Wettbewerber Modelle mit Heck-, Front- oder Allradantrieb im Programm haben, stellt der Fiat seine Kunden vor keine Wahl: Die Ducato-Modelle (Kastenwagen, Kombi, Minibus, Pritschenwagen oder Fahrgestell) fahren ausschließlich mit Frontantrieb vor. Allrad wird zurzeit nicht mehr angeboten. Heckantrieb haben die Italiener nicht im Angebot.

Wichtigstes Modell des Ducato ist wie gehabt der Kastenwagen. Es gibt ihn in drei unterschiedlichen Radständen (3,00, 3,45 und 4,04 Meter), in vier Karosserielängen L1 bis L5 (4,96, 5,41, 6,00 und 6,36 Meter) sowie in drei Dachhöhen H1 bis H3 (2,25, 2,52 und 2,76 Meter). Das zulässige Gesamtgewicht beträgt zwischen 2,8 und 4,25 Tonnen, das maximale Ladevolumen 17 Kubikmeter und die Zuladung 2,1 Tonnen.

Motortechnisch solide Hausmannskost

Die Werte sind klassenüblich. Auch bei dem Motorenangebot bietet der Ducato solide Hausmannskost. Zur Wahl stehen vier Diesel und eine Erdgasvariante mit 100 kW / 136 PS. Eine rein batterieelektrische Version mit einer Reichweite von bis zu 360 Kilometern debütiert 2020. Der 2,3-Liter-Vieryzlinder-Diesel wurde überarbeitet. Der Motor erfüllt jetzt die Abgasnorm Euro 6d-temp und wird in den Leistungsstufen 88 kW / 120 PS, 104 kW / 140 PS, 118 kW / 160 PS und 131 kW / 178 PS angeboten. Den Durchschnittsverbrauch gibt Fiat mit Werten zwischen 6,1 und acht Litern an.

Fiat hat auch sein Multimedia- und Konnektivitätsangebot aufgefrischt. Verfügbar ist ein neues Infotainment-System mit sieben Zoll großem Touchscreen, USB-Anschluss und DAB-Radio. Apple Carplay und Android Auto ermöglichen nun die Einbindung von Smartphones, alles natürlich – ganz klassentypisch – nur gegen Aufpreis erhältlich. Noch nicht zu haben ist ein aufgefrischtes Cockpit. Hier wollen die Italiener noch nachlegen.

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