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Fahrbericht Peugeot 208

Kecker kleiner Löwe

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Der Peugeot 208 wird in der neuen Generation zum Säbelzahntiger.
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Der neue Peugeot 208 glänzt mit frischer Optik, bietet diverse Assistenzsysteme und überrascht mit niedrigen Verbrauchswerten. Sogar eine rein elektrische Version mit 340 Kilometern Reichweite ist im Angebot.

Von Peter Maahn/SP-X

Auf dem Genfer Autosalon im Frühling war er fraglos einer der optischen Messehits. Denn mit seinem eher drögen Vorgänger hat der neue Peugeot 208 nichts mehr gemein. Die Pariser Blechkünstler zeigten Mut und spendierten dem Kleinwagen ein freches Design mit heftigen Anleihen beim großen Mittelklasse-Bruder 508. Besonders auffallend dabei die senkrecht nach unten ragenden Tagfahrlichter im Säbelzahntiger-Look. Sie werden innerhalb der Scheinwerfer-Gehäuse auch noch durch je drei leuchtende "Krallen" ergänzt. Die Raubtier-Anmutung soll wohl die große Herde der anderen Kleinwagen in Panik versetzen.

Deutlich braver gibt sich die Hinteransicht des 208, wenn man davon absieht, dass auch die Rückleuchten das Krallenthema der Frontpartie wiederholen. Markant auf jeden Fall die vom 508 geerbte schwarze Leiste zwischen den Heckleuchten sowie der aus dem Dach ragende Spoiler. Das alles kombiniert mit sehr kurzen Karosserieüberhängen vorn und hinten prägt das neue Gesamtbild des Franzosen, knuffig durch und durch.

Erste Ausfahrt rund um das noch sommerliche Lissabon. Der Blick fällt über das kleine, oben abgeflachte Lenkrad auf das digitale Cockpit, das schon aus anderen Peugeot-Modellen wie eben dem 508 bekannt ist. Die 3D-Technik, die verschiedene Informationen gleichsam optisch hintereinander versetzt darstellt, kommt im kleineren 208 noch besser zur Geltung. Vor allem, wenn das Cockpit mit dem größten der bestellbaren zentralen Monitore (bis zu zehn Zoll) eine logische Einheit bildet. Die Bedienung freilich will erst erforscht und dann erlernt werden. Dennoch ist diese Art des Hightechs in einem so kleinen Auto eine Überraschung.

Keine Überraschung dagegen das Angebot unter der Haube, weitgehend bekannt aus anderen Modellen des PSA-Konzerns. Den 1,2-Liter-Dreizylinder, der an der Benzinsäule gefüttert werden muss, gibt es in gleich drei Leistungsstufen, wobei der Schmalhans unter den Null-Achtern mit 55 kW / 75 PS (ab 13.016 Euro netto) auskommen muss und wohl eher für Flotten wie zum z.B. für Sozialdienste interessant sein dürfte. In der Preisliste finden sich noch ein Vierzylinder-Diesel mit 75 kW / 102 PS (ab 16.680 Euro netto). Die Normverbräuche liegen laut Hersteller zwischen 3,2 Liter (Blue HDI 100, 75 kW / 102 PS, 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel) und 4,4 Liter (PureTech 130, 96 kW / 131 PS, 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbo-Benziner).

Und natürlich gibt es auch eine Elektro-Variante. Sie kommt auf eine Reichweite von 340 Kilometern. Der Stromer ist Anfang des nächsten Jahres ab 25.588 Euro netto zu haben. Aber um ihn geht es heute nicht.

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Mehr Schmusekatze als Raubtier

So werkelte in unserem Test-Peugeot der klassische Benziner mit 74 kW / 101 PS (ab 15.084 Euro netto). Diese wohl begehrteste Kraftquelle ist für künftige Kunden mit etwas kleinerem Geldbeutel ebenso gedacht ist wie für Elektro-Skeptiker. Nach Druck auf den Startknopf meldet sich der 208 dezent schnurrend, mehr Schmusekatze als Raubtier. Geschaltet wird per Hand, wobei der vergleichsweise kleine Motor frühes Hochschalten klaglos und ruckfrei akzeptiert. Nur wenn ein Spurt gewünscht ist, gibt es ein akustisches Zeichen für erhöhte Anstrengung der drei Zylinder. Aus dem Schnurren wird ein Knurren.

Wirklich abmühen muss sich der Kleine aber nicht, die Bescheidenheit unter der Haube kommt mit den rund 1,2 Tonnen locker zurecht. Dieser 208 schwimmt behände im Alltagsverkehr mit, kann aber auch flott und entwickelt dabei die auch bei Kleinwagen zuweilen gewünschte Sportlichkeit. Dann allerdings müssen die Gänge auch ausgereizt und die sehr lange sechste Stufe gemieden werden. Wer das Rasante bevorzugt, greift aber ohnehin zur Topversion mit 96 kW / 131 PS (ab 19.747 Euro netto). Bei unserem 208 bleibt auf der Autobahn ein Respektabstand zur Tempo-200-Hürde und für den Spurt auf 100 km/h sollte man sich gut zehn Sekunden Zeit nehmen. Das ist bei den meisten seiner Rivalen nicht anders.

Dabei würde das Peugeot-Fahrwerk auch mit mehr Muckis im Motorraum zurechtkommen, meistert schnelle Richtungswechsel, zeigt kaum Kurvenneigung und dämpft übliche Unebenheiten im Normalbetrieb ordentlich weg. Französisches Sänftenfeeling war einmal, ein heutiger Peugeot kommt mit gesunder Härte. Da muss man eben hinnehmen, dass der Pariser Mini bei eiliger Fahrt Querfugen und Bodenwellen direkt in den Innenraum weiterreicht.

Bei den Themen Lenkung und Bremsen haben die Franzosen ebenfalls ihre Hausaufgaben gemacht. Um den Fahrer bei seiner Arbeit zu unterstützen, packten die Ingenieure ein ganzes Arsenal von elektronischen Helferlein in die Ausstattungsliste, allerdings meistens in Paketen versteckt oder mit Aufpreis versehen. Notbremsassistent, Abstandsradar mit Staufolge-Automat sind ebenso zu haben wie Verkehrszeichen-Erkennung oder Einparkhiilfe mit Rundum-Kamera. Alles eine Frage des Geldes.

Kleinerer Kofferraum

Ein Naturgesetz aller Kleinwagen kann auch der Peugeot 208 nicht umfahren. Obwohl er um gut zehn Zentimeter an Länge zugelegt hat, geht es auf den Rücksitzen recht eng zu, wenn es sich langbeinige Menschen vorne bequem gemacht haben. Dem Design geschuldet ist auch die überraschende Tatsache, dass der Neuling im Kofferraum 20 Liter weniger einladen kann als bisher. Im Alltag wird das sicher weniger auffallen, da wir es schließlich nicht mit einem Reisemobil für Familien zu tun haben.

Unterm Strich hat der neue 208 das Potenzial zum Erfolgsmodell, verbindet angemessenen Fahrspaß mit neuzeitlicher Vernunft zur Bescheidenheit unter der Haube. Sein Revier ist das Großstadtgewühl, in dem er dank französischem Chic einen deutlichen Farbtupfer setzt.

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