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Fahrbericht Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid

Der 911 für die ganze Familie

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Wie ein 911er fegt auch der 2,5 Tonnen schwere Panamera Turbo S E-Hybrid unfassbar behände um absteigende Rechts-Links-Kombinationen.
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Mit dem Spitzenmodell des Panamera will Porsche in mehrfachem Sinne sozialverträglich sein: Der Turbo SE-Hybrid soll vier Passagieren Sporterlebnisse bescheren und ist dabei im City-Betrieb emissionsfrei unterwegs.

Von Peter Weißenberg/SP-X

Wer die Einfahrt zur Rennstrecke auf der kanadischen Insel Vancouver Island nimmt, wird von wütenden Demonstranten aufgehalten: "Shame on you!" - "You´re too loud!" halten die Anwohner dem motorsportbegeisterten Besucher Protestplakate hin. Zu laut? Schämen? Der Porsche-Fahrer lächelt da mitfühlend - und rollt an den sonst so Lärmgeplagten vorbei; vollkommen lautlos. Dabei fährt in diesem Moment die mindestens 185.736 Euro teure neue Topmotorisierung der Limousine auf die Piste: 680 PS, 850 Newtonmeter Drehmoment, 310 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit - elektronisch abgeregelt. Da dürfte es doch eigentlich ohne Gebrüll nicht abgehen - doch der Turbo S E-Hybrid kann eben auch anders.

Bis zu 50 Kilometern kann sich die Limousine rein elektrisch flüsternd voran bewegen. Sogar Tempo 140 sind dabei drin. Da fühlt sich manch eingefleischter Porsche-Fan wohl fast so von der Stille provoziert wie der Demonstrant vom Lärm der üblichen Rennstrecken-Besucher. Aber Moment mal: Die ultraengen Kurven auf dem 2,3 Kilometer langen Kurs vor der kanadischen Küste sehen eigentlich nicht so aus, als ob ein Panamera in der 5,20 Meter langen Executive-Version hier zackig um die Runden kommen könnte - sondern eher nach zügigem Abflug in die grünen Hügel ringsum. Doch in den folgenden Momenten beweist der Wagen seine Porsche-Gene.

Genauer gesagt: die 911er-Gene. Wie der Begründer des Sport-Nimbus fegt auch der 2,5 Tonnen schwere Koloss unfassbar behände um absteigende Rechts-Links-Kombinationen. Wer konzentriert die Räume der schmalen Piste für die Ideallinie nutzt, Gas und Keramikbremse beherzt einsetzt, der kann das typische Sportwagengefühl der Stuttgarter genießen.

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In 3,4 Sekunden auf 100

Schon, wie dieser Panamera aus dem Stand in 3,4 Sekunden die 100-Stundenkilometer-Marke durchschießt, ist 911-like. Dank des Elektromotors liegt das volle Drehmoment praktisch sofort an. Und das gefühlt fast unendlich, blitzschnell vom rasant schaltenden Achtgang-DSG automatisch unterstützt. Gäbe es hier eine lange Gerade, die Kombination aus Achtzylinder-Vierliter mit 550 PS und der 136 PS starken E-Maschine würden die 300er-Marke lässig aus dem Ärmel schütteln.

Natürlich muss ein Donnerkeil wie die Oberklasse-Limousine aber auch tief in die Trickkiste greifen, um Kurven und merkliche Höhenunterschiede satt auf die Piste zu bringen. Dabei hilft die Allradlenkung, die im 15 Zentimeter längeren Executive in den 199.183 Euro Kaufpreis enthalten ist.

Auch die 130 Kilo Lithium-Ionen-Ballast unter dem Kofferraum bringen die Limousine zusätzlich zu Allradantrieb, Adaptivdämpfern, elektrischer Wankstabilisierung, Luftfederung und Torque Vecoring in perfekt stabilisierte Harmonie. Minimale Karosseriebewegung und höchste Traktion sind in allen Situationen im Überfluss vorhanden. Und Kraft natürlich. Bei Volllast und im Sport-Plus-Programm powert die Batterie Strom raus, soviel sie kann. Sinkt die Batterieladung zu stark, pumpt der Verbrenner sie mit maximal möglicher Kraft wieder auf, um die Systemleistung zu erhalten. Es geht brachial voran.

Edle Materialien

So ein Gerät kann auch kuscheln. Genau das leisten edle Materialien, vielfach elektrisch verstellbare gekühlt und gewärmte Ledersitze, Ambientebeleuchtung, Soundsysteme, Multimedia-Orgien Privacy-Glas und Panorama-Dach und, und, und … über die üppige Serienausstattung hinaus sind dem Luxus keine Grenzen gesetzt. Und sanft luftgefedert dem Sonnenuntergang entgegen, das macht im Panamera auch Laune. Dazu passt dann das perfekt umweltfreundliche Zusammenspiel von Verbrenner und E-Maschine im Hybridmodus. Nur so sind ja auch die 2,9 Liter Verbrauch im Normtest möglich. Theoretisch zumindest.

Auf der Rennstrecke dürfte der Verbrauch die zweistelligen Werte sicher weit, weit reißen - und auch die Lautstärke ist nicht mehr anwohnerfreundlich, wenn die Kraft der zwei Herzen aus voller Kehle herausbrüllt. Beim Verlassen des Rund kann der Panamera aber wieder geräuschlos gleiten: Ich war’s nicht, Freunde.

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