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Fahrbericht VW T-Roc Cabrio

Frischer Wind aus Wolfsburg

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Das T-Roc Cabrio erweist sich als überraschend alltagstauglich.
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VW gilt gemeinhin weder als sonderlich experimentierfreudig, noch als übertrieben lebenslustig. Doch jetzt lassen sich die Niedersachsen auf ein buchstäblich windiges Wagnis ein – und bieten den T-Roc auch als Cabrio an.

Von Benjamin Bessinger

Das Golf Cabrio ist schon lange Geschichte und auch der offene Beetle wird nicht mehr produziert. Doch anders als die wichtigsten Konkurrenten lässt VW seine Kunden nicht drinnen versauern, sondern setzt sie jetzt wieder an die frische Luft. Denn während sich Marken wie Opel, Ford oder Peugeot aus der Open-Air-Szene verabschiedet haben, melden sich die Niedersachsen nun mit einem neuen kompakten Cabrio unter dem freien Himmel zurück. Und als wäre das nicht schon mutig genug, wechseln sie auch noch das Genre und schneiden ein SUV auf: Pünktlich zum Saison-Beginn starten sie deshalb zu Netto-Preisen ab 23.105 Euro mit der Auslieferung des T-Roc Cabrio.

Für einen Aufpreis von rund 4.000 Euro ersetzen sie das Blechdach durch eine stramme Stoffhaube, die sich binnen kaum zehn Sekunden elektrisch hinter die Rücksitze faltet. Aber das ist nicht der einzige Unterschied. Auf dem Weg an die Sonne wird der T-Roc zu einem Zweitürer, im Fond rückt man so eng zusammen, dass es nur noch für zwei Plätze reicht, und der einstmals so große und variable Kofferraum schrumpft von 445 auf 280 Liter.

Doch so ganz gibt VW die praktischen Tugenden nicht auf. Denn erstens können die verbliebenen zwei Gäste im Fond ohne große Verrenkungen einsteigen und überraschend bequem sitzen, zweitens lässt sich die Rückbank auch weiterhin umklappen und der T-Roc schluckt so auch mal ein Surfbrett oder ein paar Wasserski, und drittens ist der T-Roc eines der wenigen Cabrios mit der Option auf eine Anhänger-Kupplung. Nicht, dass jemand damit tatsächlich einen Wohnwagen, ein Boot oder ein Pferd schleppen würde – aber zumindest die Fahrräder kann man so trotzdem noch mitnehmen.

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Und das Cabrio erweist sich als überraschend alltagstauglich: Nicht nur, dass die Isolierung des Verdecks so gut ist, dass man sich um Wind und Wetter nicht kümmern muss, falls der Frühling etwas Verspätung hat, und es unter der Haube nicht nur hübsch kuschelig ist, sondern auch schön leise. Für ein Cabrio bietet der T-Roc obendrein einen überraschend guten Überblick. Selbst ohne Parkpiepser und Rückfahrkamera kommt man deshalb auch bei geschlossenem Dach dellenfrei durch die Stadt.

So ungewöhnlich der Zuschnitt dieses Cabrios, so ist auch das Fahrgefühl. Denn die paar Zentimeter mehr Bodenfreiheit ändern gemeinsam mit der vergleichsweise hohen Brüstung tatsächlich das Empfinden: Wo man sich in anderen Open-Air-Modellen offen und freizügig fühlt wie im Bikini am Strand, ist der Badeanzug im T-Roc hochgeschlossen und man wähnt sich verschanzt hinter den hohen Wällen seiner Strandburg.

Zugleich aber genießt man den besseren Überblick, steht ein wenig über den Dingen und wähnt sich für alle Abenteuer gerüstet – selbst wenn VW den offenen T-Roc zumindest aktuell nicht mit einem Allradantrieb anbietet und er sich nur durch den größeren Freiraum unter dem Bodenblech von konventionellen Cabrios unterscheidet.

Ausschließlich als Benziner

Frischen Fahrtwind gibt’s freilich trotzdem. Erst recht, wenn mit einem Knopfdruck alle vier Seitenscheiben heruntergelassen werden. Angeboten wird der offene T-Roc ausschließlich als Benziner und auch dort vorerst nur in zwei Varianten: Los geht’s mit dem 1,0 Liter-Dreizylinder mit 85 kW / 115 PS und Schluss ist vorerst beim 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 kW / 150 PS, der allerdings immerhin 205 km/h schafft und die Frisur damit bereits ganz ordentlich durcheinanderwirbelt.

Wenn sich VW schon auf dieses Abenteuer mit offenem Ausgang einlässt, dann wird auch die R GmbH noch ins Boot kommen und es sich nicht nehmen lassen, ihren 300 PS-Motor ins Cabrio zu bauen – spätestens dann weht nicht mehr nur ein frischer Wind aus Wolfsburg, dann könnte das T-Roc Cabrio den perfekten Sturm bringen.

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