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Mehr als die Hälfte weltweit

Zulassungsverbote für Autos mit Verbrennungsmotor

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Andreas Radics:"Am Ende sind die Fahrverbote vieler kleiner Staaten, zu denen auch Deutschland zählt, zwar positiv zu bewerten, für die globale Entwicklung aber nachrangig."
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Mit der Weltklimakonferenz in Glasgow wächst die Zahl der Staaten, die ein Zulassungsverbot von konventionell angetriebenen Autos wollen. Gemeinsam stehen sie für mehr als die Hälfte aller Neuzulassungen weltweit.

Das Ende des konventionell angetriebenen Autos rückt schnell näher. Die letztjährige "Car Ban" Map der Berylls Group zeigte, dass weltweit 47 Prozent aller Neuzulassungen von einem Zulassungsverbot für Neuwagen mit Benzin- oder Dieselmotor betroffen wären, wenn die im Jahr 2020 bekannten Verbote umgesetzt würden. In den vergangenen 12 Monaten ist die Zahl der Staaten, die entsprechende Maßnahmen beschlossen haben oder planen aber noch einmal gestiegen. So will beispielsweise auch die wichtige Autonation Korea nun Beschränkungen einführen. Daher liegt die Zahl der von Fahrverboten betroffenen Neuzulassungen nun schon bei 55,9 Prozent, wenn die derzeit beschlossenen oder angekündigten Einschränkungen greifen.

China lässt sich für einen "Car Ban" noch viel Zeit

Andreas Radics, geschäftsführender Partner Berylls Group: "Würden bereits heute die weltweit angekündigten Verkaufs- oder Zulassungsverbote für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gelten, wären 43 Millionen Einheiten oder 55,9 Prozent vom aktuellen globalen Absatzvolumen betroffen." Wobei China in diese Gleichung, mit allein 23,7 Millionen Stück, eingeht. China will sich allerdings mit einem endgültigen "Car Ban" für konventionelle Autos bis 2060 Zeit lassen.

Das Riesenreich bleibt bei der Transformation des Verkehrssektors allerdings nicht untätig. Bis 2035 müssen alle in China verkauften Neufahrzeuge mit "neuen Energien" betrieben werden, so die chinesischen Behörden. Die Hälfte davon müssen Elektro-, Brennstoffzellen- oder Plug-in-Hybridfahrzeuge sein - die restlichen 50 Prozent sind Hybridfahrzeuge. Der Umstieg auf rein elektrische Mobilität ist dennoch erst für 2060 geplant. Allein die Insel Hainan hat ein Verkaufsverbot für konventionelle Autos für das Jahr 2030 ausgesprochen. Die Co-Existenz zwischen E-Auto und Verbrenner wird in China noch länger andauern als von vielen Experten erwartet. Noch vor zwei Jahren wurde über ein Ende der Verbrenner-Ära in China bereits im Jahr 2040 spekuliert.

Für die OEMs bedeutet der verlängerte Zeitraum, dass sie noch für viele Jahre mehrgleisig fahren müssen. Einerseits brauchen sie ein überzeugendes Angebot an E-Autos, vor allem für die Megacitys. Andererseits dürfen sie aber auch die Weiterentwicklung der konventionellen Antriebe nicht aus dem Fokus verlieren, um ländliche und infrastrukturschwache Gebiete bedienen zu können. OEMs, die sich klar zu einem Produktionsende für Verbrennungsmotoren bekennen, werden für diese Märkte schon in wenigen Jahren nicht mehr das entsprechende Portfolio besitzen. Für die Anbieter teurer Premiummodelle mag dies zu verschmerzen sein, für Volumenhersteller bedeutet die Entscheidung contra Verbrenner einen harten Einschnitt.

China entscheidet über die Antriebsform von morgen

Andreas Radics: "Am Ende sind die Fahrverbote vieler kleiner Staaten, zu denen auch Deutschland zählt, zwar positiv zu bewerten, für die globale Entwicklung aber nachrangig. Auch wenn immer mehr Nationen über solche Zulassungsverbote nachdenken oder sie vorziehen wollen, entscheidet sich in China, wie der Antriebsstrang der Zukunft aussehen wird. Mittelfristig muss diese Zukunft nicht ohne Verbrennungsmotor auskommen, wenn strombasierte Efuels in größeren Mengen zur Verfügung stehen. Mit ihnen spielen Verbrenner und, mit grünem Wasserstoff, auch der Brennstoffzellenantrieb als Alternativen zum Elektroantrieb eine Rolle. Daran müssen die OEMs ihre Antriebsstrategien ausrichten, wenn sie weltweit erfolgreich bleiben wollen."(ms)

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