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Mitsubishi Deutschland

Rückzug vom Rückzug

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Der Eclipse Cross Plug-in-Hybrid sollte eigentlich das letzte neue Modell aus Fernost sein, erweist sich aber nach seinem Marktstart Anfang dieses Jahres als Riesenerfolg für die deutsche Filiale.
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Der japanische Autohersteller Mitsubishi setzt auf seine Mitgliedschaft in der Renault-Nissan Familie, um auch weiter Autos in Europa verkaufen zu können. Das bringt in Zukunft einige neue Modelle mit französisch-japanischen Genen zu den Händlern.

Von Peter Maahn

Die Schocknachricht aus dem fernen Japan kam ebenso überraschend wie gewaltig. Mitsubishi verkündete im Juli 2020, dass sich die bekannte Marke aus Europa nach und nach zurückziehen und das bestehende Verkaufsprogramm wie den Kleinwagen Space Star, den Pickup L 200 oder den SUV Outlander "einfrieren" wird. Im Klartext: Diese Modelle bekommen keine Nachfolger mehr. Wenn das letzte Auto verkauft ist, ist die Japan-Marke in Europa und damit auch im größten Mitsubishi-Markt Deutschland ein Stück Vergangenheit.

Im Wirtschaftsleben nennt man eine fremde Firma, die ein vor dem Aus oder der Übernahme durch einen Konkurrenten stehendes Unternehmen rettet, einen "weißen Ritter". Und ein solcher edler Reiter beendet nun die Tristesse bei den drei Diamanten (das japanische Wort "Mitsu" bedeutet auf Deutsch "drei", "bishi" steht für "Diamanten"). Der Retter spricht französisch, heißt Luca de Meo und ist der Chef von Renault. Bereits seit 2016 ist Mitsubishi Juniorpartner einer erfolgreichen Allianz der Franzosen mit dem ebenfalls japanischen, aber ungleich größeren Nissan-Konzern. Bisher hatte das keine spürbaren Auswirkungen für die Marke Mitsubishi. Das soll jetzt anders werden. Mitsubishi lebt weiter und freut sich auf zwei neue Modelle, deren technische Basis von Renault stammen wird.

Luca de Meo verordnete Managern 180-Grad-Wende

In den Rückzugsplänen steckte ursprünglich die Idee, dass die Zehntausenden von heimatlosen Mitsubishi-Kunden in Europa nach dem Ende ihrer Kultmarke die Autohäuser von Renault und Nissan stürmen sollten. Der neue Renault-Chef Luca de Meo, der fast zeitgleich mit der Nachricht aus Japan sein Büro in Paris bezog, sah die Idee wohl eher skeptisch und verordnete seinen Managern eine 180-Grad-Wende. Dabei wird die Entscheidung, in Japan keine neuen Modelle für Europa zu entwickeln, wohl bestehen bleiben. Das Unternehmen will sich die hohen Entwicklungskosten sparen, die für die hohen Ansprüche europäischer Kunden fällig würden. Jetzt kommen die Fahrzeuge eben von Renault und werden dort auch gebaut.

So wird der erste französische Japaner sich die Basis mit dem neuen Renault Clio teilen, als ein noch namenloser Kleinwagen in der Vier-Meter-Klasse. In der war Mitsubishi in der Vergangenheit mit dem legendärem "Colt" bereits gut unterwegs. Zweite Neuheit wird ein kleinerer SUV, dessen Gene wohl vom Renault Captur stammen dürften. Beide Modelle sollen zwar technisch den Renault-Modellen gleichen, aber trotzdem für die Kunden als "echte" Mitsubishis erkennbar sein. Die deutsche Mitsubishi-Chef Werner Frey verweist auf die Zusage des Renault-Managements, dass sich die Fahrzeuge mit den drei Diamanten durch "klare Designsprache" und echte "Mitsubishi-DNA" differenzieren.

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Doch mit Kleinwagen und City-SUV soll die enge Kooperation erst beginnen, auch wenn sich alle Beteiligten noch bedeckt halten: In Zukunft ist auch eine "japanische" Version des Elektroautos Zoe denkbar. Das gleiche gilt für eine mögliche Rückkehr in die Golf-Klasse. Da stünde der Renault Megane als Genspender bereit.

Erfolgsmodell Eclipse Cross Plug-in-Hybrid

Doch ein bisschen japanisch soll die Marke trotzdem bleiben. Der Eclipse Cross Plug-in-Hybrid sollte eigentlich das letzte neue Modell aus Fernost sein, erweist sich aber nach seinem Marktstart Anfang dieses Jahres als Riesenerfolg für die deutsche Filiale. Chef Werner Frey musste zwar lange für einen Export des neuen Eclipse nach Deutschland kämpfen, hatte aber auch die Unterstützung des "Big Brother" aus Frankreich. Die erfolgreiche Beharrlichkeit gegenüber den europamüden Japanern weckt eine weitere deutsche Begehrlichkeit. Objekt der Begierde ist dabei die vierte Generation des 4,71 Meter langen SUV mit Namen Outlander. Er teilt sich die Plattform mit dem Nissan X-Trail, wird derzeit aber nur in den USA verkauft. Dank Steckdosen-Hybrid kann er fast 90 Kilometer weit rein elektrisch fahren, fast doppelt so weit wie die bei uns noch erhältliche dritte Generation des Outlander.

Die Japaner haben das Flehen von Werner Frey bislang nicht erhört, scheinen also auf dem Rückzugsbeschluss zu bestehen. Da ein großer SUV aber auch im Programm von Renault fehlt, könnte eine französisch-deutsche Gemeinschaftsaktion dem Outlander für Europa zum "Inlander" machen, mit Renault-Raute und Mitsubishi Diamanten. In der verrückt verflochtenen weltweiten Autolandschaft ist eben vieles möglich.

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