Trotz "verbranntem Markt" präsentierte Zubehöranbieter "in.pro" am Mittwoch auf der Automechanika ein Elektronikmodul, das Kraftstoffverbrauch und CO2-Emission um jeweils bis zu zwölf Prozent reduzieren soll. Speziell für intensiv genutzte ältere Fahrzeuge mit Dieselmotor und Common-Rail-Einspritzung vorgesehen, wird "Ecofox" zwischen Raildrucksensor und Steuergerät geschaltet, um das Sensorsignal zu manipulieren. Konkret: Durch die Manipulation wird dem Steuergerät ein geringerer Raildruck suggeriert - mit konstanter Differenz, also ohne drehzahlabhängige Anpassung, worauf dieses den Druck vermeintlich anpasst und so letztlich die Einspritzmenge erhöht. Das geschieht speziell im Drehzahlbereich vor dem Drehmomentmaximum, wodurch Verlauf und Maximum um rund 1.000 Umdrehungen vorverlegt werden. Der Verlauf nach Maximum bleibt unberührt. Ergebnis: Fahrbare Drehmoment- und Leistungswerte stehen bei geringerer Drehzahl zur Verfügung; Fahrer, die sich der veränderten Charakteristik anpassen, sollen eine Verbrauchs- und Emissionsreduzierung erzielen können. Das bestätigen Gutachten von TÜV Süd und TÜV Nord, die "Ecofox" untersuchten - TÜV Nord auf dem Prüfstand und TÜV Süd im Fahrversuch. Letzterer wurde im Stadtverkehr, auf Landstraßen und Autobahnen unternommen. Autobahnhöchstgeschwindigkeit: 125 km/h. Genau das ist der Knackpunkt: Die Wirksamkeit von "Ecofox" beschränkt sich auf den Teillastbereich. Autofahrer mit "digitaler" Gaspedalstellung erzielen keinerlei Einsparung. Bei der Verstärkung des Partikelfilter-Regenerations-Problems größtenteils im Teillastbereich betriebener Dieselfahrzeuge sieht Produktentwickler Dirk Patelschick hingegen "kein Problem". Als Zielgruppe des um 200 Euro teuren "Ecofox" betrachtet man vor allem freie Werkstätten und Händler. Für sie bietet der Anbieter ein "umfangreiches Gewährleistungspaket". Im nächsten Schritt will man eine "Ecofox"-Variante für Dieselfahrzeuge mit Pumpe-Düse-Einspritzung entwickeln und anbieten. (pd)
Verbrauch und Emission: Zwölf Prozent weniger mit "Ecofox"
