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Alphabet: Auf dieser Straße treffen sich alle

Uwe Hildinger (li.) erklärt dem Moderator der Podiumsdiskussion Martin Kloss die Alphabet-Strategie.
© Foto: Rocco Swantusch / Autoflotte

Infineon will bis 2030 klimaneutral sein. Das hat jetzt schon Auswirkungen auf die Flotte, wie die Podiumsdiskussion mit Alphabet, BMW und dem VDA zeigte.


Datum:
15.12.2021
Autor:
rs
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Wer sich auf den Weg macht, braucht zunächst ein Ziel. Bei Infineon lautet dies: Klimaneutralität bis 2030. Auf den Fuhrpark übersetzt, heißt dies CO2-freie Mobilität.

Dies zählt zu den Aufgaben von Volker Buttermann. Als Head of Indirect Procurement hat er die Flotte des Dax-Unternehmens im Blick. Hilfe erfährt er dabei von der Alphabet Fuhrparkmanagement. Wie der gemeinsame Weg dahin aussieht, erklärte Buttermann auf einer Podiums-Diskussion zusammen mit Uwe Hildinger (CEO Alphabet), Thomas Becker (Leiter Nachhaltigkeit & Mobilität, BMW Group) sowie Kurt-Christian Scheel (Geschäftsführer Politik & Gesellschaft beim VDA), unter Leitung von Moderator Martin Kloss.

Dass alle Fuhrparks, nicht nur der des IT-Konzerns aus München, grüner werden müssen, steht zweifelsfrei fest. Dass der Umstieg auf E-Fahrzeuge der logische Schritt ist, liegt nahe, auch wenn vieles für den technologieoffenen Anspruch spricht.

So rechnet Thomas Becker vor, dass der berühmte "Rucksack" an verbrauchten Ressourcen und an Energie für die Produktion beim klassischen Verbrenner ungefähr bei zehn Tonnen liegt, beim Elektro-Auto ist er doppelt so schwer - also 20 Tonnen -, was vor allem an den Batterien liegt. Das Ziel für BMW lautet: Bis 2030 diese Last auf acht Tonnen zu senken, indem in der Produktion konsequent Strom aus erneuerbaren Energien verwendet wird und der Recyclinganteil stetig steigt - bis hin zur Kreislaufwirtschaft. Ist dann sichergestellt, dass der geladene Strom in der Nutzungsphase ebenfalls aus grünen Quellen stammt, wäre der Weg zur Nachhaltigkeit ein Stück weit geebnet.

Bei Infineon hat man sich schon länger auf diesen Weg gemacht. So übertrafen bereits Mitte 2021 die Bestellungen von Dienstwagen mit Ladekabel (Bev oder Phev) jene für Diesel oder Benziner. Für den Verantwortlichen Buttermann ist damit der "tipping point" erreicht, der eine Rückkehr zur alten Car Policy im Grunde ausschließt.

Wie im Privatmarkt gab es auch bei Infineon die "First Mover", die schneller zu überzeugen waren als andere. Um auch die Zögernden zu überzeugen, halfen laut Buttermann Transparenz, Aufklärung und das Wecken von Neugierde. Mit jeder neuen Bestellung eines E-Autos stieg die Akzeptanz im Fuhrpark für die Stromer.

Parallel wanderte in der Car Policy die CO2-Obergrenze schrittweise nach unten und das firmeneigene Bonus-Programm präferiert bald wohl allein die vollelektrischen Modelle, so der Ausblick während der Podiums-Diskussion.

Relevant für jedes Unternehmen

Grundsätzlich ist "Nachhaltigkeit für jedes Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor. Das schließt auch die nachhaltige Gestaltung der Mobilität mit ein", erklärt Uwe Hildinger im Gespräch mit Autoflotte. Eine hohe Relevanz sieht der CEO unter anderem bei Großkonzernen, beispielsweise aus dem produzierenden Gewerbe, die die wachsenden Anforderungen der so genannten Supplier Screenings erfüllen müssen - hierbei spielen CO2-Emissionen eine zentrale Rolle. "Allerdings ist das Thema auch für kleinere Unternehmen von großer Bedeutung. Die gesellschaftliche Akzeptanz hängt zunehmend davon ab, was in diesem Bereich geleistet wird. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben steigende Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und fragen häufig nicht mehr nach einem größeren Dienstwagen, sondern einer möglichst CO2-armen Option."

Der Handlungsdruck ist also universell spürbar, wenn auch unterschiedlich stark ausgeprägt. Das gilt auch für die Möglichkeiten der Umsetzung des Ziels. Für Servicefahrzeuge oder Mitarbeiter aus dem Vertrieb kann der Diesel aktuell noch immer die beste Lösung darstellen, da neben ökologisch nachhaltigen auch die ökonomisch nachhaltigen Faktoren im Blick behalten werden müssen. Die Betonung liegt hier auf "noch", denn für Hildinger steht fest, dass dies sich mit der wachsenden Modellvielfalt langfristig ändern werde. Heute zeige sich bereits, dass "sich besonders global agierende Großkonzerne klare CO2-Ziele gesteckt haben", so Hildinger.

Kleine Schritte, aber beherzt

Investoren lesen sehr genau die Nachhaltigkeitsberichte. Konsequenterweise sind diese dann nicht mehr auf Papier gedruckt, sondern digital verfügbar. So handhabt man es bei der BMW-Tochter auch mit verschiedenen Servicedokumenten wie der internationalen Versicherungskarte oder den Tank- und Servicekarten. Die kleinen Plastik-Karten wandern konsequenterweise gleich mit in die "AlphaGuide" App.

Nun mag man sagen, dies seien kleine Schritte, aber die Summe macht es hier. Klassiker, wie das Eco-Fahrertraining, helfen ebenso wie ein Teilumstieg auf elektrische Fahrzeuge. "Unser Ziel ist es, unsere Kunden auf ihrem individuellen Weg zu begleiten und die Transformation voranzutreiben", betont Hildinger. Seit 2013 - mit dem Start des BMW i3 - unterstützt Alphabet seine Kunden bei der Elektrifizierung, die Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereinen soll. "Damals, als die ersten E-Autos auf die Straße gebracht wurden, haben wir zusätzlich Informationsvideos produziert, die das Laden eines Fahrzeugs erklärten. Das braucht es heute nicht mehr. Wir registrieren ein stetig wachsendes Interesse an neuen alternativen Antrieben - insbesondere an E-Mobilität. Und das lässt sich auch in Zahlen widerspiegeln: 2020 war jedes fünfte neu bestellte Fahrzeug elektrisch - die Tendenz ist steigend."

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