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Auf anderen Wegen

Der Flottenmarkt in Schweden hat sich in den letzten Jahren als stabil erwiesen. Aber anders als in vielen Ländern Europas spielt er bei den Neuzulassungen keine entscheidende Rolle.


Datum:
01.09.2017
Autor:
Thilo von Ulmenstein
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_ Auf den Straßen Schwedens bewegten sich nach letzter Zählung der EU (2015) zirka 4,6 Millionen Pkw. Im Vergleich zum Zeitraum seit 2011, als es noch 4,4 Millionen Fahrzeuge waren, bedeutet dies einen leichten stetigen Anstieg um zirka vier Prozent.

Der aktuelle Anteil von Geschäftsfahrzeugen bei den Neuzulassungen liegt bei zirka 25 Prozent. Allerdings ist hier - anders als in den bislang betrachteten Märkten - keine signifikante Erhöhung des Anteils bei den Neuzulassungen feststellbar (siehe Tabelle 1). Dennoch sind geschäftlich genutzte Fahrzeuge auch in Schweden eine wichtige Komponente im Autohandel und für Flotten-Dienstleister.

Ein bedeutender Wachstumsbaustein sind hingegen die Transporter, die gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent zugelegt haben.

Volvo verliert, VW gewinnt

Interessant sind die Entwicklungen der Neuzulassungen nach Marken: Der schwedische "Platzhirsch" Volvo hat im Vergleich zum Vorjahr leicht eingebüßt, während Volkswagen einen deutlichen Zuwachs erreichte (siehe Tabelle 2).

Interessant ist auch der Blick auf die Entwicklung der alternativen Antriebe (Grafik 3). Bewertet man deren Anteil an den Neuzulassungen, hält Schweden einen beachtlichen vierten Platz innerhalb der EU. Während aber Länder wie Norwegen einen fulminanten Anstieg erzielen, ist der Anteil in Schweden stagnierend, sogar leicht abnehmend.

Bei den Anbietern für Leasing- und Flottenmanagement dominieren in Schweden die lokalen Player - die Zahlen von Juni 2017 stammen vom schwedischen Statistik-Dienstleister Vroom:

- Autoplan: 40.595 Fahrzeuge, Anteil zirka 23 Prozent Dies ist ein Tochterunternehmen der Swedbank. AutoPlan bietet Finanzleasing und Flottenmanagement als Dienstleistung an.

- Volvofinans: 37.634 Fahrzeuge, Anteil zirka 22 Prozent Dieses Unternehmen gehört zur Hälfte der Volvo Car Group und den Volvo-Händlern. Es bietet das sogenannte Full-Service-Leasing, Finanzleasing und Fleet Management an.

- Leaseplan: 27.528 Fahrzeuge, Anteil zirka16 Prozent

- ALD/NF Fleet: 22.120 Fahrzeuge, Anteil zirka 13 Prozent

- Bilreda: 13.309 Fahrzeuge, zirka acht Prozent. Bilreda bietet ausschließlich die Flottenmanagement-Dienstleistung an. Finanzierungsangebote erfolgen durch Kooperationsbanken (Danske Bank, SEB).

Finanzleasing dominiert

Finanzleasing ist in Schweden das Kernprodukt für gewerbliche Flotten. Dadurch unterscheidet sich der schwedische Flottenmarkt wesentlich von denen in Westeuropa. Das Finanzleasing wird in Schweden dann zumeist durch ein externes Flottenmanagement ergänzt. Die Zahl der Fahrzeuge mit externem Flottenmanagement ist daher auch von 2015/2016 auf 2016/2017 erneut angestiegen: von zirka 162.000 auf 173.000 Fahrzeuge, ein Plus von rund sieben Prozent.

"Viele Unternehmen vertrauen der Istkosten-Abrechnung der Betriebskosten noch stärker, insbesondere wenn die Rechnungen von einem spezialisierten Flottenmanagement-Dienstleister übernommen werden", erläutert Erik Forssman, CEO des schwedischen Fuhrparkberatungsunternehmens Fleet Consulting (Partner der Fleetcompetence Group). "Aber das sogenannte Full- Service-Leasing ist auf dem Vormarsch", so der Berater weiter.

Eine weitere Spezialität im schwedischen Flottenmarkt ist die hohe Luxussteuer auf Firmenwagen. Sowohl Unternehmen als auch Dienstwagenberechtigte müssen daher darauf achten, dass ein bestimmter Fahrzeugpreis nicht überschritten wird, wenn sie diese umgehen wollen.

Trends und Herausforderungen

Laut Forssman sind die Unternehmen aktuell verunsichert und leicht besorgt. Grund sind neue Vorschläge der schwedischen Regierung, die voraussichtlich 2018 wirksam werden. Danach sollen die Steuern in Relation zu den CO2-Emissionen stark ansteigen. Alle Autos über 95 g CO2/km werden dann mit einer Strafe belastet. Hinzu kommt eine Anhebung der Besteuerung des geldwerten Vorteils, ebenfalls unter Berücksichtigung des CO2-Wertes. "Im Übrigen steht die Car Policy bei vielen Unternehmen auf dem Prüfstand", erläutert Forssman weiter."Zum einen stellen immer mehr Unternehmen ihre Policies von Fahrzeuglistenpreisen auf Gesamtkosten (TCO) um. Damit stellen sie sicher, dass die tatsächlichen Kosten der Fahrzeuge berücksichtigt werden, insbesondere auch die Betriebskosten."

Ein weiteres Handlungsfeld ist die verstärkte Begrenzung der Wahlfreiheit bei den Firmenwagen. "Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für standardisierte Fahrzeuge, also ein einheitliches Modell mit festgelegter Ausstattung und sogar Farbe," erklärt Forssman."Dadurch vereinfachen sie die Prozesse, insbesondere im Bereich der Bestellung, und senken die Fahrzeugkosten." Ebenfalls durch die Kosten getrieben ist die Entscheidung vieler Unternehmen, den Fahrer anteilig an den Aufwendungen für den Firmenwagen zu beteiligen. Dies erfolgt meist durch direkten Abzug vom Lohn. Schließlich beginnen Unternehmen verstärkt, das Fahrverhalten ihrer Mitarbeiter in den Fokus zu nehmen. Hier spielt der Einsatz elektronischer Fahrtenbücher eine wichtige Rolle. Damit soll zum einen eine ordnungsgemäße Besteuerung sichergestellt werden, aber auch die optimale Nutzung der Firmenwagen.

Thilo von UlmensteinManaging Partner bei Fleetcompetence Europe. Das Schweizer Beratungsunternehmen unterstützt mit seiner Expertise Unternehmen im Bereich Flotten- und Mobilitätsmanagement. Es ist mit einer Tochtergesellschaft in Deutschland vertreten und verfügt darüber hinaus über ein Netzwerk spezialisierter Fachexperten in Europa. Das Unternehmen bietet nationales und internationales Consulting für Flottenbetreiber und Dienstleister an und führt für sie Schulungen und Trainings sowie Marktstudien durch. Mit dem "International Fleet Meeting Geneva" hat Fleetcompetence Europe zudem innerhalb weniger Jahre eine anerkannte Networking-Plattform am Autosalon Genf für die internationale Flotten-Branche geschaffen.Weitere Informationen: www.fleetcompetence.com

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