Automarkt Bilanz 2025: Jahresende gegen den Trend – Flottenmarkt dreht ins Plus

13.01.2026 05:42 Uhr | Lesezeit: 2 min
Pkw-Neuzulassungen EU Automarkt TV
Ein starker Dezember trieb die Pkw-Jahresbilanz über 2,85 Millionen.
© Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Trotz schwächerem Gesamtjahr legte der relevante Flottenmarkt im Dezember um 11 Prozent zu. Auch Privatkunden, Hersteller-Eigenzulassungen und Vermieter zogen spürbar an – mit teils zweistelligen Wachstumsraten.

Mit 246.429 Pkw-Neuzulassungen im Dezember 2025 (plus 9,7 Prozent  gegenüber Dezember 2024) kam der deutsche Pkw-Markt auf 2,858 Millionen Neuzulassungen im Gesamtjahr. Damit lag das Ergebnis nahezu punktgenau auf dem Dataforce-Ausblick von Ende 2024 (2,861 Millionen). Für den starken Dezember sorgten vor allem ein zusätzlicher Arbeitstag sowie der klassische Jahresendspurt in den meisten Vertriebskanälen.

Auffällig: Während der relevante Flottenmarkt im Gesamtjahr rückläufig war (minus 5 Prozent), drehte er im Dezember ins Plus und legte um elf Prozent zu. Auch private Halter erhöhten ihre Zulassungen um 10 Prozent. Hersteller weiteten Eigenzulassungen um 15 Prozent aus, Autovermieter kamen sogar auf ein Plus von 17 Prozent.

"Nach einem schwachen Jahresauftakt haben sich Pkw- und Transportermarkt in Deutschland zur Jahresmitte stabilisiert und konnten ihre jeweiligen Vorjahresergebnisse halten oder sogar leicht übertreffen. Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Stagnation und der vielfältigen Herausforderungen ist das ein gutes Ergebnis", sagt Dataforce-Analyst Benjamin Kibies.

Über das Gesamtjahr wurde das Marktwachstum in Deutschland vor allem von zwei Faktoren getragen: einer Erholung der privaten Nachfrage (plus fünf Prozent) und einem deutlichen Plus bei den Eigenzulassungen im Fahrzeugbau (plus 23 Prozent). Dadurch stieg der Taktikanteil (Zulassungen auf Fahrzeugbau, -handel und Autovermieter) 2025 auf 36 Prozent (2024: 35 Prozent, 2019: 40 Prozent) – zugleich verlagerte sich der Schwerpunkt vom Handel stärker in Richtung Hersteller

Im Dezember 2025 beschleunigte sich das Wachstum bei BEV (plus 63 Prozent) und PHEV (plus 58 Prozent) nochmals. In der Jahresbilanz 2025 kamen 62 Prozent mehr Plug-in-Hybride und 43 Prozent mehr batterieelektrische Pkw in den Markt.

Mit 207.000 BEV-Pkw (plus38 Prozent) blieb der relevante Flottenmarkt der größte Treiber der Elektromobilität und markierte ein neues Allzeithoch. Noch dynamischer wuchs die BEV-Nachfrage im Privatmarkt (195.000; plus 43 Prozent). Gleichzeitig zeigt der Vergleich zu 2022, dass hier weiterhin Potenzial besteht: Damals lagen die Privat-BEV-Käufe mit Kaufprämie noch bei 237.000 Einheiten.

Der Verbrenner-Absatz ging dagegen um elf Prozent auf rund zwei Millionen Pkw zurück – etwa eine halbe Million weniger als 2020 und 1,5 Millionen weniger als 2019.

Bei leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities gab es im Dezember 2025 ein Minus von 5,1 Prozent. Der Rückgang betraf vor allem Eigenzulassungen im Fahrzeughandel (minus 23 Prozent) sowie Zulassungen der Vermieter (minus 17 Prozent). Hintergrund: Im Dezember 2024 hatten diese Akteure vor Einführung verschärfter Emissionsregeln ungewöhnlich viele Diesel- und Benzintransporter zugelassen – im Vergleich zu dieser Spitze fiel das Niveau nun deutlich niedriger aus.

Im relevanten Flottenmarkt (plus 1,2 Prozent) und bei Privatzulassungen (+0,8 Prozent) zeigte sich der Dezember dagegen stabil. Auffällig war zwar ein Plus von 44 Prozent bei Herstellerzulassungen, allerdings bei einem Marktanteil von nur rund 4 Prozent. In der Summe blieb der Transportermarkt 2025 damit nahezu auf Vorjahresniveau – angesichts Regulierung und wirtschaftlicher Stagnation ein solides Resultat.

Transporter: Antriebswende schreitet voran

Das Neuzulassungsvolumen von Elektrotransportern stieg nahezu Monat für Monat. Im Dezember lag ihr Anteil bei 12 Prozent, im Gesamtjahr bei 9 Prozent. Rund zwei Drittel der Elektrotransporter-Zulassungen entfielen auf den Flottenmarkt – bei einem Flottenanteil von 50 Prozent am gesamten Transportermarkt.

"Gerade die Belebung zum Jahresende macht Hoffnung für 2026. Parallel dazu geht die Antriebswende weiter. Dass allein in Deutschland innerhalb von sechs Jahren 1,5 Millionen weniger Verbrenner verkauft wurden und das Volumen immer weiter sinkt, führt zu einem tiefgreifenden Strukturwandel, der die Branche weiterhin beschäftigen wird", so Kibies.

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