Über Subaru wurde bereits viel geschrieben, auch von uns. Wer es lesen mag, findet hier was zur Marke und zum größeren Subaru Forester. Subaru findet in Deutschland kaum statt. 2025 konnte der in Friedberg (Hessen) sitzende Importeur keine 4.000 Fahrzeuge über die rund 400 Partner absetzen. Und dennoch funktioniert das Geschäft, solide, seit 45 Jahren. Und das bei nicht einmal überzogenen Preisen für die derzeit fünf Modelle, von denen derzeit eines ein umbadgter Toyota ist. Die Europa-Fahrzeuge werden alle in Japan produziert – auch der von Toyota stammende.
Subaru Crosstrek
Subaru Crosstrek – fair eingepreist
Den Einstieg in die Subaru-Welt macht bei uns der Subaru Crosstrek. Seit rund zwei Jahren als solcher auf dem Markt. Mindestens 34.790 Euro (brutto) werden für den 4,50-Meter-Kompakten in der Basisausstattung „Trend“ fällig. Immer an Bord: 2-Liter-Boxermotor (sanft hybridisiert) mit nicht übertriebenen 136 PS, stufenlosem Automatikgetriebe und permanentem Allradantrieb. Die Basisausstattung ist bereits so fair konfiguriert, dass Sitzheizung, Rückfahrkamera (die verzerrt allerdings), Apple Carplay, sehr gute, in Kurven mitlenkende LED-Scheinwerfer samt Reinigungsanlage, 17-Zoll-Aluräder und sogar ein Sitzflächenairbag dabei sind. Sitzflächenairbag? Ja, auf dem Beifahrersitz, damit der Copilot bei einem Aufprall nicht unter dem Gurt hindurchrutscht und in der „idealen“ Crashposition gehalten wird. Wer mehr möchte, greift zum Active für 37.370 Euro (18-Zoll-Alus, 225/55er-Pneus, elektrische Sitzverstellung), zum Comfort für 38.770 Euro (Navi und Lenkradheizung) oder zum Platinum, unserem Testwagen, der bei 40.770 Euro in aufpreisfreiem Rot (und irgendwie passendem) startet. Unsere Empfehlung steht: Basisversion.
Denn am Rest vom Subaru Crosstrek ändert sich genau nichts. Nicht nur bleiben Motor, Allradantrieb und Automatik gleich, auch beim Fahrwerk gibt es keine Optionen. Und genau damit fangen wir mal an. Das Grundsetup des Crosstrek ist kommod. Man merkt beim Langsamfahren, dass die Abstimmung des 1,6-Tonnen-Kompakten verbindlich ist, aber keineswegs unkomfortabel. Wer aus der Stadt rausfährt, empfindet die Feder-Dämpfer-Einheit vermutlich als sehr gelungenen Kompromiss aus feinem Ansprechverhalten und akzeptablem Nachschwingen bei langen Bodenwellen, gepaart mit geringer Wankneigung. Was bei einer Bodenfreiheit von immensen 22 Zentimetern nicht die Regel ist. Zum Vergleich: Ein VW Tiguan hat 20 Zentimeter, ein Mercedes GLB 18, ein Mazda CX-5 20, Nissan Qashqai 18 und sogar der staksig wirkende Dacia Bigster hat mit rund 23 Zentimetern kaum mehr Luft unter dem Differenzial (das ist oft der niedrigste Punkt). Die Bodenfreiheit ist oft der begrenzende Faktor beim Geländefahren.
Phänomenaler Allradantrieb im Subaru Crosstrek
Zur Hilfe kommt dem Crosstrek einer der besten Allradantriebe, die es im Automobilbau gibt. Subaru kennt sich beim 4x4-Antrieb sehr gut aus und hat vermutlich mit die meisten vierradangetriebenen Fahrzeuge im Markt – seit 1972. Subaru produziert für den US-Markt in Indiana und ist dort auch deswegen eine Bestsellermarke mit knapp 670.000 (2024) verkauften Fahrzeugen. Damit landen die Japaner trotz überschaubarer Modellvielfalt oft unter den Top 10 und häufig vor Volkswagen (mit den Marken VW und Audi zusammen) und Tesla.
Wie skizziert, ist das Angebot in Deutschland noch kleiner. Es gibt nicht nur lediglich fünf Modelle. Es gibt auch keine Motorenvielfalt. Der größte Subaru, der Outback hat einen 2,5-Liter-Vierzylinder. Alle anderen Benziner besitzen einen hybridisierten 2-Liter-Vierzylinder. Das Spezielle: Alle Verbrenner arbeiten nach dem Boxerprinzip. Der flache Boxer, in dem jeweils zwei Zylinder gegenüberliegend arbeiten, hat dadurch einen sehr tiefen Einbauort. Das hilft zur guten Gewichtsverteilung und ebenso zum Anbinden des permanenten Allradantriebs. Sind Antriebswellen aufgrund einer nicht mittigen Einbaulage oft unterschiedlich lang, ist das beim Crosstrek nicht der Fall. Das wiederum hat Vorteile beim Fahren im „Gelände“ und bei sportlicher Fahrweise. Letztere legen wohl die wenigsten Crosstrek-Piloten an den Tag – der Wagen entspannt.
Subaru Crosstrek: ein veritabler Geländewagen
Eine Kardanwelle bringt die Antriebskraft ständig nach hinten (im Normalfall 40 Prozent). Vorteil des permanenten Allrads: Schlupf an einem Rad oder einer Achse kennt der Crosstrek nicht. Notfalls wird aktiv die Kraft auf ein Rad geleitet. Wer also auf rutschigem Untergrund Gas gibt, fährt meist wie an der Schnur gezogen los – ohne jegliches Zucken an einem der Räder. Das ist beeindruckend, da alles mechanisch funktioniert, und ist zugleich der große Unterschied zu den meisten anderen 4WD-Systemen. Verschiedene Fahrmodi sollen zudem für den jeweiligen Untergrund optimiert sein und den Crosstrek in die Liga echter Geländewagen hieven.
Wir halten uns eher auf der Straße auf und freuen uns auch hier über einen sauberen Antrieb und eine ebenso abgestimmte Lenkung, die zu den akkuratesten in der Kompaktklasse zählen darf. Hier macht Autofahren noch Spaß. Hinzu kommt eine gelungene Abstimmung der Bremsanlage, die immerhin mit 316-Millimeter-Scheiben an der Vorderachse zuverlässig verzögert und einen tollen Druckpunkt bietet.