Subaru Crosstrek (2026): Definitiv nicht nur für 4x4-Fans

25.02.2026 09:28 Uhr | Lesezeit: 4 min
Der 1,6 Tonnen schwere Subaru Crosstrek hat viele Vorzüge. Sein Hybridsystem gehört nicht dazu.
© Foto: Michael Blumenstein

Subaru ist eine spezielle Marke – im positiven Sinne. Der Subaru Crosstrek besitzt sinnvolle, technische Besonderheiten, die aus dem sonstigen Automobil-Einerlei herausstechen.

Über Subaru wurde bereits viel geschrieben, auch von uns. Wer es lesen mag, findet hier was zur Marke und zum größeren Subaru Forester. Subaru findet in Deutschland kaum statt. 2025 konnte der in Friedberg (Hessen) sitzende Importeur keine 4.000 Fahrzeuge über die rund 400 Partner absetzen. Und dennoch funktioniert das Geschäft, solide, seit 45 Jahren. Und das bei nicht einmal überzogenen Preisen für die derzeit fünf Modelle, von denen derzeit eines ein umbadgter Toyota ist. Die Europa-Fahrzeuge werden alle in Japan produziert – auch der von Toyota stammende.


Subaru Crosstrek

Subaru Crosstrek im Vorbeifahren fotografiert mit unscharfem Hintergrund Bildergalerie

Subaru Crosstrek – fair eingepreist

Den Einstieg in die Subaru-Welt macht bei uns der Subaru Crosstrek. Seit rund zwei Jahren als solcher auf dem Markt. Mindestens 34.790 Euro (brutto) werden für den 4,50-Meter-Kompakten in der Basisausstattung „Trend“ fällig. Immer an Bord: 2-Liter-Boxermotor (sanft hybridisiert) mit nicht übertriebenen 136 PS, stufenlosem Automatikgetriebe und permanentem Allradantrieb. Die Basisausstattung ist bereits so fair konfiguriert, dass Sitzheizung, Rückfahrkamera (die verzerrt allerdings), Apple Carplay, sehr gute, in Kurven mitlenkende LED-Scheinwerfer samt Reinigungsanlage, 17-Zoll-Aluräder und sogar ein Sitzflächenairbag dabei sind. Sitzflächenairbag? Ja, auf dem Beifahrersitz, damit der Copilot bei einem Aufprall nicht unter dem Gurt hindurchrutscht und in der „idealen“ Crashposition gehalten wird. Wer mehr möchte, greift zum Active für 37.370 Euro (18-Zoll-Alus, 225/55er-Pneus, elektrische Sitzverstellung), zum Comfort für 38.770 Euro (Navi und Lenkradheizung) oder zum Platinum, unserem Testwagen, der bei 40.770 Euro in aufpreisfreiem Rot (und irgendwie passendem) startet. Unsere Empfehlung steht: Basisversion.

Denn am Rest vom Subaru Crosstrek ändert sich genau nichts. Nicht nur bleiben Motor, Allradantrieb und Automatik gleich, auch beim Fahrwerk gibt es keine Optionen. Und genau damit fangen wir mal an. Das Grundsetup des Crosstrek ist kommod. Man merkt beim Langsamfahren, dass die Abstimmung des 1,6-Tonnen-Kompakten verbindlich ist, aber keineswegs unkomfortabel. Wer aus der Stadt rausfährt, empfindet die Feder-Dämpfer-Einheit vermutlich als sehr gelungenen Kompromiss aus feinem Ansprechverhalten und akzeptablem Nachschwingen bei langen Bodenwellen, gepaart mit geringer Wankneigung. Was bei einer Bodenfreiheit von immensen 22 Zentimetern nicht die Regel ist. Zum Vergleich: Ein VW Tiguan hat 20 Zentimeter, ein Mercedes GLB 18, ein Mazda CX-5 20, Nissan Qashqai 18 und sogar der staksig wirkende Dacia Bigster hat mit rund 23 Zentimetern kaum mehr Luft unter dem Differenzial (das ist oft der niedrigste Punkt). Die Bodenfreiheit ist oft der begrenzende Faktor beim Geländefahren.

Phänomenaler Allradantrieb im Subaru Crosstrek

Zur Hilfe kommt dem Crosstrek einer der besten Allradantriebe, die es im Automobilbau gibt. Subaru kennt sich beim 4x4-Antrieb sehr gut aus und hat vermutlich mit die meisten vierradangetriebenen Fahrzeuge im Markt – seit 1972. Subaru produziert für den US-Markt in Indiana und ist dort auch deswegen eine Bestsellermarke mit knapp 670.000 (2024) verkauften Fahrzeugen. Damit landen die Japaner trotz überschaubarer Modellvielfalt oft unter den Top 10 und häufig vor Volkswagen (mit den Marken VW und Audi zusammen) und Tesla.

Wie skizziert, ist das Angebot in Deutschland noch kleiner. Es gibt nicht nur lediglich fünf Modelle. Es gibt auch keine Motorenvielfalt. Der größte Subaru, der Outback hat einen 2,5-Liter-Vierzylinder. Alle anderen Benziner besitzen einen hybridisierten 2-Liter-Vierzylinder. Das Spezielle: Alle Verbrenner arbeiten nach dem Boxerprinzip. Der flache Boxer, in dem jeweils zwei Zylinder gegenüberliegend arbeiten, hat dadurch einen sehr tiefen Einbauort. Das hilft zur guten Gewichtsverteilung und ebenso zum Anbinden des permanenten Allradantriebs. Sind Antriebswellen aufgrund einer nicht mittigen Einbaulage oft unterschiedlich lang, ist das beim Crosstrek nicht der Fall. Das wiederum hat Vorteile beim Fahren im „Gelände“ und bei sportlicher Fahrweise. Letztere legen wohl die wenigsten Crosstrek-Piloten an den Tag – der Wagen entspannt.

18-Zoll-Rad des Subaru Crosstrek
316 Millimeter messen die Bremsscheiben vorn. Die Bremsanlage im Subaru Crosstrek verzögert zuverlässig und mit einem tollen Pedalgefühl. Mit seinem Wendekreis von 11,8 Metern liegt er eher im Hintertreffen.
© Foto: Michael Blumenstein

Subaru Crosstrek: ein veritabler Geländewagen

Eine Kardanwelle bringt die Antriebskraft ständig nach hinten (im Normalfall 40 Prozent). Vorteil des permanenten Allrads: Schlupf an einem Rad oder einer Achse kennt der Crosstrek nicht. Notfalls wird aktiv die Kraft auf ein Rad geleitet. Wer also auf rutschigem Untergrund Gas gibt, fährt meist wie an der Schnur gezogen los – ohne jegliches Zucken an einem der Räder. Das ist beeindruckend, da alles mechanisch funktioniert, und ist zugleich der große Unterschied zu den meisten anderen 4WD-Systemen. Verschiedene Fahrmodi sollen zudem für den jeweiligen Untergrund optimiert sein und den Crosstrek in die Liga echter Geländewagen hieven.

Wir halten uns eher auf der Straße auf und freuen uns auch hier über einen sauberen Antrieb und eine ebenso abgestimmte Lenkung, die zu den akkuratesten in der Kompaktklasse zählen darf. Hier macht Autofahren noch Spaß. Hinzu kommt eine gelungene Abstimmung der Bremsanlage, die immerhin mit 316-Millimeter-Scheiben an der Vorderachse zuverlässig verzögert und einen tollen Druckpunkt bietet.


Subaru Crosstrek e-Boxer Platinum

Testwagenpreis: 41.580 € (brutto)
B4/1.995 ccm | 100 kW/136 PS | 182 Nm bei 4.000
E-Motor: Permanentmagnet-Synchronmotor | 12,3 kW/16,7 PS | 66 Nm
Stufenlose Automatik (CVT)
10,8 s | 198 km/h
WLTP-Verbrauch: 7,7 S | 174 g/km
Abmessungen: 4.495 x 1.800 x 1.600 mm
Kofferraum: 315–1.297 Liter
Service: 1 Jahr/15.000 km
Garantie: 5 Jahre/160.000 km



CVT im Crosstrek kann nerven

Nach wie vor sehr gewöhnungsbedürftig ist das stufenlose Automatikgetriebe. Noch immer jault der Boxermotor laut auf, wenn man notwendigerweise flott auf die Autobahn auffährt – was trotz der kombiniert „nur“ 150 PS Motorleistung zügig gelingt. Dabei ist der Vierzylinder eigentlich sehr laufruhig, was man auch direkt nach dem Einpendeln auf die Autobahn-Richtgeschwindigkeit vernimmt. Lauter werden fortan die Windgeräusche. Zu den leisen Fahrzeugen gehört der Subaru Crosstrek ab Tempo 140 definitiv nicht. Das stört aber auch nur in Deutschland und hier ungefähr 14 Crosstrek-Fahrer. In allen anderen Ländern schränkt das Tempolimit (offiziell) diese Erfahrung ein und wie erwähnt: Crosstrek bedeutet meist Entschleunigung.

Egal jedoch, wie zurückhaltend man mit dem Gaspedal umgeht, jeder merkt schnell, dass die Kombination aus 48-Liter-Tank und hohem Verbrauch ungünstige Reichweiten ergibt. Schon der Normverbrauch von 7,7 Litern ist hoch. Zum Vergleich: Ein BMW X1 mit 218 PS und Allradantrieb landet beim WLTP-Wert exakt einen Liter drunter. Und ein Dacia Duster 4x4 mit 150 PS benötigt angeblich nur 5,9 Liter. Beim Subaru kann alles unter dem WLTP-Verbrauch als Erfolg angesehen werden. Gut acht Liter sind in der Realität aber wahrscheinlich. Autobahnetappen (mit 130) quittiert der Boxer mit einer hohen Neun. Das ist der Wermutstropfen. Ach ja, fast vergessen, da man kaum etwas davon mitbekommt: e-Boxer steht auf dem Crosstrek und ein 118-Volt-Hybridsystem (und 0,6-kWh-Akku) ist drin. Ab und an rollt der Crosstrek tatsächlich elektrisch (EV steht im Kombiinstrument) – ab und an.

Subaru Corsstrek im Autoflotte-Video-Check

Echte Tasten im Subaru Crosstrek

Kommen wir ins Interieur. Die Sitzposition taugt vermutlich den meisten Insassen. Allerdings ist das Stützpolster in der Lordose auch im deaktivierten Zustand markant. Zudem wäre etwas mehr Seitenhalt wünschenswert. Das Lenkrad ist weit verstellbar und gibt einen guten Blick auf die – Achtung – Analoginstrumente frei. Wie schön analoge Rundinstrumente aussehen und wie gut sie sich ablesen lassen, beweist der Subaru Crosstrek als eines der ganz wenigen Fahrzeuge anno 2026. Ein Rändelrad links über dem Knie verstellt die Helligkeit auf Daumendreh. Mittig im Kombiinstrument sitzt der Bordcomputer, auf dem man per Daumenwippe im Lenkrad alle nötigen Infos durchblättern kann.

Fantastisch gelöst haben die Japaner auch die Sache mit dem (spiegelnden) Hochkant-Touch-Display. Ein paar echte Stationstasten für Lautstärke, „Musiksuche“, Temperatur, Heckscheibenheizung und Defrost sowie Warnblinkanlage findet man sofort. Alle anderen Funktionen befinden sich auf dem Touch-Display und deren Icons können nach Belieben, wie im Handy, selbst angeordnet werden. Die Assistenten lassen sich leidlich sinnvoll deaktivieren – leider ohne Kurzbefehle. Oben und unten im Display gibt es fixierte Felder und berührungsempfindliche Symbole, dazwischen kann Apple Carplay oder Android Auto laufen. Apple Carplay ist die einzige Lösung, über die Sprachbedienung (Siri) zum Erfolg bei den (iPhone-)Apps zu kommen. Das Hauseigene Sprachsystem spuckt nahezu nichts aus. Es sei verziehen.

Eine ganze Etage tiefer findet man den Knüppel zum Bedienen des CVT. Und der rastet zuverlässig in der gewünschten Fahrstufe ein. Alles, ohne Hingucken und doppelten Check. Ebenfalls in der Mittelkonsole befinden sich die Wippschalter für die Sitzheizung. Genial einfach, blind bedienbar. Auf der anderen Seite der Konsole sitzen die Taste für die elektrische Feststellbremse und eine mit Kamerasymbol. Wer dort draufdrückt, bekommt alsbald das Bild auf den Weg vor dem Crosstrek. Das ist beim „Geländefahren“ sinnvoll und ohne im Menü suchen zu müssen ultraschnell aktivierbar.

Zwei Schalter im Subaru Crosstrek, die die Sitzheizung einschalten
Klick-Klack, so einfach und zuverlässig funktioniert eine zweistufige Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer.
© Foto: Michael Blumenstein

Gute Übersicht im Crosstrek

Im Gelände wie auf der Straße hilft gleichermaßen eine gute Übersicht. Und die hat der Crosstrek, zumindest nach (schräg) vorn, da die Spiegel auf der Türschulter montiert sind und man an der vergleichsweise dünnen A-Säule vorbeischauen kann. Beim Blick nach hinten helfen die versenkbaren Fond-Kopfstützen. Die C-Säule ist aber auch hier (zu) breit. In den Kofferraum passen nur 315 Liter Gepäck, die an zwei massiven Verzurrhaken befestigt werden könnten. Wird die Rückbank umgelegt, auf der sonst zwei Erwachsene mit angenehmen Kniewinkel und genug Platz sitzen können, ergibt sich eine ebene Ladefläche mit bis zu 1.300 Litern.

So ist der Subaru Crosstrek eine echte Empfehlung für alle, die oft Allradantrieb benötigen und sich über einen gefühlt „unbezwingbaren“ freuen. Gratis gibt es stets den laufruhigen, aber trinkfesten Boxermotor, der aufgrund des stufenlosen Automatikgetriebes lauter erscheint, als er ist. Nicht mehr zeitgemäß ist der Wartungsintervall, der jedes Jahr oder alle 15.000 Kilometer fällig wird. Aber: Ein Vielfahrerauto ist der Crosstrek eh nicht.

HASHTAG


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