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BVF zur blauen Plakette: "Mobilität in Gefahr"

Nach Rot, Gelb und Grün könnte nun Blau kommen. Die Pläne der Umweltminister haben Deutschlands Dieselfahrer aufgeschreckt.
© Foto: GTÜ

Die Fuhrparkbranche lehnt die Einführung einer blauen Plakette für schadstoffarme Wagen ab. Das damit verbundene Innenstadt-Verbot für ältere Diesel würde die Unternehmen empfindlich treffen.


Datum:
13.04.2016
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Der Fuhrparkverband (BVF) hat sich gegen die geplante Einführung einer blauen Plakette für schadstoffarme Fahrzeuge ausgesprochen. "Mit der blauen Plakette ist jetzt auch die Mobilität in Gefahr. Sofern die Kommunen die Verordnung anwenden, wird es für Dieselfahrzeuge kritisch und damit ist die Belieferung des Handels und der Unternehmen in den Innenstädten genauso gefährdet, wie die Nachfrage nach Produkten und Arbeitsplätzen", sagte BVF-Vorstandsmitglied Bernd Kullmann am Mittwoch in einer Stellungnahme.

Wie berichtet, hatten die Umweltminister von Bund und Ländern beschlossen, dass eine Euro 6-Plakette in eigenen, kleineren Umweltzonen umgesetzt werden soll. Kommunen sollen künftig anordnen können, dass in Stadtgebiete mit besonders schlechter Luft nur noch Autos mit geringem Stickoxid-Ausstoß einfahren dürfen. Die entsprechende Verordnung soll noch in diesem Jahr wirksam werden. Laut "Bild"-Zeitung könnte für 13 Millionen ältere Dieselfahrzeuge ein Innenstadt-Verbot drohen.

"Wenn nur Fahrzeuge eine blaue Plakette bekommen, die einen Schadstoff-Ausstoß von weniger wie 80 Milligramm/km NOx erfüllen, können einige Unternehmen einen Großteil ihrer Fuhrparks nicht mehr einsetzen", erklärte Kullmann. Dies dürften maximal 500.000 Pkw und Lkw sein mit einem Zulassungsdatum ab August 2015 (davor Euro 5). Hingegen würden fast alle Benzin-Fahrzeuge die Euro 6-Norm erfüllen.

Restwerte im Keller

"Wir sehen mit Bedauern, dass auch in diesem Fall an Symptomen herumgedoktert wird, statt die Ursachen anzugehen", bekräftigte der BVF-Vorsitzende Marc-Oliver Prinzing. "Konsequenzen für die Unternehmen in Deutschland wurden offensichtlich nicht berücksichtigt." Prinzing verwies auch auf den ökonomischen Schaden infolge der rückläufigen Restwerte von älteren Dieselwagen. Wie der ADAC befürwortet der BVF langfristig wirkende technische Lösungen, "statt die privaten und gewerblichen Fahrzeughalter zur Kasse zu bitten".

Positiv nahm der Verband dagegen die Forderung der Umweltministerkonferenz auf, emissionsarme Autos finanziell zu fördern. Prinzing: "Wir begrüßen, dass zumindest in dieser Formulierung endlich mal nicht die einseitige Konzentration auf Elektrofahrzeuge herausgelesen werden kann, sondern auf alle umweltfreundliche Antriebe abgestellt wird." Grundsätzlich unterstütze der BVF ausgewogene und nachhaltige Konzepte, und nicht "Holzhammer"-Methoden. (rp)

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