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Der Fahrer als wichtigster Part

Den Umgang mit einem teuren Arbeitsmittel wie dem Dienstwagen sollte man lernen und trainieren. Dieser präventive Ansatz mindert die Schadenquote nachweislich um mehr als 80 Prozent.


Datum:
02.11.2021
Autor:
R. Feldbauer
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Dienstwagenfahrer verursachen deutlich mehr Schäden als es private Nutzer tun. So liegt die Schadenhäufigkeit in bestimmten Wirtschaftsbranchen und deren Fuhrparks um das 2,8-Fache höher als bei rein privat genutzten Fahrzeugen.

Dieses Missverhältnis begründet sich nicht allein mit der sachlogisch höheren Fahrzeugverwendung, sondern ist Ausdruck einer gewissen "Dienstwagenfahrermentalität". Gemeint ist der leichtfertigere Umgang mit dem Fahrzeug, das man zwar besitzt, aber nicht eigenes Eigentum ist.

Das hat Gründe. So ist es auffällig, dass zwar die Frequenz an Schäden mit dem Dienstwagen abnimmt, was auch ein Verdienst der verbesserten Fahrer-Assistenzsysteme in den neuen Leasingwägen ist, auf der anderen Seite steigt allerdings der Schadensaufwand. Es gibt also weniger Schäden, diese werden aber teurer.

Proaktiv Risiken mindern

Hier gegenzusteuern ist nicht nur logisch, es ist auch wirksam, wie die Erfahrungen in Risk-Management-Projekten zeigen. Um hier die richtigen Werkzeuge anwendbar zu machen, bedarf es vorab Klarheit in den Begrifflichkeiten, die immer wieder zusammengeworfen werden. Der hier klassische Schadensaufwand, also der Betrag für die Wiederherstellung in Euro, ist ein rein betriebswirtschaftliches Element. Indes ist die Schadenhöhe bei jedem Schadensereignis absolut zufallsbedingt. Ob beispielsweise beim Fahren aus einer Lücke ein neuer Porsche Taycan oder ein gebrauchter VW Polo touchiert wird, ist mit Blick auf den Fahrfehler uninteressant, mit Blick auf den Entschädigungsaufwand indes von größter Bedeutung. Folglich ist das wichtigste Kriterium für das Risk-Management und das Risiko-Potenzial die Schadenhäufigkeit - also die Zahl eingetretener Schäden im Verhältnis zur Zahl der Fahrzeuge, zum Einsatz- und Verwendungszweck sowie zur konkreten Nutzung durch den Fahrer.

Dies deckt Verhaltensmuster auf, deren Änderung die Aufgabe des Risk-Managers ist. Hier ist der Mensch - der Fahrer - der entscheidende Faktor. Schließlich ist sein Umgang mit Stress, sein Wissen um die Bedienung des Fahrzeugs und sein Risikoabwägen im Straßenverkehr hauptursächlich für die Schäden.

Die Kombination aus Fahrerdaten und Künstlicher Intelligenz bringt hier oft nur wenig Licht ins Dunkel. Die Motivation seitens des Fuhrparkbetreibers aktiv zu werden, korrespondiert mit dem Anteil an der Wertschöpfung, den die Flotte hat. Transportdienstleister sind hier agiler als reine User-Chooser-Flotten. Je wertschöpfender der Fuhrpark im Unternehmen ist, desto mehr Beachtung erfährt die Präventionsarbeit. Die Fuhrparkkosten zu optimieren, muss immer auch heißen, präventiv zu arbeiten. Der qualifizierte Fuhrparkmanager sucht proaktiv den Austausch mit seinen Fahrern und gewinnt sie für Maßnahmen, die dem Fahrer helfen, sich routiniert mit den Möglichkeiten seines Dienstwagens vertraut zu machen. Ohne verständliche und praktische Einweisung in die vielfältigen und laufend neuen Systeme bleibt der Fahrer gestresst und oft überfordert im Dienstwagen zurück.

Ein Fahrtraining bei der Übergabe eines neuen Dienstwagens ist nicht allein aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern es schult auch den richtigen Umgang mit den zahlreichen Helferlein an Bord. Zu lernen, wann aus dem Parkpiepser eine Schramme wird, kann man hier nachstellen, ohne dass im Anschluss das Auto in die Werkstatt muss.

Die im Schnitt geringeren Fahrleistungen in den Fuhrparks in den letzten Monaten und die damit gesunkenen Schadenquoten geben eine gute Verhandlungsbasis für die Prämiengespräche mit dem Versicherer oder Makler. Die daraus zu erwartenden Ersparnisse für den "Kostenblock Fuhrpark" könnten zielführend in solche Praxisschulungen einfließen. Auch zeigen sich Teile der Versicherungswirtschaft deutlich aufgeschlossener, was die Unterstützung von Risk-Management-Maßnahmen im Unternehmen betrifft, als früher. Einige Flotten nutzen diese Möglichkeiten bereits. Deren positiven Erfahrungen sollten andere motivieren, es ihnen gleichzutun.

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