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Ein Pneu, ein guter Pneu

Sommer, Sonne, Reifen: Das saisonale, schwarz-runde Schuhwerk wartet auf seinen Einsatz. Wir blicken in die Reifenläger der Hersteller und schauen nach Trends und Klassikern.


Datum:
02.03.2022
Autor:
rs
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Vor Kurzem wollte der ADAC genauer wissen, wie viel Abrieb verursacht ein Autoreifen während er gefahren wird? Dafür haben die Tester die Pneu-Probanden (gut 100 Reifen verschiedener Dimensionen) aus den vergangenen Jahren verglichen und die Ergebnisse der Reifenverschleißmessungen ausgewertet. Demnach liegt der Abrieb bei durchschnittlich knapp 120 Gramm pro 1.000 Kilometer.

Wie so oft lohnt hier ein Blick weg vom Durchschnittswert hin zu den Extremen. So verursachte der 15-Zöller Cross Climate+ von Michelin in der Kleinwagendimension 185/65 R15 einen Abrieb von lediglich 58 Gramm nach 1.000 gefahrenen Kilometern. Zum Vergleich: Am anderen Ende des Spektrums findet sich ein Konkurrent (195/65 R15 für Kompaktfahrzeuge und Vans) wieder, der 171 Gramm Gummi lässt. Damit liegt er etwas unter jener Spezies von Sommer-Pneus, die der Automobilclub als Sport-Reifen brandmarkt, die in Gänze wenig nachhaltig sind. Die Sparte der 225/40 R18 fiel auf durch einen überdurchschnittlich hoher Reifenabrieb von bis zu 160 Gramm. "Der Trend in Richtung immer größerer und sportlicherer Reifendimensionen ist insbesondere unter Nachhaltigkeitsaspekten nicht sinnvoll. Vor allem weil mit den vermeintlich sportlichen Reifen kaum ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn im alltäglichen Straßenverkehr erzielt werden kann. Einige Reifenhersteller sollten daher dringend umdenken und die Nachhaltigkeit von Reifen stärker in den Vordergrund stellen", mahnt deshalb Reinhard Kolke, Leiter des ADAC Technik Zentrums. Generell raten die Experten den Vielfahrern zu den bekannten Maßnahmen: regelmäßige Überprüfung des Reifendrucks sowie Kontrolle der Achseinstellungen beim Werkstattbesuch. Zudem schont das gleichmäßige, vorausschauende Fahren nicht nur das Spritbudget, sondern mindert den Verschleiß der vier Pneus.

Die generelle Entscheidung, die Reifen mit ihren spezifischen Eigenschaften den Wettervorgaben anzupassen, ist eine individuelle, wobei die landesweit aktiven Vielfahrer im Grunde keine Alternative zum saisonalbedingten Reifen-Stopp haben. Anders sieht es bei den lokal agierenden Flotten mit geringer Jahreslaufleistung aus - wie bei den Pflegediensten.

Neuheiten der Pneuhersteller

Generell sieht beispielsweise Nokian zwei große Verbrauchertrends: Komfort und Nachhaltigkeit. In der Praxis bedeutet dies eine steigende Nachfrage nach Ganzjahresreifen und größeren Felgen, ein verstärktes Flottengeschäft, eine zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen sowie eine wachsende Bedeutung des Onlinehandels, heißt es aus Finnland. Sucht man zum Beispiel für den letztjährigen Flottenkönig, den VW Passat, passendes Ganzjahresschuhwerk, dann würde man aus Sicht der Skandinavier beim Seasonproof landen. Den gibt es übrigens auch für den ID.3 und den Mercedes EQC (sinnigerweise jeweils als Seasonproof S U V).

Bei Pirelli heißen die Sommer- und Allwetter-Reifen gleich: Cinturato - mal mit dem Zusatz P7C2, mal mit dem Suffix All Season SF 2. Der Cinturato für jede Jahreszeit verfügt über ein adaptives Profil (siehe Continental Sport Contact 7). Dieses System nutzt sowohl die Gummimischung als auch die Lauffläche, um die Fahrsicherheit und die Vielseitigkeit zu maximieren, versprechen die Italiener. Neben 65 Größen von 15 bis 20 Zoll gibt es auch Elect-Versionen für Stromer und Phevs.

Kompromissloser gibt sich seit jeher C ontinental mit der Ausrichtung in Sommer- oder Winterreifen, wobei es natürlich auch Ganzjahresreifen aus Hannover gibt. Mit gleich drei neuen technischen Reifendetails debütiert das Sommer-Flaggschiff Sport Contact 7. Sein adaptives Profildesign stellt sich auf trockene und nasse Straßen ein, mit einer größenspezifischen Auslegung der Profilierung soll er den Fahrspaß bei jedem Fahrzeug erhöhen und die Black-Chili-Mischung der Lauffläche ist in ihrer Zusammensetzung präzise auf die Haftung des asymmetrischen Profils hin abgestimmt. Sieht man sich die Unterschiede zum beliebten Vorgänger an, kommen bei internen Tests von Continental beeindruckende Werte zusammen: Die Laufleistung verlängert sich um 17 Prozent, die Fahrleistungen auf der Rennstrecke steigen um zehn Prozent, die Nassbremswege reduzieren sich um acht Prozent und beim Trockenbremsen ist der neue Sport Contact um sechs Prozent besser. Auch Nass- und Trockenhandling sowie Grip profitieren von der Neuentwicklung (Basis-Testwerte für 245/30 R 20).

Carsharing - also das Nutzen statt zu besitzen - verlangt hohe Ausdauer auch von den Reifen, erklären die Niedersachsen, die mit dem U ltra Contact einen Sommerpneu für Private wie Flottenkunden anbieten. Seit dem Frühjahr wird er mit 100 Artikeln im Programm für Felgen zwischen 14 und 20 Zoll Durchmesser in Breiten zwischen 155 und 245 Millimetern produziert, die Querschnitte liegen zwischen 80 und 40 Prozent. Je nach Dimension gehen die Freigaben bis Tempo 300.

Für die heißen Reifen

Continental kennen fast alle, Nexen schon weniger. Die Südkoreaner haben deshalb im letzten Jahr die E-Learning Plattform Nexen ACE (Accelerated Certification & Eduction) ins Leben gerufen. Wer sich registriert, erhält Videos mit den Einsatzmöglichkeiten, Leistungsmerkmalen und Testergebnissen. Im Sommer-Regal finden sich vor allem U ltra-High-Performance-Reifen, also Spezialisten für PS-starke Boliden wie der N Fera Sport S U V und N Fera R U 1. Den S U V-Spezialisten gibt es von 16 bis 20 Zoll - das Gros mit einem Speedlimit von 240 oder 270 km/h. Der R U 1, der in der Erstausrüstung beim Porsche Macan und Jeep Compass verbaut wird, ist mit seinen 45 Produkten bis Tempo 300 eine Möglichkeit.

Exklusiv und schnell kann natürlich auch der Branchenriese Bridgestone bieten. Die Japaner statten unter anderem den Maserati MC20 aus. Weit massentauglicher ist beispielsweise die Turanza-Produktgruppe mit neun Ablegern wie den T005 Driveguard, den es in 25 Produkten zwischen 16 und 19 Zoll gibt. Der Bruder namens EL 42 wurde für die S U V-Bayern BMW X3 und X5 entwickelt und deckt neben den Hochbeinern auch die Allradler ab.

Im Reich von Bibendum zählt der Pneu-Konfigurator 17 Sommer-Spezialisten auf. Als sparsamen Reifen bewirbt Michelin unter anderem den Pilot Sport 4. Auch bei wenig Restprofil soll die Nassbremsung sicher stattfinden. Breite Profilrillen und eine langlebige Gummimischung sollen das Wasser wirksam verdrängen - auch wenn die Millimeter schwinden. Auf Sparkurs geht nicht nur seinem Namen nach der Energy Saver + mit seinen 22 Größen.

Goodyear hat zum Jahreswechsel seiner Eagle F1-Serie von Ultra-High-Performance-Reifen einen neuen Ableger gebacken. Der Eagle F1 Asymmetric 6 soll neben einer verbesserten Trockenperformance, beim Bremsen und beim Handling auf nasser Fahrbahn, punkten. Den 6er gibt es zunächst in 28 Größen von 17 bis 19 Zoll. Im April kommen 21-Zöller dazu, bis 2023 soll das Repertoire auf 65 Größen wachsen. Außerdem ist der Neuling für E-Fahrzeuge geeignet. Das gilt auch für den Efficient Grip Performance, der in der Erstausrüstung beim Cupra Born aufgezogen wird.

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