EU-Abgeordnete: Deutschland soll Schlupfloch für China-Pkw stopfen

21.10.2005 17:28 Uhr
landwind_crash

Fahrzeuge können per Einzelzulassung in Deutschland in die EU eingeführt werden

Ein deutsches Schlupfloch für sicherheitstechnisch umstrittene Autos aus China haben Europa-Abgeordnete kritisiert. Der Geländewagen Landwind, der in einem ADAC-Chrashtest versagte, habe keine prinzipiell vorgeschriebene EU-Zulassung. Wegen einer Einzelzulassung in Deutschland könne der Wagen aber in allen 25 EU-Staaten verkauft werden, erklärten die EVP-Abgeordneten Ari Vatanen, Reinhard Rack und Dieter-Lebrecht Koch. Zwar prüfe die Europäische Kommission derzeit eine Änderung der EU-Vorschrift, die den Import solcher Wagen per Einzelzulassung bisher erlaubt. "Mittlerweile beabsichtigen aber weitere Importeure, auch andere asiatische Pkw über eine Einzelzulassung in Deutschland in die EU einzuführen", schrieben die Abgeordneten an CDU-Chefin Angela Merkel. Die designierte Kanzlerin solle dafür sorgen, "dieses Schlupfloch in ihrem Land zu schließen", heißt es in dem Brief. In dem ADAC-Test Mitte September hatte der Autoclub kein gutes Haar an dem Landwind gelassen. Der Fahrer würde einen Frontalzusammenstoß ab 64 km/h nicht überleben, hieß es. Die Fahrgastzelle würde zusammenbrechen und den Fahrer zerquetschen. Dagegen hat der chinesische Pkw in einem vom TÜV durchgeführten Test offenbar Punkte gut gemacht. "Das Ergebnis des Tests ist sehr ermutigend", sagte der niederländische Importeur Peter Bijvelds kürzlich. Das Fahrzeug entspreche beim Insassenschutz "völlig" den gegenwärtigen EU-Sicherheitsbestimmungen. Ein detaillierter Vergleich der ADAC- und TÜV-Ergebnisse steht noch aus. (pg)

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