Stellantis hat seine Strategie für die kommenden Jahre definiert, und für Opel ist die Neuausrichtung des Konzerns, in dem insgesamt 14 Marken vereint sind, keine wirklich gute Nachricht. Die deutsche Traditionsmarke, die vor zwei Jahren ihr 125-jähriges Bestehen feierte, steht in der neuen Hierarchie nicht mehr in der ersten Reihe. Dort positionierte der Konzern die Marken Fiat, Peugeot, Ram und Jeep.
Opel Mokka GSE (54 kWh)
Citroën und Opel werden Regionalmarke
Citroën, Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall sowie Abarth werden in Zukunft vor allem eine regionale Rolle spielen. Die Nischenmarken DS und Lancia werden in dieser Konstruktion Citroën und Fiat zugeordnet. Das hat auch konkrete Konsequenzen für die Marken in der zweiten Reihe, denn die geplanten Investitionen werden nach diesem Plan bis zum Jahr 2030 zu 70 Prozent in die so genannten globalen Marken fließen.
Gleichzeitig plant Stellantis mit drei globalen Plattformen für rund 50 Prozent seiner weltweiten Produktion. Die neue Architektur STLA One soll dabei für die Segmente B, C und D eingesetzt werden. Das erste Fahrzeug mit dieser neuen Plattform wird "Ende des kommenden Jahres von Peugeot kommen", erklärt Stellantis-Europachef Emanuele Cappellano. Erst danach werden die „regionalen Marken“ von der neuen Fahrzeugbasis profitieren. "Wir wollen uns in Zukunft das Kleinwagensegment und das C-Segment stärken", blickt Cappellano in die Zukunft.
Dazu gehört auch der Aufbau der neuen E-Car-Klasse, die mit der Neuauflage des Citroën 2CV als elektrischer Kleinwagen starten wird und in der süditalienischen Fabrik in der Nähe von Neapel gebaut werden soll. Ähnliche Modelle der neuen EU-Kategorie werden anschließend auch von anderen Konzernmarken auf den Markt kommen.
Peugeot ist in Europa der Gewinner der neuen Hierarchie, denn "neue Technologien wie zum Beispiel Steer by Wire werden wir zuerst bei Peugeot anbieten", so Cappellano. Aber, so versichert er, werden "die Opel-Kunden nicht lange auf die neuen Technologien warten müssen".
Opel, zusammen mit Vauxhall, spiele nach wie vor eine wichtige Rolle im Konzern, beruhigt der Manager die Kritiker an der neuen Ausrichtung und verweist auf den Bau des neuen Green Campus in Rüsselsheim. Außerdem verspricht er den britischen Vauxhall-Kunden, dass sich die Marke in Zukunft deutlicher von Opel unterscheiden wird.
Opel Corsa GSE (2026)
Gleichzeitig verstärkt Stellantis die Zusammenarbeit mit seinen chinesischen Partnern. Leapmotor entwickelt aktuell gemeinsam mit Opel ein SUV im C-Segment, das in der spanischen Fabrik in Saragossa produziert werden soll. „Das neue Modell wird das Opel-Angebot in diesem Segment ausweiten, so dass die Zusammenarbeit am Ende Opel weiter stärken wird“, erklärt Cappellano und verweist auf die Stärken beim Design und der Produktqualität der deutschen Konzernmarke.
Außerdem ist die Produktion von zwei Leapmotor-Modellen in der Madrider Stellantis-Fabrik geplant. Welche Modelle dort vom Band rollen sollen, ist noch nicht bekannt. Dongfeng wird in China Stellantis-Modelle für den chinesischen Markt entwickeln, und außerdem ist die Produktion der Dongfeng-Marke Voyah in der Citroën-Fabrik im nordfranzösischen Rennes geplant.