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Flexibilität als höchstes Gut

Die Welt verkompliziert sich. Das ändert auch das Managen einer Flotte. Auto-Abos, Corporate Carsharing und E-Mobilität sind vielerorts eine Überlegung wert oder schon Realität, wie der Fuhrparktag zeigte.


Datum:
01.06.2022
Autor:
rs
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Früher hatten es Trendforscher leicht. Veränderungen passierten in der Regel in sehr langen zeitlichen Abschnitten - zumal dann, wenn sie bewährte Techniken wie beim Antrieb von Autos betrafen. Etabliert und ausgereift tuckern Otto- und Dieselmotoren und wurden lediglich in immer kleinere Zylinder gepresst (Downsizing).

Die Jetzt-Zeit ist anders, sie ist disruptiv. Was heißt, dass sich Dinge rasend schnell dem Zeitgeist anpassen müssen oder genauso schnell verschwinden. So wog die Aufgabe von Georg Steinberger schwer, der als Key-Note-Speaker des Autoflotte Fuhrparktags den Part des Trendforschers übernahm. Dem Leiter des Future Urbanity Projekts blieb vor allem die Rolle des Mahners, mit den begrenzten Ressourcen achtsamer und nachhaltiger umzugehen, sonst werden aus einzelnen Krisen ein unwirtlicher Dauerzustand, den niemand möchte, so das Credo am 3. Mai im hessischen Gründau.

Einen stressigen Umgang erleben wohl einige Fuhrparkleiter regelmäßig, wenn sie mit den Wünschen einzelner Dienstwagenberechtigter konfrontiert werden. In Zeiten, die viele Firmen nutzen, um ihre Car Policy auf neue Füße zu stellen, kein seltenes Phänomen. Dass die Flottenverantwortlichen hier aber grundsätzlich einen guten Job tun, belegte Konrad Weßner in einer aktuellen Studie, die im Auftrag von Autoflotte diesem Binnenverhältnis zwischen dem Dienstwagenfahrer und dem Fuhrparkverantwortlichen nachfühlen sollte. Eine der Kernthesen der von der Puls Marktforschung erhobenen Studie unter 225 Dienstwagenberechtigten und 200 Fuhrparkleitern ist demnach, dass die überwiegende Zahl der dienstwagenberechtigten Mitarbeiter das Gefühl haben, beim Ausgestalten und dem Leben der Car Policy gehört zu werden. Einen detaillierten Einblick in die Umfrage, in der erstmalig beide Lager unabhängig voneinander befragt wurden, um die unterschiedlichen Sichtweisen auf den jeweils anderen herauszubekommen, lesen Sie übrigens in der Autoflotte 8/9, die zudem die Erwartungen beider Lager zu den Themen Elektromobilität, Corporate Carsharing und Auto-Abo übereinandergelegt.

Neue Autos, neue Finanzierung

Als deckungsgleich erweist sich dabei die Liebe zum E-Auto, wenn auch aus unterschiedlichen Hauptgründen - CO2- oder Steuerersparnis. Und so blickten die anwesenden mehr als 80 Teilnehmer nicht nur erwartungsfroh in den ausgestellten Aiways U5, sondern folgten auch den Ausführungen von Alexander Klose, der spannenden Story über den chinesischen Autohersteller auf seinem Weg direkt nach Deutschland. Zentrale Partner sind dabei die Elektromarkt-Kette Euronics (Vertrieb) sowie das A.T.U-Werkstattnetz, erklärte der Executive Vice President. Wer sich jetzt das E-SUV nicht selber least, kann es auch im Auto-Abo ausprobieren. Das funktioniert unter anderem bei FINN. Das Münchner Start-up promotet nicht nur die Nachhaltigkeit der geteilten E-Mobilität, sondern versucht die Einstiegshürden gering und das Servicelevel hoch zu halten, wie Barbara Schmoll berichtete. Speziell für Firmen dürfte dabei das bekannte, aber bislang nur recht selten angewandte Modell der Brutto-Gehaltsumwandlung interessant sein, denn gerade mit E-Modellen finden sich die finanziellen Ersparnisse auf beiden Seiten.

Vom Preisschock an den Zapfsäulen profitieren die surrenden Mobilhalter nur noch bedingt, da auch die geladenen Kilowattstunden deutlich teurer werden. Warum das so ist, verriet Peter Siegert. Der umtriebige E-Mobility-Experte zeichnete zudem die Expansion des Stromanbieters und Ladenetzbetreibers EnBW nach. Wie man aktuell mit den reinen E-Modellen recht simpel durch die THG-Quote das eigene Investitionsbudget erhöhen kann, verriet Marc Trölitzsch von Mer Solutions. Noch interessanter mit Blick auf die Strom-Vergütung und die Energie-Autarkie eines Unternehmens ist das Thema Vehicle-to-Grid. Also das Zurückspeisen der im Akku des E-Autos vorhandenen Energie ins Stromnetz. Warum dies noch Zukunftsmusik ist und welche Anforderungen an die Akkus im Stromer heute schon gestellt werden, veranschaulichte Rüdiger Heim vom Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit aus Darmstadt.

Gutes Timing fürs Teilen

Dem Corporate Carsharing widmet sich unter anderem die Mainova. Mit Johannes Schießl erklärte der Leiter des Business Development eMobility, wie die Hessen ihre Sharing-Lösung namens "Hop-On" auf die Straßen brachten. Als Veteran des Teilens könnte man Tim Ruhoff bezeichnen. Der Fleetster-Geschäftsführer ließ nicht nur die Trends der vergangenen Dekade beim Weiterentwickeln des mobilen Teilens anhand persönlicher Erlebnisse wieder aufleben, sondern verriet noch seine Tipps für die erfolgreiche, stressfreie und anwenderfreundliche Sharing-Lösung. Dass das Teilen mittlerweile auch für die betriebliche Mobilität denkbar ist, liegt zum guten Teil auch in der Pandemie der vergangenen zwei Jahre begründet. Die Arbeits-Flure bleiben leer, die Dienstwagen stehen länger. Was dieser Mentalitätswandel für einen Fuhrparkmanager bedeutet, der nicht mehr verwalten darf, sondern gestalten muss, darüber brachte Jan-Henrik Lange, Fleet Management & New Business Consulting bei Car Professional Management, die Anwesenden zum Nachdenken.

Kein Neuland, sondern eher ein neues Label für eine bekannte Finanzierungsform ist das Auto-Abo, was bislang unter Langzeitmiete lief. Welche Erwartungen an diesen Begriff Fuhrparkleiter und Autofahrer stellen, hat Dataforce im Auftrag des Verbands markenunabhängiger Mobilitäts- und Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) ermittelt. Das Resümee von Vinzenz Pflanz, VMF-Vorstand und President Corporate Sales bei Sixt, gab den Gesprächsstoff für die Diskussion nach der kurzen Präsentation der Umfrageergebnisse - ergänzt um ein paar Insights aus der Sixt-Welt. Es stellen sich also nicht immer allein durch neue Bezeichnungen auch neue Fragen. Das kann auch Inka Pichler bestätigen. Die Rechtsexpertin der Autoflotte klärte abschließend rechtliche Grauzonen beim Auto-Abo und dem Nutzen von Corporate Carsharing im Unternehmen. Dabei fielen natürlich die Klassiker wie "UVV", "Halterhaftung" oder "geldwerter Vorteil". Hier hätte es der Zukunftsforscher also leicht, wenn er just behaupten würde: Nicht jeder neue Trend bringt zwingend neue Herausforderungen mit sich. Oft bleiben die bekannten und werden nur punktuell durch neue ergänzt.

Dank an die Sponsoren des Autoflotte Fuhrparktags in Gründau

Ohne unsere Sponsoren hätten wir den Fuhrparktag in Gründau nicht abhalten können. Von daher sagt das gesamte Team der Autoflotte ganz herzlichen Dank für die Unterstützung und dankt alle Teilnehmern für ihr Kommen.

Zwei weitere Events für Fuhrparkleiter

Für Sie als Fuhrparkleiter haben wir zwei weitere Events zusammengestellt, um mit Ihnen zusammen die Elektromobilität erfahrbar zu machen und Ihnen die Welt der Wallboxen, Ladekarten und der neuen Dienstwagen-Alternativen näherzubringen.Am 9. Juni laden wir zum Autoflotte Sommerfest nach Frankfurt ein. Dort wird Konrad Weßner im zweiten Teil der Puls-Umfrage die Einschätzung von 225 Dienstwagenfahrern und 200 Fuhrparkleitern zu Anbietern von Auto-Abos, von E-Mobilitäts-Lösungen sowie von Corporate Carsharing präsentieren. Außerdem dient der Abend in der Frankfurter Botschaft dem Netzwerken. Interessierte Fuhrparkleiter melden sich per E-Mail an michael.blumenstein@springernature.com oder rocco.swantusch@springernature.comDie Frage: Welcher Antrieb ist der passende? Können Sie für Ihre Flotte beim eintägigen Autoflotte Fuhrparktag im Energiepark in Hirschaid bei Bamberg klären. Zusammen mit Cupra und zahlreichen Experten, wie dem TV-Moderator und Wetter-Fachmann Thomas Ranft, geben wir Ihnen dazu Impulse, die sie anschließend bei der Testfahrt mit dem vollelektrischen Cupra Born oder dem Cupra Formentor TDI praktisch überprüfen können. Wer am 6. oder 7. Juli dabei sein möchte, meldet sich auf der Website www.autoflotte.de/antrieb an.

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Autoflotte ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift für den Flottenmarkt im deutschsprachigen Raum. Zielgruppe in diesem wachsenden Markt sind die Fuhrpark-Entscheider in Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen mit mehr als zehn PKW/Kombi und/oder Transportern. Vorstände, Geschäftsführer, Führungskräfte und weitere Entscheider greifen auf Autoflotte zurück, um Kostensenkungspotenziale auszumachen, intelligente Problemlösungen kennen zu lernen und sich über technische und nichttechnische Innovationen zu informieren.