Seit 2017 arbeiten HLA Fleet Services und Traxall in Deutschland zusammen. Wie kam es zu der Kooperation?
Matthias Rotzek: Wie Sie wissen, legte HLA Fleet Services in der Vergangenheit immer Wert darauf, unabhängig zu agieren - von Herstellern, Leasinganbietern und allen anderen Flottendienstleistern. Das ist uns seit 2013, als wir die Marke HLA Fleet Services ins Leben gerufen haben, auch mit großem Erfolg gelungen. Allerdings: Weil wir in der Vergangenheit einen sehr starken Fokus auf den deutschen Markt hatten, konnten wir Kunden mit internationalen Flotten nicht immer das anbieten, was sie gebraucht haben. Das ist der Grund, weshalb wir nun mit Traxall International zusammenarbeiten: Denn Traxall eröffnet uns mit seinem internationalen Netzwerk und internationalen Erfahrungen ganz neue Perspektiven. Wir sind nun in der Lage, auch Anfragen international agierender Kunden positiv zu beantworten und entsprechende Leistungen zu erbringen. Dass Traxall International dabei genauso viel Wert auf Unabhängigkeit legt wie wir, passt natürlich umso besser.
Welche Vorteile bringt die Kooperation nun für Traxall International mit, Herr Jackson?
Ross Jackson: Wie Matthias Rotzek bereits sagte: Traxall ist sehr international aufgestellt. Wir sind quer durch Europa bestens vernetzt und sehr gut aufgestellt. Was uns aber immer fehlte, war der Zugang zum deutschen Markt. Nun ist es aber so, dass der deutsche Markt ein sehr anspruchsvoller Markt ist. Das heißt, wir waren auf der Suche nach einem lokalen Partner, der die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden dort sehr gut kennt. Und in HLA Fleet Services haben wir den richtigen Partner mit einer exzellenten Branchenexpertise gefunden.
Wie weit geht die Kooperation?
M. Rotzek: Die Kooperation umfasst derzeit zwei wesentliche Punkte. Erstens tritt HLA Fleet Services seit diesem Jahr unter der Marke Traxall Germany auf. Damit unterstreichen wir den zweiten, den wesentlichen Punkt der Kooperation: nämlich den Zugriff auf das Partner-Netzwerk von Traxall International und damit eben die Möglichkeit, auch international zu agieren. Auch eine Kapitalverflechtung ist in Zukunft nicht ausgeschlossen. Vor allem ist es für uns genauso wie für Traxall International wichtig, in den interessanten Märkten auf eine Organisation zurückgreifen zu können, die die Gegebenheiten der jeweiligen Länder und Kunden aus dem Effeff kennt.
Das heißt, jeder Markt ist weiterhin selbst verantwortlich für sein Geschäft?
M. Rotzek: Absolut. Wir und kein anderer sind verantwortlich für unsere regionalen Aktivitäten. Aber weil wir eben einen direkten Zugriff auf die anderen Märkte haben, können wir diese Verantwortung für unsere Kunden noch stärker wahrnehmen, weil wir sie nun ganzheitlich auch mit internationalen Angeboten betreuen können. In diesem Sinne ist unsere Zusammenarbeit auch mehr als eine lockere Kooperation.
Gibt es über den Marktfokus hinaus weitere Unterschiede zwischen Traxall International und HLA Fleet Services? Zum Beispiel beim Serviceportfolio?
M. Rotzek: Nein, unsere Angebotsportfolios sind annähernd deckungsgleich, natürlich angepasst an die Erfordernisse der einzelnen Märkte.
R. Jackson: Das sehe ich genauso. Das ist aber gleichzeitig auch unser bedeutender Wettbewerbsvorteil: Wir verstehen die Wünsche der einzelnen, regional verschiedenen Kunden. Und in der Anpassung unseres branchenrelevanten Angebots an die regionalen Gegebenheiten liegt aus meiner Sicht einer der wichtigsten Gründe für unsere hohe Kundenzufriedenheit.
Wie haben Ihre Bestandskunden auf die Kooperation reagiert, Herr Rotzek?
M. Rotzek: Sehr positiv. Denn unsere international agierenden Kunden waren ja schon im Vorfeld auf der Suche nach entsprechenden Lösungen. Und die können wir jetzt anbieten. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns von Kunden, die ausschließlich in Deutschland aktiv sind, abwenden. Denn wir haben über das Netzwerk von Traxall International zwar die Möglichkeit, internationale Lösungen anzubieten, der Fokus von Traxall Germany liegt aber weiter auf Fuhrparks in Deutschland.
Und was bedeutet die Kooperation für die künftige Entwicklung Ihres Serviceportfolios?
M. Rotzek: Unser Austausch hat natürlich Auswirkungen auf unsere Produktentwicklung. Auch wenn wir derzeit noch keine konkreten Neuigkeiten vermelden können, der große Vorteil ist, dass wir neue Produkte immer auch von Partnergesellschaften übernehmen können. Digitale Produkte stehen dabei in nächster Zeit natürlich vornan.
Welche Rolle spielt das Thema Telematik in diesem Zusammenhang?
M. Rotzek: Aus meiner Sicht kann die Telematik künftig auch in Deutschland einen wichtigen Beitrag zum digitalen Fuhrparkmanagement leisten. Allerdings stoßen Telematikangebote heute noch auf eine kritische Kundschaft, vor allem mit Blick auf Datenschutz und -sicherheit. Aber ich glaube, die Vorteile der Telematik werden in Zukunft auch ihre Kritiker überzeugen: nämlich, dass wir unsere Daten direkt aus der Quelle, und zwar aus dem Fahrzeug, bekommen und so das Flottenmanagement noch präziser und transparenter gestalten können.
R. Jackson: Ich stimme Matthias Rotzek da vollkommen zu. Deutsche Kunden sind heute vielleicht noch besonders kritisch, aber ich denke, das wird sich ändern. Zumal Telematik in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien bereits Akzeptanz findet. Deshalb sehe ich mittelfristig auch in Deutschland starkes Potenzial.
2015 präsentierte HLA Fleet Services sein Modell der garantierten Einsparungen. Hat dieses Modell Bestand?
M. Rotzek: Ja. Es ist nicht immer einfach, die Rahmenbedingungen für dieses Modell zu definieren. Aber unser Angebot bringt für unsere Kunden sehr positive Ergebnisse mit. Von daher werden wir es auf jeden Fall fortsetzen.
Herr Rotzek, Herr Jackson, herzlichen Dank für das Gespräch.
Interview: Christian Frederik Merten
Traxall
Traxall International mit Hauptsitz in Newcastle, Großbritannien, wurde 2016 gegründet und ist in zehn europäischen und fünf südamerikanischen Märkten sowie in Marokko aktiv. 230 Angestellte verwalten rund 170.000 Fahrzeuge von 280 Kunden. In Deutschland tritt HLA Fleet Services seit diesem Jahr unter der Marke Traxall Germany auf. Hier managen 23 Mitarbeiter mehr als 12.000 Fahrzeuge von über 30 Kunden.