Seit den Hartz-Gesetzen gab es keinen so starken Eingriff in den Arbeitsmarkt mehr wie mit dem Mindestlohn. Fast alle Branchen sind ab dem 1. Januar davon betroffen. Ab der Jahreswende darf so gut wie kein Arbeitnehmer weniger als 8,50 Euro pro Stunde verdienen. Die Unterschiede sind allerdings deutlich und die Auswirkungen werden bei Dienstleistungen und im gewerblichen Bereich wesentlich drastischer ausfallen als beispielsweise in der Industrie. Das gilt auch für wirtschaftlich unterschiedlich starke Regionen.
Auch Autohandel und Werkstätten rechnen mit Konsequenzen. Rund ein Viertel der befragten Autohäuser geben im aktuellen Onlinepanel unserer Schwesterzeitschrift Autohaus im November an, dass der eigene Betrieb von dieser Regelung betroffen ist und sich das neue Gesetz bei fünf Prozent der Mitarbeiter auswirken wird. Der größte Teil der Belegschaft verdient also bereits mehr als 8,50 Euro die Stunde. Von einem dadurch verursachten Stellenabbau sprechen immerhin noch sieben Prozent.
Ein Viertel der befragten Betriebe, die davon betroffen sind, rechnen mit einem Anstieg der Lohnkosten. Nur 17 Prozent haben jedoch Vorkehrungen betroffen, elf Prozent planen dies noch zu tun. Von der Annahme, dass sich dadurch die Wettbewerbssituation zwischen freien Betriebe und dem Markenhandel verändert, gehen 36 Prozent aus, 38 Prozent erwarten keine Verschiebung im Wettbewerb. (Ralph M. Meunzel)