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Christian Voss, Cupra

Deutschland ist der größte Markt

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Christian Voß ist seit mehr als sieben Jahren Flottenchef bei Seat Deutschland. Cupra kam vor drei Jahren hinzu.
© Seat

Bei Seat läuft es. Doch auch die sportliche Schwestermarke Cupra hat bereits 25 Modellvarianten, die gerade für entscheidungsfreudige Fuhrparks spannend sind. Wir sprachen mit Flottenchef Christian Voß.

Cupra wurde 2018 als sportliche Lifestyle-Submarke von Seat gegründet. Wie hat sich die Marke entwickelt?

Christian Voß: Cupra hat alle unsere Erwartungen deutlich übertroffen. Wir waren uns sicher, dass zwischen dem Massen- und dem Premiumsegment noch eine Käufergruppe ist, die Lust auf etwas völlig Neues hat und das auch zeigen will. Diese Zielgruppe ist, das lässt sich nach gut drei Jahren sagen, größer als zunächst angenommen. Derzeit ist Cupra die am stärksten wachsende Marke und fand in den ersten drei Jahren weltweit rund 65.000 Käufer, wobei Deutschland derzeit den größten Markt darstellt - auch im Flottengeschäft.

Einen "echten" Cupra gibt es erst seit knapp einem Jahr mit dem Formentor. Wie kommt der an?

C. Voß: Es ist richtig, dass es anfangs kein völlig eigenständiges Modell gab. Jedoch trugen bereits die ersten Modelle, also Cupra Ateca und Cupra Leon, die DNA der Marke in sich. Mit dem Crossover SUV Cupra Formentor, der seit Herbst 2020 ausgeliefert wird, ist nunmehr das erste eigenständige Modell auf dem Markt, das unsere Erwartungen ebenfalls deutlich übertrifft.

Im vergangenen Jahr wurden knapp 5.000 Cupra -Fahrzeuge von Gewerbekunden bestellt, und für dieses Jahr rechnen wir mindestens mit einer Verdoppelung dieses Wertes. Die Marke ist auf dem besten Wege, das - gerade in Anbetracht der Zeit - ehrgeizige Ziel von einem Prozent Marktanteil in Deutschland zu erreichen. Der vollelektrische Cupra Born wird dabei sicher auch seinen Beitrag leisten.

Was zeichnet den Formentor aus?

C. Voß: Er ist nicht weniger als die Stilikone der Marke ihr aktuelles Aushängeschild. Und derzeit auch das meistverkaufte Modell. Sein Design spiegelt wie kein anderes Modell die Werte der Marke so selbstbewusst wider: Er ist einzigartig im Aussehen, bietet eine breite Palette zeitgemäßer und effizienter Antriebe und vielfältige Individualisierungsmöglichkeiten, lässt sich auf Wunsch äußerst dynamisch bewegen - und macht bei alldem keine Abstriche bei der Alltagstauglichkeit. Das hat er dem intelligenten Konzept zu verdanken, das die Vorzüge eines SUV mit der Kompaktheit eines Coupés vereint. Wir sind optimistisch, dass dem Modell im Flottengeschäft künftig eine wichtige Rolle zukommen wird.

Sie sprachen gerade den Cupra Born an, was macht den Wagen besonders?

C. Voß: Dem elektrischen Antrieb gehört mittelfristig die Zukunft, das zeigen die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Zulassungszahlen. Mit dem Cupra Born werden wir unter Beweis stellen, dass elektrische Fahrzeuge dynamisch und dabei gleichzeitig effizient und mit einer voll alltagstauglichen Reichweite unterwegs sein können. In Zahlen bedeutet das: Er wird je nach Ausführung bis zu 540 Kilometer weit kommen und mit einer maximalen Leistung von 230 PS sportwagenähnliche Fahrleistungen ermöglichen. Das alles steckt unter einem Cupra-typischen Äußeren, das Einzigartigkeit, Dynamik und Praktikabilität gleichermaßen verkörpert sowie eine möglichst nachhaltige und ökologische Mobilität unterstützt.

Wie passen die Cupra-Modelle in die Fuhrparks? Zielgruppe sind sicherlich die User Chooser und kleinere Flotten.

C. Voß: Diese Frage haben wir uns eingangs auch gestellt, aber schnell eine Antwort gefunden. Die Marke nimmt insbesondere durch den neuen Formentor eine wichtige Rolle bei unseren Flotten-Kunden ein. Durch die vielfältige Antriebspalette erfüllt er in ganz besonderem Maße die Vorgaben von Fuhrparkmanagern und User Choosern gleichermaßen. Zudem kommt mit dem Cupra Born ein rein elektrischer Antrieb ins Programm. Diese Vielfalt mit insgesamt 25 Antriebsvarianten erweitert unsere Flottenlösungen immens.

Ist damit die Abtrennung klar: Cupra für User Chooser, Seat für die klassischen Firmenwagenfahrer?

C. Voß: Nein, genau das wäre zu einfach gedacht. Der Cupra Formentor ist dank Diesel-Variante sogar für Funktionsflotten eine Alternative. Der Cupra Born erfüllt sehr viele Anforderungen der Gewerbekunden an ein vollelektrisches Fahrzeug. Auch hier habe ich nicht nur User Chooser im Fokus, wenngleich die staatliche Förderung oder die Steuervergünstigungen von Phev und Bev diese Fahrzeuge insbesondere für diese Gruppe interessant macht. Mit Seat bieten wir unseren Kunden von Erdgas über Diesel bis zum Plug-in-Hybrid-Modell 57 verschiedene Antriebsvarianten. Damit bleibt Seat weiterhin unser Fundament, mit dem wir in den vergangenen Jahren im Flottenmarkt überproportional wachsen konnten. Das möchten wir auch gerne so fortsetzen. Wir bieten mit Cupra eine zusätzliche Alternative und wollen genau die Kunden erobern, denen wir mit Seat alleine bisher noch keine passende Flottenlösung anbieten konnten.

Was ja gerade mit dem Formentor VZ5 mit seinem 390-PS-Fünfzylinder-Turbo gelingen könnte Aber: Ist so ein Motor noch zeitgemäß?

C. Voß: Die Marke Cupra ist insgesamt äußerst zeitgemäß, das stellt sie mit dem effizienten TDI und Plug-in-Hybrid-Antrieben oder dem vollelektrischen Cupra Born unter Beweis. Der Cupra Formentor VZ5 ist eine limitierte Auflage für die größten Enthusiasten der Marke. Wir finden: Von einer Fahrzeugmarke muss bei aller Rechnerei auch weiterhin eine Faszination ausgehen dürfen. Im Falle von Cupra ist das ein überlegenes Fahrerlebnis. Insofern ist dieser Antrieb eher zeitlos als aus der Zeit gefallen. Am Ende entscheidet sowieso der Kunde.

Auf der anderen Seite bietet Cupra einen nur 150 PS starken TDI an. Ist das für Formentor-Kunden eventuell zu wenig?

C. Voß: Das glauben wir nicht, denn bei aller Emotionalität müssen auch Cupra-Kunden am Ende eine Entscheidung treffen, die rationalen Gesichtspunkten unterliegt. Wir möchten für alle, die sich für die Marke begeistern, eine passende Motorisierung im Programm haben. Die erwähnte Leistungsstufe spricht insbesondere den Vielfahrer an, dem eine ressourcen- und kostenschonende Fortbewegung wichtiger ist als höchstmögliche Performance und der dennoch nicht auf das Cupra-Feeling verzichten muss.

Es geht also auch bei Cupra nicht mehr nur um Motorleistung und Performance?

C. Voß: Schon längst nicht mehr. Ja, ein Kernwert ist das überlegene Fahrerlebnis. Das sagt ja schon der Name, eine Abkürzung für "Cup Racing". Doch wie alles andere auch entwickelt sich eine noch junge Marke ebenfalls weiter und passt sich den Gegebenheiten an. Aktuell ist das die Transformation des Marktes hin zu elektrischer Mobilität. Dieser Veränderungsprozess geschieht allerdings immer ausgerichtet an der DNA der Marke, denn nur so bleibt sie authentisch und glaubwürdig. Sie steht für moderne Technik, individuelles Design und zeitgenössische Performance, die sich nicht in nackten Zahlen manifestiert.

Wie sieht aktuell die Verteilung der Motoren beim Cupra Formentor aus?

C. Voß: Derzeit liegen der 245-PS-Plug-in-Hybrid und der 310 PS starke 2.0-Liter-TSI Kopf an Kopf und machen gemeinsam rund 80 Prozent der Bestellungen aus. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass etwa der Diesel noch nicht so lange am Markt ist. Insofern wird da noch Bewegung reinkommen - wir rechnen mit einer Glättung dieser Verhältnisse.

Macht es für einen Fuhrpark einen operativen Unterschied, ob er einen Seat oder einen Cupra in der Flotte hat, beim Thema Einkauf & Remarketing?

C. Voß: Wie erwähnt bildet Seat unser Fundament des Flottengeschäfts, Cupra gibt uns zusätzliche Alternativen. Unsere Key- Accounter und Flotten-Spezialisten analysieren die jeweiligen Fuhrparkanforderungen und bieten kundenspezifische Lösungen. Das kann ein Mix aus beiden Marken sein, aber auch nur Seat oder Cupra.

Gibt es bei Cupra spezielle Flottenpakete oder Sonder-Leasing für Fuhrparks?

C. Voß: In erster Linie bieten wir interessante Leasing-Angebote über die Seat Bank und auf unsere ohnehin attraktiv kalkulierten Preise gewähren wir zusätzliche Mengen- und weitere Nachlässe gemäß den bekannten Bedingungen für Großkunden.

Herzlichen Dank, Herr Voß, für das Interview.

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