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Ausgabe 12/2017

Kein Allrad, aber viel Komfort

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© AUTOFLOTTE

Seat bringt mit dem Arona als Erster im VW-Konzern ein Klein-SUV - ohne Allradantrieb, dafür aber so komfortabel wie ein Großer. Rätselhaft bleibt die Aufpreispolitik und vorerst noch die Motorenpalette.

_ Seat ist wieder einmal Vorreiter im Volkswagen-Konzern: Der Spanier jüngster Spross, ein nur 4,14 Meter langes SUV mit Ibiza-Genen, nimmt vorweg, was später auch VW (als T-Cross auf Polo-Basis) und Skoda bringen werden. Die meisten Konkurrenten wie Renault Captur, Opel Crossland X oder Citroën C3 Aircross eint, dass sie auf Gedeih und Verderb dem Grip der Vorderräder ausgeliefert sind - Allrad ist keine Option.

Auch im Seat, der mit seinem auffälligen Unterfahrschutz und robusten Plasteplanken auf dicke Gelände-Hose macht, sucht man den Allradantrieb vergebens. In Sachen Fahrwerk orientiert sich der Spanier dagegen an den richtigen SUV, gleitet sanft über Unebenheiten hinweg und bügelt all das aus, was das Straßenbauamt vergessen hat. Das wirkt so stimmig, dass auch die nicht gerade überempfindlich reagierende Lenkung, die eher (sehr) langen Schaltwege und selbst die doch merkliche Seitenneigung in der Kurve den Gesamteindruck nicht trüben.

Nicht ganz praktisch

Schade nur, dass Seat im Innenraum von einer der Haupttugenden des SUV-Segments abgewichen ist: Praktikabilität. Die Rückbank ist nicht verschiebbar, die Lehne nicht in der Neigung verstellbar, eine Durchreiche vom Kofferraum gibt es nicht und eine Mittelarmlehne, Lüftungsdüsen oder USB-Anschlüsse sucht man im Fond ebenfalls vergebens. Das ist umso erstaunlicher, als schon der Ibiza einiges davon in die Waagschale wirft. Ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar: die Aufpreisliste. Voll-LED-Scheinwerfer gibt es für den Arona (504 Euro), und anders als der Ibiza bietet er sogar einen Parklenkassistenten (ab 462 Euro). Fernlichtautomatik und Spurhalteassistent haben die Produktmanager dagegen aus dem Arona-Programm gestrichen.

Recht übersichtlich ist aktuell das Motorenangebot: Der Arona ist mit zwei Benzinern zu haben, beides Ein-Liter-Dreizylinder mit wahlweise 95 oder 115 PS. Eigentlich hätte Seat sogar die 95-PS-Version weglassen können. Sie macht lediglich einen niedrigen Einstiegspreises möglich, namentlich 13.437 Euro. So viel kostet der Arona aber nur in der spärlichen und kaum erweiterbaren Basis-Ausstattung. Bringt man den Seat auf das Standard-Niveau des stärkeren Motors ("Style" inklusive Klimaanlage, Leichtmetallrädern, Audiosystem und vielen optionalen Extras), dann liegt der Unterschied bei nur noch 670 Euro - und einem Gang, denn der Schwächere kommt nur mit fünf Getriebeabstufungen. Allerdings reden wir jetzt schon von rund 16.150 Euro. 2018 baut Seat das Aggregate-Angebot aus. Zwei Diesel mit denselben Leistungsstufen stehen in den Startlöchern (95 PS, in der Basisversion ab 15.899 Euro), dazu eine Erdgasvariante und auch Volkswagens neue Allzweck-Waffe, der 150 PS starke 1,5-Liter-TSI, werden nachgereicht.

Stimmig

Wer schon jetzt zuschlägt, macht aber keinen Fehler. Die 115-PS-Version passt wie angegossen zum Arona. Er ist gut gedämmt und der Verbrauch von durchschnittlich fünf Litern geht in Ordnung. Bei der stärkeren Version kann man auf ein Siebengang-DSG (1.261 Euro) zurückgreifen, das hervorragend zum gemütlichen Charakter des Aronas passt.

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