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Ausgabe 04/2017

Nachzügler mit Potenzial

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© AUTOFLOTTE

Besser spät als nie: Mit dem Ateca startet Seat im Markt der kompakten SUV durch. Zu Recht, denn das Konzept des in Tschechien gebauten Spaniers stimmt.

_ Lang hat es gedauert, bevor Seat Mitte letzten Jahres sein erstes SUV in die Verkaufsräume entließ. Jahrelang machten zahlreiche Studien der Spanier Lust auf mehr, aber erstmal passierte - nichts. Nun aber kurvt der Ateca seit etwas mehr als einem halben Jahr durchs Land, womit das Segment der Kompakt-SUVs um ein mehr als konkurrenzfähiges neues Mitglied reicher ist.

Das Testauto

Unser Test-Ateca fuhr in der absoluten Spitzenausstattung vor. Über dem Ateca 190 PS starken 2.0 TDI 4Drive Xcellence mit Siebengang-Doppelkupplung steht rein gar nichts mehr in der Preisliste. Für 30.252 Euro sind dann neben Multifunktionslenkrad, Klimaautomatik, Tempomat, Infotainment (Touch Colour) und Einparkhilfe hinten, die serienmäßig schon in der mittleren Variante Style mitfahren, unter anderem aber auch 18-Zoll-Leichtmetallräder, Licht- und Regensensor, das große Infotainmentsystem namens Plus mit Acht-Zoll-Touchscreen, Rückfahrkamera und Voll-LED-Scheinwerfer an Bord. Als Optionen verbaute Seat in unserem Testwagen unter anderem die Topviewkamera mit Rückfahrkamera (471 Euro), einen Parkassistenten (445 Euro) und das Fahrerassistenzpaket V mit Stau-, Notfall-, Fernlicht-, Spurhalte-, Totwinkel- und Ausparkassistent sowie Verkehrszeichenerkennung und adaptivem Tempomat (811 Euro). Ein weiteres Extra: Das Top-Navi für 1.160 Euro.

Karosserie

Der Ateca trägt das typische Familiengesicht, am Heck zeigen sich jedoch Ähnlichkeiten zum größeren Konzernbruder Skoda Kodiaq. Mit knapp 4,36 Metern Länge ist er ein typisches Kompakt-SUV, für seine 1,84 Meter Breite wirkt er innen zumindest optisch schmal. Das bedeutet aber nicht, dass es beengt zugeht im Spanier. Vorn wie hinten lässt es sich bequem reisen. Und trotz der ansteigenden Fensterlinie im Bereich der C-Säule, die die Sicht nach hinten rechts natürlich einschränkt, zeigt sich der in Tschechien gebaute Seat sehr übersichtlich.

Interieur

Der jüngste Seat verleugnet seine Wurzeln auch im Innenraum nicht. Wer es sich im Ateca bequem macht, den empfängt typisches Volkswagen-Konzernambiente. Modern gestaltet, aber eben sofort erkennbar. Das mag der ein oder andere als langweilig empfinden, letztlich bedeutet es aber überdurchschnittliche Ergonomie. An der Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu meckern, was die verwendeten Materialien und die Haptik angeht, differenziert der Volkswagen-Konzern aber verstärkt zwischen den Marken. In vergleichbaren VW-Modellen wirken die Kunststoffe einen Tick hochwertiger.

Antrieb

Dass man mit 190 Diesel-PS gut unterwegs ist, steht außer Frage. Da lässt der Ateca bei Bedarf auch den einen oder anderen Premium-Boliden hinter sich. Die Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h haben wir bei winterlichen Straßenverhältnissen jedoch auch auf der Autobahn nicht ausgereizt. Unser Testverbrauch lag bei 9,4 Litern. Ein Grund dafür neben den teils zweistelligen Minusgraden: Wir waren neben den Autobahnfahrten hauptsächlich in der Stadt unterwegs. Aufgrund der dort üblichen Anfahr- und Bremsvorgänge kam ein Manko des gut abgestimmten Getriebes zum Vorschein: Während es bei höheren Geschwindigkeiten kaum merklich schaltet, ruckelt es beim Anfahren und in niedrigeren Gängen teilweise spürbar - vor allem im Zusammenspiel mit der Start-Stopp-Automatik.

Fahrpraxis

Wer SUV mit Trägheit gleichsetzt, liegt beim Ateca falsch. Er überzeugt mit kleinem Wendekreis, direkter Lenkung und insgesamt leichtfüßigem Fahrverhalten. Das bedeutet aber vor allem in der Stadt bei kurzen Unebenheiten etwas stuckerigen Federungskomfort, der sich mit zunehmenden Geschwindigkeiten aber verbessert. Bei Autobahntempo dürfte sich der Ateca akustisch einen Tick zurücknehmen, aufdringlich laut ist er aber nicht. Einige Worte zu den Assistenten: Grundsätzlich funktionieren sie sehr gut, allerdings schlagen die Parksensoren manchmal deutlich zu früh an - zum Beispiel schon im Ampelstau, ohne dass Kollisionsgefahr droht -, und digitale Schilder existieren für die Verkehrszeichenerkennung praktisch nicht.

Autoflotte-Tipp

Der von uns getestete Top-Diesel ist ausschließlich mit der Spitzenausstattung Xcellence im Angebot. Unsere Empfehlung daher: Den mittleren Diesel mit 150 PS (Fahrbericht Autoflotte 7/2016) wählen, der als empfehlenswerte Style-Ausstattung ab 25.067 Euro - ausschließlich als Sechsgang-Handschalter - in der Preisliste steht. Dazu die mittlere Ausstattung Style mit folgenden Optionen: Metalliclack (500 Euro), Winterpaket (unter anderem Sitzheizung; 332 Euro), DAB-Radio (181 Euro), kleines Navi (706 Euro), Fahrerassistenzpaket V (811 Euro), Licht-und-Sicht-Paket (unter anderem mit Licht- und Regensensor; 176 Euro) sowie Rückfahrkamera (218 Euro). Wer möchte, gönnt sich dann noch Voll-LED-Scheinwerfer für 832 Euro.

Details

Stärken & Schwächen

Stärken- Gutes Platzangebot- Einfache Bedienung, sehr gute Ergonomie- Wendig in der StadtSchwächen- Teils ruckeliges Schaltverhalten- Unharmonische Start-Stopp-Automatik

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