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Ausgabe 09/2019

Vernetzungsprobleme

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© AUTOFLOTTE

Mit dem Mobility Observatory blickt Leasinggeber Arval in die europäischen Fuhrparks. Bei einem Thema laufen die deutschen Flotten immer noch deutlich dem europäischen Trend hinterher: beim Einsatz von Telematik.

Telematik bleibt in deutschen Pkw-Flotten ein Fremdwort - aber es tut sich etwas. Liest man das Mobility Observatory von Arval (siehe Autoflotte 8/2019, S. 22) genauer, dann zeigt sich eine kleine Steigerung in der Wahrnehmung der Fuhrparks. Arval unterscheidet in der europaweiten Umfrage zwischen kleinen (weniger als 10 Mitarbeiter), mittleren (bis 99 Mitarbeiter) und großen (bis 999 Mitarbeiter) Unternehmen sowie Konzernen (ab 1.000 Mitarbeiter). Von insgesamt mehr als 3.600 interviewten Fuhrparkverantwortlichen stammten 308 aus Deutschland.

Elf Prozent, also nur jeder neunte heimische Interviewpartner gab an, dass in der Mischflotte von Pkw und Transporter Telematikdaten erhoben werden. Zum Vergleich: Von den europäischen Fuhrparkbetreibern setzt jeder fünfte (21 Prozent) auf diese Datenerhebung - unter den Konzernen ist es sogar jeder dritte (32 Prozent). Das ist doppelt so viel, wie man beim Blick auf die deutschen Verhältnisse wiederfindet (16 Prozent).

Aber selbst dies ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahreswert. Hier waren es gerade einmal zehn Prozent der deutschen Konzerne und acht Prozent der hiesigen Fuhrparks insgesamt, die Telematikeinheiten verbaut hatten. Das Potenzial ist also weiterhin mehr als nur theoretisch vorhanden, was auch der Geotab-Manager Matt Stevens im Interview mit Autoflotte erklärt (siehe Seite 62).

GB, Tschechien und Türkei

Wenig überraschend liegen die Werte für Kleintransporter durchweg höher als für reine Pkw - im Schnitt sind es zwölf zu acht Prozent. Dass man damit auch international hinterherfährt, versteht sich fast von selbst. Mit mindestens 30 Prozent liegen Großbritannien (30 Prozent), Tschechien (33 Prozent) und etwas überraschend die Türkei (53 Prozent) an der Spitze.

Eine Ursache für den deutschen Dornröschenschlaf liegt vermutlich im Nutzen, den die Fuhrparkbetreiber im Einsatz sehen. Hier decken sich die Präferenzen kaum mit jenen der europäischen Nachbarn. Nach den zwei Hauptgründen für die Technik gefragt, landet im Ranking der deutschen Flottenleiter die Reduzierung der Fuhrparkkosten klar auf dem ersten Platz mit 47 Prozent. Unter dem Punkt TCO fällt sicherlich auch der Platz zwei - Fahrtstreckenoptimierung (35 Prozent). Die Fahrzeugortung (29 Prozent) komplettiert das Trio, bevor auf Rang vier die Verbesserung der Fahrsicherheit (24 Prozent) steht.

Das Orten geht in Europa leichter

Im europäischen Vergleich wird Telematik überwiegend mit Fahrzeugortung verbunden - 49 Prozent sehen hierin den Hauptgrund. Dann folgt erst ein Quartett aus reduzierten Fuhrparkkosten, verbesserter Fahrsicherheit, Fahrtstreckenoptimierung und das verbessern des Fahrverhaltens mit jeweils um die 30 Prozent an Nennungen.

Gerade der letzte Punkt, der wiederum unter den Punkt Verkehrssicherheit fällt, läuft in Deutschland fast ins Leere (12 Prozent). Wobei wiederum 18 Prozent der deutschen Fuhrparks Telematik als Hilfsmittel sehen, um die Fahrer zu "Akteuren des mobilen Wandels" zu machen. Was wiederum nur acht Prozent der Europäer der Technik zutrauen. Telematik bleibt also ein ambivalenter Begriff für deutsche Fuhrparkbetreiber, der unterschiedliche Chancen und Risiken bietet.

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