suchen
Elektromobilität

VW startet Batteriezellfertigung

1180px 664px
VW ist in die Batteriezellfertigung eingestiegen.
©

Nach langen internen Diskussionen stellt Volkswagen eine Produktion von Batteriezellen auf die Beine. Aus einer kleinen Pilotanlage könnte mittelfristig eine Großfertigung werden - der Wandel vom Verbrennungsmotor zur E-Mobilität ist ein Kraftakt für den Konzern.

Volkswagen hat mit der Produktion eigener Batteriezellen für Elektroautos begonnen. Am Montag eröffnete der Konzern im Werk Salzgitter eine Pilotfertigung für Kleinserien.

Zunächst sollen so weitere Erfahrungen gewonnen werden - das Projekt könnte aber auch die Basis für eine Zellherstellung im großen Rahmen sein. Bis zum Jahreswechsel 2023/24 werden in Salzgitter mehr als eine Milliarde Euro investiert. Dann soll auch eine mit dem schwedischen Partner Northvolt gebaute Zellfabrik in Betrieb gehen.

Mittelfristig sollen mehr als 1.000 Jobs in Salzgitter entstehen - 300 im jetzt eröffneten Entwicklungszentrum, weitere 700 im Gemeinschaftsunternehmen mit Northvolt. Die Zellfabrik wird ab dem kommenden Jahr errichtet, sie ist auf die Größenordnung von 16 Gigawattstunden (GWh) ausgelegt.

Vorerst entstehen Zellen für Prototypen

"Durch die Bündelung der Kompetenzen am Standort stellen wir sicher, dass wir die Weiterentwicklung der Batteriezellen als Schlüsselkomponente der Elektrifizierung selbst vorantreiben und schnell in die Serienfertigung überführen können", sagte VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer. In der ersten Stufe handele ich sich um eine reine Pilotanlage, deren Zellen für Prototypen bestimmt sind. Die Kapazität liege dabei zunächst unterhalb einer GWh, langfristig peile man konzernweit 150 GWh an. Eine eigene Zellfertigung war für die deutschen Autohersteller bisher zu teuer, sie kauften die Komponenten von Zulieferern vor allem aus Asien ein.

In Salzgitter erproben rund 300 Mitarbeiter neue Fertigungsverfahren für Lithium-Ionen-Akkus. Dafür steckt der Konzern zunächst 100 Millionen Euro in den Standort. Der Großteil der derzeit 8.000 Beschäftigten im Werk ist in der Produktion von Verbrennungsmotoren eingesetzt. Wie viele von ihnen "durch Hochfahren der Batteriezelle transformiert werden können", sei noch nicht klar, erklärte Sommer. "Wir werden uns bemühen." Ein Drittel der Mitarbeiter in der Pilotfertigung stamme heute bereits aus der eigenen Belegschaft.

Nach Angaben von Betriebsratschef Bernd Osterloh ist die eigene Produktion der Zellen schon wettbewerbsfähig. "Die Preise liegen teils unter dem Niveau des Marktes." Osterloh wies darauf hin, dass die Pilotfertigung konzernintern allerdings lange umstritten war: "Wir dürfen nicht vergessen, wer den Weg geebnet hat." Seit 2010 habe die Mitarbeitervertretung eine eigene Zellfabrik gefordert.

VW-Mitarbeiter müssen "mitgenommen werden"

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) sagte, der Start der Pilotlinie sei "ein wichtiges Signal für den weltgrößten Automobilhersteller". Er machte jedoch auch klar: Die Mitarbeiter von Volkswagen müssten "mitgenommen werden". Weil für die E-Mobilität insgesamt weniger Arbeitsvolumen nötig ist als für den Bau von Verbrennungsmotoren, dürften viele klassische Jobs in der Branche wegfallen, während in neuen Bereichen Stellen geschaffen werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte: "Mit der Entscheidung für Salzgitter wird der Grundstein gelegt für eine moderne Batteriezellproduktion in unserer Heimatregion."

In seiner Einheit für konzerninterne Zulieferungen wie Motoren, Getriebe oder Lenkungen hat VW inzwischen ein separates Geschäftsfeld für Batteriezellen aufgebaut. An dem Gemeinschaftsunternehmen für den geplanten Werksbau in Salzgitter halten die Wolfsburger und Northvolt je die Hälfte der Anteile. Volkswagen investiert 900 Millionen Euro in die Gemeinschaftsfirma sowie in Northvolt selbst. Auch eine Forschungsanlage für das Batterie-Recycling ist Teil der Kooperation. Sie soll 2020 die Arbeit aufnehmen. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Batterie:





Fotos & Videos zum Thema Batterie

img

Citroën-Studie 19_19

img

Ford Explorer (2020)

img

Kreisel-Electric


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2019 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Neues Wartungskonzept bei VW

Inspektionsintervall verdoppelt

VW schickt seine europäischen Kunden künftig deutlich seltener in die Werkstatt. Doch nicht nur die Häufigkeit, sondern auch der Umfang der Inspektion ändert sich.


img
Kurz gemeldet

Neu im Showroom

Jeep Renegade: Vernetzt ins neue Modelljahr +++ Sprachsteuerung für Mercedes V-Klasse +++ Seat Tarraco: Basisbenziner auch mit Automatik +++ Dacia Sandero Stepway...


img
Fahrdienstvermittler

Limousinen-Service "Uber Premium" gestartet

Mit dem Start des Dienstes "Uber Premium" können Nutzer vorerst in Berlin für Fahrten Limousinen der gehobenen Mittel- und Oberklasse bestellen. Der höhere Fahrpreis...


img
EuroNCAP-Crashtest

Sternenregen zum Jahresende

Gleich ein Dutzend neue und überarbeitete Pkw mussten sich dem letzten Crahstest des Jahres stellen. Die meisten glänzten – einen Ausfall gab es aber auch.


img
Studie

Bessere Umweltbilanz von E-Auto-Batterien

Die CO2-reiche Produktion von E-Auto-Batterien ist ein Zankapfel in der Diskussion um ein besseres Klima. Der Fertigungsprozess werde jedoch zunehmend umweltfreundlicher,...