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Kommunen werden Mobilitätsangebote in Europa dominieren

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Leihfahrräder und E-Scooter werden in den kommenden zwei bis fünf Jahren noch einen deutlichen Schub erhalten.
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Ridesharing, Ridehailing, Carsharing, autonomes Fahren: Die Mobilitätswelt ist im Wandel. Doch wo passt welches Konzept am besten? Und wie gehen die Städte damit um?

Anders als in anderen Weltregionen dürften nach Meinung von Experten in Europa bei der künftigen Mobilität vor allem die Städte die Zügel in der Hand halten. "In Europa gehen wir davon aus, dass die Kommunen eine sehr wichtige Rolle spielen", sagte Mobilitätsexperte Nikolaus Lang von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. "Nicht alle Städte sind natürlich Vorreiter", so der Fachmann. "Aber in Städten wie London und Helsinki können wir beobachten, wie Kommunen eine sehr aktive Rolle übernehmen in der Verzahnung von öffentlichem Nahverkehr, neuen Mobilitätsangeboten und dem privaten Pkw-Verkehr."

Das Weltwirtschaftsforum will in der kommenden Woche mit Politikern, Managern und Experten vor allem über das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz diskutieren. Erwartet werden unter anderem US-Präsident Donald Trump, Kanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

"In den USA wird das Thema Mobilität aus unserer Sicht doch deutlich von großen Branchenplayern geprägt sein, wie zum Beispiel von Uber und Lift oder von Waymo", sagte BCG-Experte Lang. Uber und Lyft sind die beiden dominierenden US-Ridehailing-Dienste, also Fahrtenvermittler, die mit selbstständigen Fahrern zusammenarbeiten.

Waymo ist eine Schwesterfirma des Internetriesen Google und will autonom fahrende Autos anbieten. Dabei gelten die Amerikaner technisch als führend. In China rechnet Lang dagegen mit einer staatlichen Dominanz inklusive der Digitalkonzerne Tencent und Alibaba. Ausländische Anbieter hätten hier kaum Chancen auf einen Marktzugang.

Das sogenannte autonome Fahren ist nach Meinung von Lang das nachhaltigste Mobilitätskonzept der Zukunft, noch vor Ridehailing und Carsharing. "Auf die Art und Weise können 90 Prozent der Unfälle, 50 Prozent der Parkplätze und zwei Drittel der Emissionen vermieden werden", sagte er. Einen Wermutstropfen sieht der Experte allerdings für die Anbieter: "Geld verdienen werden sie damit sicherlich die nächsten zehn Jahre nicht."

Autohersteller und Zulieferer hatten sich zuletzt schon skeptisch gezeigt, was schnelle Erfolgsaussichten angeht. BMW arbeitet in einigen Bereichen mit Daimler zusammen, in anderen mit Intel und Fiat Chrysler, um die Kosten für die Entwicklung der Technik zu teilen. Volkswagen hat sich mit Ford in dem Start-up Argo zusammengetan.

Mikromobilität wird wachsen

Die sogenannte Mikromobilität mit Leih- beziehungsweise E-Fahrrädern und E-Scootern werde in den kommenden zwei bis fünf Jahren ebenfalls noch einen deutlichen Schub erhalten, sagte Lang. Damit dürften auch diese Angebote zu einer wesentlichen Komponente des Verkehrs in den Städten heranwachsen.

In einer Studie prognostizieren die BCG-Berater, dass das Geschäft mit Elektro-Tretrollern auf längere Sicht allein in den USA und Europa einen jährlichen Umsatz von zwölf bis 15 Milliarden Dollar erreichen könnte, wenn vier bis fünf Millionen E-Scooter auf den Straßen sind. Dabei gehen die BCG-Experten davon aus, dass sich in jeder Region nur drei bis vier große Anbieter durchsetzen werden. Denn bei einem Marktanteil von weniger als 25 Prozent werde es schwer sein, die E-Scooter-Flotten profitabel zu betreiben. (dpa)

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