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Fahrbericht DS3 Crossback E-Tense

Höher, nicht weiter

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Mit dem DS3 Crossback E-Tense kommt die nächste Elektrovariante des PSA-Konzerns zu den Kunden. Die will besonders schick sein, bietet dafür aber an anderer Stelle weniger.

Von Elfriede Munsch/SP-X

Jetzt sind sie zu Dritt: Nach den elektrischen Modellen von Opel Corsa und Peugeot 208 steht nun auch der DS3 Crossback E-Tense in den Startlöchern und erweitert das Angebot der E-Autos des PSA-Konzerns. Der schickere, aber technisch weitgehend identische Bruder tritt Anfang März 2020 an. Er kostet mindestens 32.260 Euro (netto) und ist damit über 6.700 teurer als seine Verwandtschaft. Hier wie da kommt ein 100 kW / 136 PS E-Motor zum Einsatz, der aus einer 50 kWh-Batterie gespeist wird.

Der DS3 Crossback fährt auch in der elektrischen Variante als Stadt-Crossover vor, besetzt also das von vielen Kunden favorisierte SUV-Segment. Er nutzt die neue CMP-Plattform, auf der auch die Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben stehen. Der Franzose streckt sich auf eine Länge von 4,12 Metern und ist 1,53 Meter hoch, ist also rund sechs Zentimeter länger und zehn Zentimeter höher als Corsa und 208 bei identischem Radstand von 2,56 Metern. Das Plus an Zentimetern freut ein wenig die Nutzer des Fonds, hier gibt es etwas mehr Knieraum als im Corsa, allerdings konnten die Ingenieure keine Raumwunder generieren. Mitreisende, die länger als 1,80 Meter lang sind, stoßen auf dem Rücksitz schnell an die Grenzen. Der DS3 Crossback ist eben ein Kleinwagen. Immerhin fasst der Kofferraum 350 Liter, klappt man die Lehnen um – es entsteht eine kleine Stufe –, steigt der Wert auf 1.050 Liter.

Bei ersten Testfahrten im Hinterland von Paris konnte der kleine E-Flitzer zeigen, was er kann. Mit Drücken des Startknopfs erwacht das Fahrzeug zum Leben. Eine kleine Irritation gibt es zum Anfang: Die Vorserienmodelle haben noch ein kleines Softwareproblem, dass das Anzeigen der Restweitenangabe verhindert. Doch der Akku ist voll, theoretisch kann man bis zu 320 Kilometer weit fahren. Das sind übrigens zehn bzw. 20 Kilometer weniger als bei Corsa-e (330) und Peugeot 208-e (340). Die breitere und höhere Front sorgt für schlechtere Aerodynamikwerte beim DS-Modell. Auch der Durchschnittsverbrauch ist mit 17,8 kW/h höher als bei den Geschwistern, die auf 16,9 kW/h (Peugeot) und 17 kW/h (Corsa) kommen.

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Der 100 kW / 136 PS starke Elektromotor hat keine Mühen, den 1,6 Tonnen schweren Kleinwagen aus den Puschen zu bringen. Drehmoment (260 Nm) steht ausreichend zur Verfügung. Das Fahrzeug liegt dank der unter den Sitzen platzierten, rund 350 Kilogramm schweren Akkus-Packs satt auf der Straße. Allerdings ist das Fahrwerk eher weich abgestimmt, die Lenkung könnte direkter sein.

Drei Fahrmodi

Wer sich der Freude der direkten Gasannahme hingibt, wird allerdings schneller nachladen müssen als Fahrer, die vernünftig und vorausschauend unterwegs sind. Für letztere bietet sich das Nutzen der drei Fahrmodi an. In "Sport" stehen die 136 PS und das komplette Drehmoment zur Verfügung. Hier gelingt der Standardspurt in 9,1 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist übrigens auf 150 km/h begrenzt. Wer auf "Normal" wechselt, reduziert die Leistungsausbeute auf 80 kW / 109 PS, im Eco-Betrieb sind es noch 60 kW / 90 PS. So kann man je nach Verkehrsfluss und Topografie die Reichweite optimieren. Mittels Extra-Rekuperation durch verstärkte Bremskraftverzögerung lässt sich ebenfalls die Restweite verbessern. Bei einem Mix aus Stadtverkehr und Überlandfahren zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 17,5 kWh an.

Nachladen dauert an einer Wallbox rund fünf Stunden, an einer Schnellladesäule lädt man mit bis 100 kWh in 30 Minuten 80 Prozent nach. Wer auf die Standardsteckdose zugreifen möchte, benötigt Geduld. Fast 30 Stunden braucht es, den Akku voll zu bekommen.

Die Marke DS im PSA-Konzern will für Komfort und Luxus stehen. Die ausfahrenden Türgriffe sehen zum Beispiel schick aus. Je nach Ausstattung sorgen Leder und viel Chrom für ein gediegenes Ambiente und lassen den Grundpreis weiter nach oben treiben. Die weichen Sitzpolster sind durchaus bequem. Bei den rautenförmigen Bedientasten unterhalb des zentralen Touchscreens ist erst einmal Suchen angesagt, ihre Anordnung erschließt sich zumindest nicht auf den ersten Blick. Genau hinsehen muss man auch, um die in der Mittelkonsole platzierten Fensterhebertasten zu finden. Unschön: Bei allem Chi-Chi lässt sich viel harter Kunststoff erkennen. Das gespart wird, zeigt sich auch an anderer Stelle: Die Sonnenblenden knallen beim Zurückstellen an den Dachhimmel, eine Dämpfereinstellung fehlt.

Der DS3 Crossback E-Tense zielt auf komfortorientierte Fahrer, die etwas höher sitzen möchten, aber nicht unbedingt weiter fahren wollen als in den vergleichbaren Konzernmodellen. Und sie sollten bereit sein, neben den höheren Grundpreis auch noch weiteres Geld zur Individualisierung auszugeben. Ob das die Kunden angesichts des doch üppigen Einstiegspreises und der kommenden Konkurrenz nicht nur aus dem eigenen Haus, sondern vor allem in Form des größeren und günstigeren VW ID.3 überzeugen wird, bleibt abzuwarten.

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