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Fahrbericht Fiat Talento

Es kommt auf die Länge an

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Fiat bringt den Talento auf den Markt.
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Mit neuem Namen und neuem Kooperationspartner will Fiat seine Chancen auf dem wichtigen Markt der mittelgroßen Transporter steigern. Dazu setzen die Italiener nun auf Länge und Talent(o).

Von Elfriede Munsch/SP-X

Aus Scudo wird Talento: Fiat setzt nicht nur auf einen anderen Namen für sein leichtes Nutzfahrzeug, sondern auch auf einen neuen Kooperationspartner. Stammte der Scudo aus der Zusammenarbeit mit PSA (Citroen / Peugeot), ist der Talento nach Opel Vivaro und Nissan NW300 ein weiterer Ableger des Renault Trafic. Ab dem 24. Juni tritt der Italo-Franzose zu Preisen ab 23.430 Euro netto (27.882 Euro brutto) in der Transporter-Gewichtsklasse bis 3 Tonnen an und positioniert sich zwischen dem Stadtlieferwagen Doblo Cargo und dem großen Ducato.

Die Unterschiede zwischen Klon und DNA-Spender sind gering und beschränken sich auf einige Änderungen an der Front, auf der nun prägnant das Fiat-Logo glänzt. Ansonsten wird der Talento wie der Trafic als Kastenwagen, Doppelkabine (ab 26.430 Euro netto / 31.452 Euro brutto), Personentransporter (ab 25.730 Euro netto / 30.619,70 brutto) oder als Fahrgestell mit Auf- und Umbau-Optionen (ab 25.680 Euro netto / 30.559 Euro brutto) angeboten. Der Personentransporter richtet sich sowohl an Gewerbekunden als auch in der "Family"-Ausführung an preissensible Familien, die viel Platz für Kind und Kegel benötigen.

Wichtig für Fiat ist im Vergleich zum Vorgänger das Längenwachstum: Die kurze Version mit einer Länge 5 Metern ist rund 20 Zentimeter länger als zuvor und somit nahe an der ehemals langen Variante mit 5,15 Metern. Wer heute die Langversion bestellt, erhält ein Fahrzeug, das sich auf 5,40 Meter streckt. Anders gerechnet, passen jetzt bereits in den kurzen Kasten bis zu drei Europaletten. Damit steigt die Wettbewerbsfähigkeit im Geschäft um Ladekapazität und Margen. Das Laderaumvolumen beträgt nun beim Kasten je nach Länge und Höhe 5,2 (L1, H1), 7,2 (L1, H2) und 8,6 (L2, H2) Kubikmeter, die Zuladung maximal 1,25 Tonnen. Je nach Karosserievariante stehen zwei Dachhöhen (1,97 und 2,46 Meter), zwei Radstände (3,10 und 3,50 Meter) sowie zwei Innenraumhöhen (1,39 und 1,89 Meter) zur Wahl. Und wenn es mal wieder ein wenig länger sein muss? Durch eine Durchreiche zwischen Trennwand und Beifahrersitz können Gegenstände bis 3,75 Meter Länge im Frachtraum verstaut werden, bei der langen Ausführung steigt dieser Wert auf 4,15 Meter.

1,6-Liter-Dieselaggregat von Renault

Für den Vortrieb kommt das Renault-1,6-Liter-Dieselaggregat zum Einsatz, das in vier Leistungsstufen angeboten wird: 70 kW / 95 PS, 88 kW / 120 PS, 92 kW / 125 PS und 107 kW / 145 PS. Sechsganggetriebe übertragen die Kraft an die Vorderräder, eine Automatik steht nicht als Option bereit. Die beiden stärkeren Triebwerke verfügen über eine zweistufige Turboaufladung. Die Motoren entsprechen nun der Abgasnorm Euro 6. Der Verbrauch liegt zwischen 5,9 und 6,6 Liter (Kasten), wobei der 125 PS-Bi-Turbo das sparsamste Aggregat ist. Auch wenn er eher Vielfahrer auf Autobahnen mit hoher Ladelast ansprechen wird und das Controlling vermutlich zu den zwei Basis-Motoren rät: Die 125 PS-Version vermittelt dank seines Drehmoments von 320 Nm ausreichend Kraft, um sich sowohl im Stadtverkehr als auch auf Schnellstraßen gelassen und souverän zu behaupten. Das Fahrwerk ist kommod abgestimmt, so dass die Insassen nicht allzu stark von Bodenwellen behelligt werden.

Der Talento wird in den drei Ausstattungsvarianten Business, Basis und LX angeboten. Ab Werk sind die Fahrzeuge des niedrigsten Ausstattungsniveaus Business typisch Nutzfahrzeugbranche spartanisch ausgestattet. Immerhin gibt es viele Ablagemöglichkeiten. Wer nicht nur den Fahrerairbag, sondern weitere schützende Luftsäcke möchte oder Wert auf Klima, elektrische Fensterheber oder die bequemen Sitze mit Lordosenunterstützung legt, muss zu den höheren Komfortniveaus greifen beziehungsweise Optionen buchen. Auch Wunsch gibt es unter anderem einen klappbaren Beifahrerdoppelsitz mit Ablagefläche fürs Klemmbrett oder den Laptop, ein Anhängerstabilisierungssystem, Parksensoren, Rückfahrkamera, seitliche Schiebetüren sowie moderne Infotainment- und Navigationssysteme. Ein großer konkaver Spiegel in der Sonnenblende des Beifahrers trägt dazu bei, das Verkehrsgeschehen an der Beifahrerseite besser wahrzunehmen.

Da die technischen und optischen Unterschiede zwischen Original und Ableger gering sind, will Fiat Kunden mit einer vier Jahres-Garantie und attraktiven Finanzierungs- und Wartungsangeboten sowie einem dichten Servicenetz überzeugen.

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