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Fahrbericht Ford Fiesta ST

Der Drei-Zack

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Die optische Aufmachung des neuen Ford Focus ST fällt recht dezent aus.
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Drei Zylinder reichen dem neuen Ford Fiesta ST, um stolze 200 PS in den Vortrieb zu stecken. Eindrucksvoller ist jedoch, wie der kleine Kölner diese Power auf die Straße bringt.

Von Mario Hommen/SP-X

Dreizylinder. Das klingt nach Downsizing-Tristesse und Linksspur-Mobbing. Mit der im Sommer startenden Neuauflage des Fiesta ST kitzelt Ford allerdings 147 kW / 200 PS aus seiner 1,5 Liter großen Ecoboost-Allzweckwaffe, die den Standardsprint in knapp sechseinhalb Sekunden und maximal 232 km/h erlaubt. Bereits diese Zahlen beeindrucken, doch deutlich imposanter ist die Art, wie diese kleine Knallbüchse dem Fahrer auf kurvigen Landstraßen Tränen der Freude in die Augen treibt.

Dass der ST meisterhaft sein längs- und querdynamisches Potenzial in konzentrierten Fahrspaß umsetzt, mag man ihm auf den ersten Blick gar nicht ansehen. Der vanartigen One-Box-Silhouette fehlt es schlicht an Tempo-Aura. Der spezifische ST-Trimm, mit Spoilerwerk und aggressiver gezeichneter Front, verleiht dem Wagen zwar eine gewisse Schärfe, die allerdings dezent ausfällt. Positiv gedeutet: Der ST gibt äußerlich den Understatement-Boliden statt des Krawallos.

Einen im Wortsinn grobmotorischen Eindruck hinterlässt hingegen der per Knopfdruck zum Leben erweckte Dreizylinder. Der klingt bereits im Stand kernig. Wenn man im per Tastendruck aktivierbaren Sportmodus am Gas spielt, sprotzelt und wummert die 1,5-Liter-Maschine herrlich aggressiv. Hörenswert ist auch das Fehlzündungs-Konzert beim Lupfen des Gaspedals, das Insassen und Umwelt den Eindruck eines Rasse-Renners vermittelt. Wie der Sound schon andeutet, will der Motor getreten werden. Obwohl bei Vollgas die Vorderräder mächtig Druck von 290 Newtonmetern Drehmoment bekommen, setzen sie den Gasbefehl in verblüffend kontrollierter Weise in Vortrieb um. Ohne Scharren und brutale Störmanöver in der Lenkung stürmt der Heißsporn, unterstützt vom aufpreispflichtigen Vorderachs-Sperrdifferenzial, nach vorne. Recht schnell, bei nur knapp über 6.000 Touren, tänzelt die Nadel des Drehzahlmessers nervös im Begrenzer. Schaltfaul darf der Fahrer hier nicht sein, was nicht weiter schlimm ist, denn der Hebel der Sechsgang-Box flutscht freudvoll durch die Gassen.

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Die Ideallinie stets im Blick

Gleiches gilt auch für den ST insgesamt. Lenkbefehle setzt er verblüffend genau und sauber um. Mit Präzision lässt sich der 1,3-Tonner in Ecken reinzirkeln. Beim Rausbeschleunigen, der Motor hängt dabei gierig am Gas, saugt sich der Wagen förmlich in die Kurven hinein. Auf trockenem Untergrund kleben zudem die auf optionalen 18-Zoll-Rädern aufgezogenen Michelin-Reifen wie Pattex auf dem Asphalt. Wimmern, Quietschen oder Rutschen? Fehlanzeige. Die großzügig dimensionierten Bremsen geben ebenfalls kein Grund zum Klagen. Störmanöver durch das auf Wunsch auch abschaltbare ESP spürt man kaum. Dank der fest umklammernden Recaro-Sportsitze kippen die vorderen Insassen im Kurven-Zickzack zudem nicht ständig von einer zur anderen Seite. Die Ideallinie lässt sich so mit chirurgischer Präzision anpeilen. Laut Leo Roeks, Performance-Chef von Ford Europa, war der Aufwand bei der Fahrwerksabstimmung des ST dreimal höher als üblich. Angesichts der astreinen Performance hat man wenig Zweifel an dieser Aussage.

Wenn nicht das straffe Fahrwerk wäre, könnte der Fiesta ST sogar als komfortables Alltagsauto eine interessante Alternative sein. Immerhin: Die Neuauflage ist nicht mehr so bockhart wie der Vorgänger. Dieser war ob seiner besonders spitzen Auslegung für den Alltag definitiv ungeeignet. Der neue ST bietet zudem deutlich mehr Komfort-Optionen als bisher. Bereits die Basisversion verfügt über Nettigkeiten wie Klimaanlage, Tempomat, Spurassistent oder das Infotainment-System Sync 3 mit 6,5-Zoll-Touchscreeen. Gegen Aufpreis gibt es auch Einstiegstüren für den Fond oder ein Glas-Panoramadach.

Wer viel will, muss auch viel zahlen: Der mit 22.100 Euro noch erfreulich niedrige Basispreis lässt sich auf gut 30.000 Euro treiben. Gleiches gilt übrigens auch für den Verbrauch: Wer es fliegen lässt, muss mit einem Spritkonsum auf zweistelligem Niveau rechnen. Dem eingangs erwähnten Dreizylinder-Downsizing sei Dank, sind aber Verbrauchswerte um sechs Liter möglich.

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