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Fahrbericht Hyundai Santa Fe

Feinkost aus Fernost

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Wie schon die Modelle Kona und Nexo trägt jetzt auch der neue Santa Fe mit dem Kaskaden-Kühlergrill in Wabenstruktur das neue SUV-Gesicht der Marke.
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Mit der vierten Generation des Santa Fe ist Hyundai nicht nur ein äußerlich attraktives SUV gelungen. Das Flaggschiff der Marke überzeugt auch durch Komfort, Platz und Qualität – sowie bislang einmalige Sicherheitssysteme.

Von Michael Specht/SP-X

Die Produkt-Manager bei Hyundai müssen sehr besorgte Väter sein. Anders sind die ungewöhnlichen Assistenzsysteme im neuen Flaggschiff-SUV Santa Fe nicht zu erklären. So lassen sich die hinteren Türen – sie haben schließlich keinen Rückspiegel – erst dann öffnen, wenn keine Gefahr von herannahenden Radfahrern oder Autos droht. Kinder können also nicht Hals über Kopf aus dem Wagen stürmen. Und wie oft hat man schon gelesen, dass Babys oder Hunde bei sengender Hitze von gestressten Müttern versehentlich im Auto zurückgelassen wurden. Bewegt sich im Santa Fe nach dem Abschließen noch etwas, schalten sich Hupe und Scheinwerfer ein. Zudem kann sich der Nachwuchs nicht mehr selbst einschließen, falls zufällig der Verriegelungsknopf gedrückt wird.

Ob die neuen Sicherheits-Features bei jungen Familien letztlich ausschlaggebend für den Kauf des neuen Santa Fe sind, wird die Praxis zeigen. Auf jeden Fall aber ist es das Design, mittlerweile Kaufgrund Nummer eins in der Branche. Hier gelang Hyundais Designteam unter Peter Schreyer – er schuf bei VW einst den New Beetle und bei Audi den ersten TT – erneut ein Volltreffer. Der Santa Fe wirkt stimmig in den Proportionen, ist nicht aufdringlich und wuchtig, dennoch athletisch, aber wiederum nicht übertrieben maskulin. Ein gefälliges SUV, das mit einer Länge von 4,77 Metern seinen Vorgänger um sieben Zentimeter übertrifft und gleichzeitig die bisherige Variante Grand Santa Fe ersetzt. Dennoch muss der Kunde nicht auf die dritte Sitzreihe verzichten. Sie bietet Hyundai weiterhin optional an.

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Das Platzangebot erweist sich als großzügig, vorne wie hinten, der Einstieg ist bequem, das Raumgefühl angenehm, besonders, wenn, wie im Testwagen, das riesige Panoramadach eingebaut wurde. Hinter den geteilt umlegbaren Rücksitzen bleiben üppige 625 Liter. Liegt alles flach, schluckt der Santa Fe sogar bis zu 1.695 Liter und bietet die Lademaße eines großen Kombis. Es wäre verwunderlich, gäbe es jetzt keine elektrisch zu betätigende Heckklappe. Doch damit nicht genug. Ein Warnsystem schlägt sogar Alarm, wenn nach oben nicht genug Platz ist, um die Klappe zu öffnen und sie womöglich mit der Garagendecke kollidieren könnte.

Der Innenraum ist klassisch und solide gestaltet

Im Interieur gibt sich der neuen Santa Fe klassisch, womit in erster Linie das Layout gemeint ist: Instrumente hinter dem Lenkrad, großer, freistehender Bildschirm in Armaturenbrettmitte, darunter die Lüftungsgitter sowie die Regulierungen für die Klimaanlage. Fahrer und Beifahrer trennt eine große Mittelkonsole, auf der Wählhebel und Getränkehalter Platz finden. Finesse und Extravaganz sucht man vergeblich. Dafür steht die Marke Hyundai nicht, eher für Solidität. Die Auswahl der Materialien sowie deren Verarbeitung gehen in Ordnung, vier farblich unterschiedliche Trims kann der Kunde wählen, darunter sogar ein Bordeaux-Rot. Früher wäre das für einen Koreaner ein absolutes No-Go.

29.470 Euro netto verlangt Hyundai mindestens für den neuen Santa Fe. Dafür gibt es das Einstiegsmodell mit einem 2,0-Liter-Dieselmotor mit 110 kW / 150 PS, Frontantrieb und manuellem Sechsganggetriebe. Dieses Modell wird jedoch erneut nicht zu den meistgewählten gehören. Schon beim Vorgänger entschieden sich 80 Prozent der Kunden für den stärksten Selbstzünder mit 2,2 Litern Hubraum und 147 kW / 200 PS. Die Topversion lieferte bei einer ersten Testfahrt eine überzeugende Vorstellung ab: Laufruhig, durchzugsstark und in Verbindung mit der neuen Achtgang-Automatik wird das SUV zu einem ein äußerst souveränen Kumpel. Wer zusätzlich den vollvariablen Allradantrieb ordert, fühlt sich auch im Winter mit dem Santa Fe perfekt angezogen. Genauso wie der eine oder andere Pferdebesitzer, der seinen Hänger im matschigen Geläuf bewegen möchte. Ziehen darf der große Koreaner immerhin zwei Tonnen.

Benziner mit Partikelfilter, Diesel zusätzlich mit Harnstoff und SCR-Kat

Eher keine Rolle spielt der 2,4-Liter-Benziner bei uns. Schon deshalb, weil im Alltag der Verbrauch kaum unter zwölf Liter gehalten werden kann und es die Version ausschließlich mit Automatik und Allrad gibt. Entsprechend hoch liegt dann der Preis. Nennen konnte Hyundai ihn noch nicht. Man ist in der Findungsphase und schaut wohl noch bei Konkurrenz genauer nach. Nebenbei sei erwähnt, alle Motoren erfüllen die Abgasanforderungen Euro 6d-temp, die ab September 2019 gültig werden. Der Benziner verfügt über einen Partikelfilter, die Diesel arbeiten zusätzlich mit Harnstoffeinspritzung und SCR-Kat.

Rund ein Dutzend Fahrer-Assistenzsysteme lassen sich in der Preisliste ankreuzen oder sind je nach Ausstattungslinie sogar serienmäßig an Bord. Dazu gehören ein Head-up Display, ein Frontkollisionswarner, ein Notbremsassistent, der auch beim Rückwärtsfahren, beispielsweise aus einer Einfahrt heraus, reagiert, die aktive Spurhaltung, eine Kamera am Heck und ein adaptiver Tempomat. Schade nur, dass der Staupilot im Santa Fe nur innerhalb weniger Sekunden von alleine wieder anfährt. Ist die Standzeit überschritten, muss der Fahrer selbst aktiv werden. Gehört doch gerade auf den chronisch verstopften Straßen in Korea der Stau zum täglichen Geschäft – in dem sicher auch Hyundais Entwickler viel Zeit verbringen (müssen).

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