Hyundai Nexo im Test: My way

18.05.2026 10:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
Hyundai Nexo
Hyundai Nexo
© Foto: Rocco Swantusch

Das E-Auto für Individualisten ist eines mit Brennstoffzelle. Der Hyundai Nexo zeigt in der zweiten Generation Stärken und Schwächen des H2-Themas.

Wann immer man für möglichst viele Kommentare unter einem Artikel sorgen will, schreibt man etwas über Wasserstoff. Sowohl der grüne Wasserstoff für die Transformation der Stahlindustrie als auch die Wasserstoff-Autos als Fortsetzung der E-Mobilität sind mehr als technische Lösungen. Sie beschreiben einen (politischen) Willen.

Auf die Stromerfraktion heruntergebrochen gibt es im Grunde nur zwei am Markt, weshalb sie eine Nische besetzen, die oft nur in kleinen, selbstbestimmten Fuhrparks einen Platz für diesen Exoten freihält. Neben dem Toyota Mirai stromert der Hyundai Nexo mit Brennstoffzelle und E-Motor durch die Lande. Sie sind fast so selten wie ein Erlkönig, was nicht an der Neuheit der Technik liegt.


Hyundai Nexo 2 (2025)

Hyundai Nexo 2 (2025) Bildergalerie

Die ist ausgereift und wie im Fall des Nexo die Basis für mehr als ein Jahrzehnt Mobilität - 2018 startet die erste Generation; seit 2013 gab es den ix35 mit Brennstoffzelle. Das ganze Ökosystem dahinter funktioniert vor allem im asiatischen Heimatmarkt von Hyundai, da dort auch der TCO stimmt. In unseren Breiten muss man das Konzept wirklich wollen, denn günstig ist ein voller Wasserstofftank nicht. Der Kilopreis liegt jenseits der Spanne von aktuell 14 bis 18 Euro.

Hyundai Nexo: Großabnehmer gefunden

Dass es auch anders geht, zeigt Hylane. Für acht Euro pro Kilogramm können Kunden des Vermieters im Raum Düsseldorf und im Rhein-Neckar-Gebiet an wenigen ausgewählten Zapfstellen die Tanks befüllen lassen. Das Ganze funktioniert dank hoher Abnahmemengen der Logistiker und deren H2-Trucks.

Maximal 6,33 Kilogramm fassen die drei Nexo-Tanks, wenn sie mit 700 bar beladen werden. Sollte die Tankstelle nur 350 bar (für Nfz) liefern können, passt nur die Hälfte rein. Im Normalfall reicht der Tank für zirka 600 entspannte Kilometer (laut WLTP sind es 826 km auf 18-Zöllern). Was kostenseitig den Nexo nicht gerade zum Sparmeister macht. Entscheidend ist hier aber auch nicht die Leasingrate, denn diese ist hoch, sondern die Tankstellensituation vor Ort und für die relevanten planbaren Touren.

Hyundai Nexo bietet stimmiges Design

Aber: Und das kann man durchaus großschreiben. Er ist ein wirklich schicker Zeitgenosse. Die Hyundai-typische Formsprache interpretiert er weniger kantig, dafür sehr stimmig, von außen wie von innen. Über die gute Verarbeitung und tadellose Materialauswahl braucht man angesichts des Listenpreises von gut 65.200 Euro (für das gefahrene Top-Niveau Prime, die Grundversion startet bei 58.740 Euro) nicht reden.

Generell ist die zweite Generation vor allem breiter (1,86 m) und länger (4,75 m bei 2,79 m Radstand) geworden. Platz bieten die meisten Hyundai-Modelle und auch der Nexo ist hier großzügig. 1.630 Liter Stauvolumen bringt er mit und er kann nun bis zu einer Tonne ziehen. Etwas zu poltrig agiert das Fahrwerk auf der Ausfahrt, aber die 19-Zöller (18 Zoll hat die Grundversion) passen gut zu ihm. Das neue Matrixlicht nimmt man gern, denn das Thema Licht ist bei Hyundai bislang oft eins mit Schatten. Die 230-Volt-Steckdosen (innen und außen) für externe Stromversorgung sind praktisch.

Unter der Haube ziehen 204 PS den Fronttriebler. In acht Sekunden ist er auf Schnellstraßenniveau, bei Tempo 173 wird der Anker geworfen. Das Rekuperationsvermögen wird an die Fahrsituation angepasst. Alles durchdacht, schick gemacht, aber irgendwie auch teuer. Die 5 Jahre Garantie sind ein Pro für einen Aspiranten, der unauffällig seinen eigenen Weg geht. Die jährlich anfallende Dichtheitsprüfung ein Contra.

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