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Fahrbericht Opel Astra

Sparsam bis zum Schluss

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Gelifteter Astra: Vier Benziner und drei Diesel stehen zur Verfügung - alles Dreizylinder.
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Zwei Jahre vor dem Modellwechsel poliert Opel den Astra noch einmal kräftig auf. Vor allem die CO2-Bilanz hat sich verbessert.

Von Holger Holzer/SP-X

Knapp zwei Jahre muss der Opel Astra noch durchhalten, bis die neue Generation auf Basis des Konzernbruders Peugeot 308 startet. Nun soll ihm ein Lifting mit neuen Motoren und aufpolierter Bordtechnik dabei helfen. Zum Händler kommen die fünftürige Limousine sowie der Kombi nach der IAA-Premiere im November. Die Preisliste startet bei 16.798 Euro netto.

Optisch gibt es rund vier Jahre nach dem Start des Golf-Herausforderers kaum Grund für Änderungen: Beide Karosserievariante wirken nach wie vor modern, so dass sich Opel auf  leichte Retuschen am Kühlergrill beschränkt hat. Eine Spur mehr aufgewertet präsentiert sich der Innenraum, wo es neben einem neuen Infotainment-System mit größerem Bildschirm erstmals auch teildigitale Instrumente gibt. Dazu kommen eine Reihe kleinerer Neuerungen wie eine kabellose Ladestation für das Handy oder eine beheizbare Windschutzscheibe, die das Eiskratzen im Winter erleichtert. Außerdem erkennt die Frontkamera nun auch Fußgänger sowie mehr unterschiedliche Verkehrszeichen.

Wichtigste Neuerung ist das komplett umgestellte Motorenangebot. Gab es zuletzt rund ein Dutzend unterschiedliche Varianten des Astra, beschränkt das Portfolio sich nun auf vier Benziner und drei Diesel, jeweils mit drei Zylindern und Ausgleichswelle, die ein Leistungsband von 77 kW / 110 PS bis 107 kW / 145 PS abdecken. Vor dem Lifting reichte die Spanne noch von 66 kW / 90 PS bis 147 kW / 200 PS. Darüber hinaus wurde das Automatik-Angebot neu geordnet, Schaltmuffel können künftig zwischen einem 1,4-Liter-Benziner mit 107 kW / 145 PS, der serienmäßig an eine stufenlose Automatik gekoppelt ist, und einem 90 kW / 122 PS starken 1,5-Liter-Diesel wählen. Der Dreizylinder ist auf Wunsch mit einer Neunstufenautomatik zu haben.

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Alle Motoren und Getriebe stammen noch von der Ex-Konzernmutter General Motors, nicht vom neuen Eigner PSA. Wichtigster Grund für die neu komponierte Antriebspalette dürfte neben der Reduktion der Produktionskomplexität der geringere Verbrauch sein. So unterbieten die neuen Dreizylindermotoren zum einen jeder für sich ihre Vorgänger um bis zu 21 Prozent, zum anderen fallen durch das Fehlen der Top-Modelle die CO2-Emissionsspitzen weg. Unterm Strich bleiben so zumindest auf dem Papier konkurrenzfähige Werte zwischen 5,2 und 5,5 Litern bei den Benzinern und 4,4 bis 4,7 Litern bei den Dieseln (jeweils WLTP).

Wie sich der Verbrauch auf der Straße realisiert, kann im Rahmen der Testfahrt nur schwer abgeschätzt werden. Zumindest geben sich die Turbotriebwerke nach der typischen kleinen Anfahrschwäche im mittleren Drehzahlbereich durchaus quirlig, übermäßiges Hochdrehen und Rühren im serienmäßigen Sechsganggetriebe ist nicht nötig. Erst beim Überholen in höheren Geschwindigkeitsbereichen schlagen der kleine Hubraum und die überschaubare Leistung durch. Akustisch sind die Dreizylinder jederzeit präsent, ohne dabei unangenehm zu klingen. Vibrationen dringen nicht in den Innenraum durch. Gleiches gilt für den Diesel, der mit seiner generell raueren Verbrennung empfindlich auf den per se unrunden Dreizylinderlauf reagieren müsste – was er aber nicht tut.

Einen richtig schnellen Astra gibt es nach dem Lifting nicht mehr. Macht aber nichts, denn die potenziell sparsamen Motoren passen gut zu dem soliden Rüsselsheimer Kompaktmodell. Mit neu abgestimmter Lenkung und Bremse – beide wirken nun verbindlicher und straffer als bisher – gewinnt der hinsichtlich der Verkaufszahlen zweitwichtigste Opel noch einen Schuss Reife hinzu.

Sechs Ausstattungslinien stehen zur Wahl

Angeboten wird der Astra in sechs Ausstattungslinien, wobei in der schmucklosen Basisvariante ausschließlich der schwächste Benziner angeboten wird. Die meisten dürften zu den Varianten "Edition" (plus 1.512 Euro netto gegenüber Basis) und "120 Jahre" (plus 1.915 Euro gegenüber Basis) greifen, die mit Optik- und Komfortextras wie schickeren Rädern, Parkpilot und Lederlenkrad aufwarten. Am oberen Ende des Angebots rangieren die "GS Line" (plus 3.781 Euro) mit Sportoptik, das elegante "Elegance"-Modell (plus 4.033 Euro) und der "Ultimate" mit Quasi-Vollausstattung (ab 26.705 Euro).

Die Modernisierungskur dürfte dem Astra unterm Strich gut bekommen. Zeitgemäße Motoren und ein kräftig aufpoliertes Infotainment-System sorgen für den Schuss Frische, den das im Kern immer noch moderne Opel-Modell bis 2021 auf Augenhöhe mit der Konkurrenz hält. Bei Opel dürfte man sich zusätzlich über die deutlich gesunkenen CO2-Emissionen freuen, die das Ziel, EU-Strafzahlungen zu vermeiden, deutlich erreichbarer machen.

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