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Fahrbericht Opel Insignia Sports Tourer

Eine neue Größe

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Der neue Opel Insignia Sports Tourer dringt in die fünf-Meter-Klasse vor.
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Es gibt wieder einen Opel in der Fünf-Meter-Klasse. Der neue Insignia Sports Tourer überragt die Limousine Grand Sport um neun Zentimeter und kommt damit auf eine Länge von exakt 4,99 Metern. Aber ist der Kombi auch sonst eine ernstzunehmende Größe?

Von Peter Maahn/SP-X

Was waren das für Ikonen, die sogenannten Kombinationskraftwagen mit Opel-Blitz der Wirtschaftswunderjahre und der Folgezeiten. Die Veteranen der Nachkriegsgeneration trugen Namen wie Olympia Rekord Caravan. Und sie waren trotz oder gerade wegen ihrer zur Schau getragenen Eckigkeit vor allem als praktische Familienautos ungemein beliebt. Die Bezeichnung "Caravan" ist längst verschwunden, genauso wie das steile Heck. Ein Kombi von heute muss mehr sein als praktisch, muss sportive Dynamik ebenso bieten wie ein gut durchdachtes Innenleben. Zwei Disziplinen, in denen der neue Insignia Sports Tourer punkten will. Denn zu Netto-Preisen zwischen 22.638 und 38.226 Euro bietet der Kombi auf knapp fünf Metern Länge einen Laderaum von 1.665 Litern, immerhin 130 Liter mehr als beim alten Modell.

Wie sein Limousinen-Pendant basiert der Familienfreund auf einer völlig neuen Architektur, die er sich mit dem amerikanischen Chevrolet Malibu teilt. Da hat sich also die Zusammenarbeit mit der Noch-Mutterfirma General Motors bewährt. Die im Vergleich zum Vorgänger verbreiterte Spur, der um gleich neun Zentimeter längere Radstand (jetzt 2,83 Meter) und der kürzere vordere Überhang lassen den Insignia deutlich sportlicher daherkommen. Dabei war schon der jetzt in Pension geschickte erste Insignia ein durchaus ansehnliches Auto.

Natürlich ist der Sports Tourer wie stets bei solchen Derivaten bis zur vorletzten Dachsäule identisch mit dem Grand Sport. Doch während die Designer früher einfach das Dach einer Limousine nach hinten verlängerten und eine steile Hecktür als Ladeluke montieren ließen, haben sich die Opel-Blechkünstler etwas Besonderes einfallen lassen. Zwar fällt die obere Fensterlinie  markant nach hinten ab, gleichzeitig jedoch nimmt die Stärke des darüber liegenden Blechteils mit der integrierten Dachreling gen Heck zu und sorgt so für ein elegant-sportliches Gesamtbild. Hinzu kommt eine optische Dachverlängerung in Form eines Heckspoilers über dem angeschrägten Rückfenster.

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Mehr Platz

Der Nebeneffekt für die Hinterbänkler ist eine bessere Kopffreiheit als in der Limousine, was vor allem auf Langstrecken hilfreich werden dürfte. Dass dank des erwähnten Zuwachses an Radstand auch genügend Raum zwischen Knien und der Rückseite der Vordersitze bleibt, macht das Leben in der zweiten Reihe angenehmer. Die Passagiere sitzen ohnehin in einem für diese Klasse durchaus noblen Ambiente, das je nach Geldbeutel mit feinen Materialien veredelt werden kann. Unabhängig von der Wahl des Interieurs ist in jedem Fall der Spaß des Einladens. Das Ladeabteil ist bei vorgeklappter Rücksitzlehne fast genau zwei Meter lang, bei der Einkaufstour zum Baumarkt kann auf einen Miettransporter in den meisten Fällen verzichtet werden. Kleines, aber pfiffiges Detail: Wie bei einigen Rivalen, kann die Heckklappe auch durch Fußwackeln unter der Stoßstange zum elektrischen Öffnen animiert werden. Doch nur bei Opel findet man ohne Tanz auf einem Bein immer die richtige Stelle, an der der Sensor reagiert. Ein auf den Boden projiziertes Symbol weist der Schuhspitze den Weg. Das Ganze funktioniert auch beim Schließen.

Ansonsten bietet der Sports Tourer die gleichen Wahlmöglichkeiten in der Preisliste wie die kurz zuvor präsentierte Limousine. Matrix-LED-Licht, diverse Assistenzsysteme, Rundum-Vernetzung mit der Außenwelt dank Internetanbindung, Onstar-Service sogar mit Hotelzimmer-Reservierung, Head-up-Display und jede Menge mehr. Dank verschiedener, recht kompliziert geschnürter Ausstattungspakete können einzelne Extras kostengünstig erworben werden. Da ist jedoch die Hilfe eines geduldigen Verkaufsberaters gefragt.

Keine Überraschung ist das Fahrerlebnis im neuen Opel-Riesen. Es gleicht dem in der schon bekannten Limousine bis ins Detail. Bei ersten Testtouren erwies sich auch die neue Länge nicht als hinderlich. Je nach Lust und Laune bewährt sich vor allem der Insignia mit dem stärksten Diesel (125 kW / 170 PS) als souveräner Cruiser oder als Kurvenräuber, glänzt mit präziser Lenkung und exzellenten Bremsen. Diese Version wird wohl in der internen Hitliste auf Platz eins landen. Auch wenn mit dem 191 kW / 260 PS starken Zweiliter-Turbobenziner mit Allradantrieb eine ganz besondere Versuchung lockt.

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