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Fahrbericht Porsche Panamera GTS

Der Tradition verbunden

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Porsche erweitert seine Panamera-Familie um den GTS.
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Das Kürzel GTS steht bei Porsche seit langem für eine betont sportliche Auslegung. Da bildet auch der Panamera keine Ausnahme. Ebenso in den Genuss der GTS-Gene kommt erstmals der Sport Turismo.

Von Michael Specht/SP-X

Sich gleich das Topmodell einer Baureihe zu gönnen, ist nicht jedermanns Sache, auch wenn viele Hersteller zu einem Debüt dieses zunächst gern anbieten. Schwächer motorisierte Modelle werden häufig erst nachgereicht, wenn der erste Hunger der Kunden befriedigt ist. Beim Porsche Panamera heißt das Spitzenmodell schlicht "Turbo", hat acht Zylinder und stramme 550 PS. Wem das zu viel ist, aber dennoch auf einen V8 nicht verzichten möchte, ging bislang leer aus. Im Modell darunter, im Panamera 4S, werkelt "nur" ein Sechszylinder mit 440 PS.

Ab Dezember ist diese Sorge aus der Welt. Porsche erweitert seine Panamera-Familie (intern Baureihe 971) um den GTS. Und nicht nur das. Erstmals gibt es auch praktischeren Kombi, genannt Sport Turismo, als GTS. Kenner der Szene wissen natürlich sofort, was hinter diesem Porsche-Kürzel steckt: ebenfalls acht Zylinder, eine bewusst sportliche Ausprägung und diverse optische Differenzierungen zu seinen Brüdern. Leistungsmäßig fährt der GTS mit 460 PS leicht über dem 4S. Beim Drehmoment sind es 70 Newtonmeter mehr (620 Nm). Zu merken ist die höhere Leistung nicht. Zumal der GTS, bedingt durch V8-Motor und Mehrausstattung gegenüber dem 4S, rund 65 Kilogramm zusätzlich auf die Waage bringt. Es wundert also nicht, dass der GTS von null auf 100 km/h nur 0,1 Sekunden (4,1 Sekunden) schneller beschleunigt und in der Spitze statt 289 km/h jetzt 292 km/h schafft.

Präziser, handlicher, schneller

Den Porsche-Entwicklern ging es beim GTS auch mehr um das Gesamtpaket. Man möchte einen Panamera anzubieten, mit dem es sich nochmals präziser, handlicher und schneller um die Kurven fahren lässt. Hierzu erhielt der GTS beispielsweise einen dickeren Stabilisator an der Hinterachse, um ein neutraleres Fahrverhalten zu ermöglichen. Auch die variable Kraftverteilung des Allradantriebs wurde mehr in Richtung Agilität getrimmt, den hinteren Rädern wird mehr Drehmoment zugeteilt. Diese Maßnahmen sind ein probates Mittel, um das Fahrverhalten sportlicher zu gestalten. "Der GTS wurde heckdominanter abgestimmt, er giert schneller, wird dadurch handlicher", sagt Michael Schäfer, Projektleiter Fahrwerk.

Feinheiten dieser Art lassen sich schwerlich auf einer öffentlichen Straße ausprobieren. Hier fährt sich der GTS wie jeder andere Panamera auch. Porsche mietete für rasante Testrunden daher den Formel-1-Kurs in Bahrain und stellt einmal mehr unter Beweis, zu was Serienfahrzeuge dieser Marke in der Lage sind: hohes Renntempo, standfeste Bremsen, sehr gute Beherrschbarkeit auch für Nichtprofis. Der GTS lässt sich extrem handlich und präzise durch die Kurven treiben. Seine zwei Tonnen Gewicht sind nicht zu spüren. Eher schon, wie cool er sich beim Beschleunigen mit dem Hintern aus der Kehre drückt. Genau so muss es sein. Im Grenzbereich neigt er leicht zum Übersteuern, erlaubt im Modus "Sport+" sogar leichte Driftwinkel.

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GTS mit einigen Extras

Diese Fahrfreude lässt sich Porsche mit mindestens 116.380 Euro netto bezahlen, der Sport Turismo kostet 118.780 Euro ohne Mehrwertsteuer. Wer jetzt den Taschenrechner zu Hand nimmt und die genannten Preise mit den 96.680 Euro (netto) des Panamera 4S in Relation setzt, macht die Rechnung ohne den Wirt. Im GTS arbeiten nicht nur zwei Zylinder mehr unter der Haube, das Modell verfügt auch über eine Reihe an Extras, die es für den 4S nicht einmal gegen Geld und gute Worte gibt. Äußerlich sind das die speziellen 20-Zoll-Räder und der ausfahrbare Heckspoiler.

Innen ist der GTS mit Sitzen aus Leder/Alcantara ausgestattet. Hinzu kommen ein kompletter Alcantara-Himmel und das Lenkrad mit Alcantara-Bezug, ein Sport-Chrono-Paket, ein Sport-Design-Paket, LED-Dynamic-Licht und ein Head-up-Display. Letzteres feiert innerhalb der Baureihe sein Debüt und ist künftig für alle Panamera-Version erhältlich. Und natürlich stecken unter dem GTS eine Sport-Abgasanlage sowie ein Luftfederfahrwerk.

Rund 15 Prozent der Panamera-Kunden, so erwartet es Porsche, werden sich den GTS bestellen. Beim Vorgängermodell waren es elf Prozent. Die meisten der Panamera GTS allerdings werden erneut in die USA verschifft. Amerikaner hatten schon immer eine Schwäche für leistungsstarke Limousinen und Sportwagen. Daran ändert auch das landesweite, strikte Tempolimit nichts.

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