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Fahrbericht Renault Master

Update für den Meister

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Der Einstiegspreis für einen Master der 2,8-Tonnen-Klasse mit Einzelkabine liegt bei knapp 30.000 Euro.
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Renault hat sein Arbeitstier Master modernisiert, mit neuen Assistenzsystemen bestückt und die Motoren auf den neuesten Stand gebracht. Der Profi-Kunde kann jetzt unter mehr als 300 Varianten des Transporters wählen. Allen gemeinsam ist: Sie lassen sich so leicht fahren wie ein Pkw.

Von Peter Maahn/SP-X

Beim Renault Master war der Name schon immer Programm. "Master" heißt übersetzt "Meister" und steht für den Anspruch, alle Transportaufgaben so meisterlich wie möglich zu lösen. Das gelang Renault in den letzten Jahren so gut, dass der Master einer der meistverkauften Vertreter seiner Art wurde. Und jetzt endlich die überfällige Modernisierung. Wie schon der Erz-Rivale Mercedes Sprinter gleicht sich nun auch der Master immer mehr dem Fahrgefühl, dem Komfort und der Technik Personenwagen an. Das deutlichste Zeichen hierfür ist die Übernahme vieler elektronischer Helfer in die Berufswelt auf unseren Straßen. Spurhalte-Assistent, automatische Notbremsung, Toter-Winkel-Warner oder auch eine Fernlicht-Automatik können jetzt für den je nach Version bis zu 6,88 Meter langen Master bestellt werden.

Serienmäßig ist ein Seitenwindassistent, der bei großflächigen Transportern besonders wichtig ist. Vor allem bei Leerfahrten kann in flotter Autobahnfahrt, plötzlicher Druck gegen die Flanken selbst so einen 3,5-Tonner vom geraden Weg abbringen. Da greift die Elektronik ein, sorgt durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder für Spurtreue und trotzt so der Naturgewalt. Mittlerweise hat sich diese Technik bei den mittleren Nutzfahrzeugen durchgesetzt und die Unfallzahlen deutlich gesenkt.

Auf der ersten Testtour entlang der Atlantikküste bei Lissabon gab es keinen Seitenwind, auch keine Route zum Herantasten an die mögliche Spitze von bis zu 149 km/h. Dafür bewährte sich ein anderer Beifahrer in Form eines kleinen Bildschirms. Da bei den meisten Varianten des Master wegen fehlender Heckscheibe kein Durchblick nach hinten möglich ist, übernimmt eine Kamera die Aufgabe des menschlichen Auges. Der Monitor ersetzt den üblichen Mittelspiegel, ist an dessen gewohnter Stelle installiert. Das gestochen scharfe und farbige Bild verrät im Detail, was sich hinter dem Auto so abspielt. Da die Kamera einen eher weiten Bereich erfasst, wird sie beim Einlegen des Rückwärtsgangs aber abgeschaltet. Hier schickt eine weitere Kamera ein Bild des Hecks auf den Zentralmonitor, um das Rangieren zu erleichtern.

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Wer in die Welt der "mittleren" Nutzfahrzeuge eintaucht, muss auch beim näheren Blick auf den neuen Master genau wissen, welche Art von Transportmittel er für seinen Beruf braucht. Mehr als 300 Kombinationen aus Länge (5,08 bis 6,88 Meter), Radstand (3,18 bis 4,33 Meter) und Laderaumhöhe (1,70 bis 2,14 Meter) können ausgewählt werden. Es gibt den klassischen kastigen Kofferaufbau, einen Kipper, dessen Ladung nach drei Seiten abrutschen kann, oder eine simple Pritsche. Einzel- oder Doppelkabine stehen ebenso zur Verfügung wie ein mit zwischen neun und 17 Sitzen bestückter, rundum verglaster Kleinbus. Je nach Bedarf wird der Master mit Front- oder und Heckantrieb geliefert, sogar ein Allradler ist möglich.

Allen ist gemein, dass der neue Master optisch netter gestaltet wurde. Der steiler gewordene Kühlergrill grüßt je nach Version mit verchromten Rippen, die Renault-Raute wurde größer, Tagfahrlicht in LED-Technik schlägt eine Brücke zu den Pkw-Modellen. Innen ist der Instrumententräger jetzt aus einem Guss und integriert auch den Monitor fürs Navigationssystem und die Vernetzung zum Beispiel mit Apple Car Play. Eine Vielzahl von Stauflächen und Ablagen soll dafür sorgen, dass sich der Fahrer an seinem Arbeitsplatz wohler fühlt als bisher. Dazu gehört auch der umklappbare Mittelsitz, dessen flach gelegte Rückseite zu einer Art Schreibtisch werden kann. Praktisch auch ein ausziehbares Tablett vor dem Beifahrer, das zur Zwischenmahlzeit ebenso genutzt wird, wie für die Arbeit auf einem Notebook oder Tablet.

Auch den Motorraum nahmen die Ingenieure ins Visier. Die drei verfügbaren 2,3-Liter-Dieselmotoren mit 99 kW / 135 PS, 110 kW / 150 PS oder 132 kW / 180 PS erfüllen jetzt allesamt die neue Norm Euro 6d-temp, wurden im Schnitt um einen Liter sparsamer als bisher. Die Verbräuche liegen je nach Motorversion zwischen 5,9 und gut sieben Litern auf 100 Kilometer. Zur Genügsamkeit tragen eine Start-Stopp-Automatik ebenso bei wie die Rückgewinnung der Bewegungs- und Bremsenergie (Rekuperation). Ein zusätzliches Sparpotenzial von bis zu zehn Prozent eröffnet der Druck auf die "Eco"-Taste. Dann werden Motorleistung und Durchzugskraft reduziert und die Klimaanlage gedrosselt. Vor allem für den Stadtverkehr eine interessante Lösung.

Verbesserung von Bedienung, Übersicht und Komfort

Die Verjüngungskur hat dem Master gutgetan. Die Verbesserung von Bedienung, Übersicht und Komfort werden künftigen Fahrern sicher den harten Berufsalltag ein wenig erleichtern. Schließlich sind sie oft auf der sogenannten "letzten Meile" zum Kunden unterwegs und müssen sich daher durch den Alltagsverkehr bis vor dessen Haustür quälen. Die zahlreichen Assistenzsysteme tragen zur Steigerung der Lebensqualität ebenso bei wie die verbesserten Sitze oder die erwähnten vielen Ablagen.

Unterm Strich ist Renaults Arbeitsschiff für den Kampf um die Kunden gut gerüstet. Für den Laien sind die Unterschiede der einzelnen Modelle der bekannten Hersteller kaum noch erkennbar. Im Dschungel von Varianten und scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten kennen sich wirklich nur noch die Profis unter den Flottenmanagern aus. Und die haben es schließlich auch gelernt. Schließlich geht es um viel Geld: Der Einstiegspreis für einen Renault Master der 2,8-Tonnen-Klasse mit Einzelkabine liegt bei knapp 30.000 Euro.

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