suchen
Fiktive Abrechnung von Reparaturkosten

Keine Pflicht zur Schadensbehebung

1180px 664px
Bei der fiktiven Abrechnung von Reparaturkosten besteht keine Pflicht zur Schadensbehebung.
©

Wer als Geschädigter bei einem Pkw-Unfall seinen Schaden selber oder vielleicht gar nicht behebt, kann dennoch auf die Zahlung der im Sachverständigengutachten veranschlagten Summe bestehen.

Als Geschädigter bei einem Pkw-Unfall hat man bei der Schadensbehebung die Wahl, dem Unfallverursacher die tatsächlich angefallenen oder die fiktiven Reparaturkosten in Rechnung zu stellen. Im letzteren Fall besteht keine Darlegungspflicht, in welchem Umfang die Reparaturmaßnahmen tatsächlich erfolgt sind.

Wie das Portal RA-Online berichtet, wollte in einem vom Oberlandesgericht München verhandelten Fall (AZ 24 U 4397/20) ein Unfallverursacher nur 5.000 statt der im Sachverständigengutachten veranschlagten 9.000 Euro zahlen. Seiner Ansicht nach entstünden bei vollständig sach- und fachgerecht durchgeführte Reparatur nur Kosten von maximal 5.000 Euro. Die Richter kamen jedoch zu dem Schluss, dass der Geschädigte selbst entscheiden darf, ob er nun tatsächlich angefallene oder die vom Sachverständigen festgelegten Kosten zur Schadenshebung einfordert. Ob er die Maßnahmen zur Reparatur veranlasst hat oder nicht, muss der Geschädigte zudem nicht darlegen, auch nicht, wenn ein Unfallverursacher die tatsächlichen Kosten als niedriger einschätzt.

Anders hingegen verhält es sich, wenn eine beauftragte Werkstatt für die sach- und fachgerechte Reparatur eine niedrigere als die im Gutachten veranschlagte Summe verlangt. Dann muss die zu zahlende Schadensersatzsumme den tatsächlich angefallenen Kosten entsprechen und kann möglicherweise auch geringer als im Sachverständigengutachten ausfallen. (SP-X)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Recht:






Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2021 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Hochauflösende Karten

Golf sammelt Straßendaten

Ohne gute Karten dürften automatisierte Autos Orientierungsschwierigkeiten bekommen. Bosch arbeitet nun an passenden Daten – und bedient sich dabei der Schwarmintelligenz.


img
DS 9

Plug-in-Hybrid mit 360 PS bestellbar

Nach zweit Motorvarianten mit jeweils 225 PS legt DS bei seinem Flaggschiff nun nach.


img
ADAC fordert

Over-The-Air-Updates dürfen keine Rückrufe verschleiern

Moderne Pkw verfügen meist über eine Internetanbindung per Mobilfunk. Autohersteller können darüber neue Software einspielen und so Fehler beheben. Der ADAC kritisiert...


img
Hilfe für Opfer der Flutkatastrophe

Sammelbesichtigungen für Kfz

Bei der Flutkatastrophe Mitte Juli wurden in großer Zahl Autos beschädigt oder zerstört. Sammelbesichtigungen sollen nun für schnellere Hilfe bei den Betroffenen...


img
Carsharing & Co.

Diese Stadt bietet die meisten Alternativen zum eigenen Auto

Immer mehr Menschen verzichten auf den Kauf eines eigenen Autos und greifen auf Car-Scooter- oder Bikesharing-Anbieter zurück. Die Eventagentur Spreefreunde hat...