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Honda Civic Type R

Behutsam renoviert

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Neue Modellvarianten: Honda Civic Type R Limited Edition (l.) und Type R Sport Line.
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Spaß beim Autofahren ist auch im Jahr 2020 nicht verboten, weshalb Honda dem Civic Type R leichte Verbesserungen angedeihen lässt. Zwei neue Modellvarianten ergänzen nun die Baureihe.

Von Peter Maahn

Honda hat seinem Sportgerät Civic Type R ein sanftes Facelift spendiert und zwei neue Modellvarianten ins Programm aufgenommen. Neu ist der Civic Type R Limited Edition - die bislang sportlichste Version des Fahrzeugs. Der zweite Neuzugang der Modellreihe ist der Civic Type R Sport Line. Mit einem Heckspoiler statt -flügel, 19-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie schwarzem Interieur steht das Fahrzeug für einen dezenteren Look.

Für das Facelift des Kompaktsportlers wurden das Zweiliter-Turbo-Triebwerk mit 235 kW / 320 PS ebenso wie die Technik vom aktuellen "R" fast unverändert übernommen. Keine leichte Aufgabe für die Ingenieure und Designer von Honda. Sie sollen ein Auto verbessern, das von einer großen Fangemeinde verehrt und als nahezu perfekt betrachtet wird. Kein Wunder also, dass man schon einen detektivischen Blick braucht, um den Veränderungen am kompakten Donnerbolzen mit Namen Civic Type R auf die Spur zu kommen.

Type R bleibt ein Spielzeug für Erwachsene

Die Japaner bleiben mit dem Type R ihrer Maxime treu, einen lupenreinen Sportartikel der alten Schule auf die Räder zu stellen. Aktuelle Diskussionen um Themen wie Klima, Tempolimit oder elektrische Reichweiten prallen an ihm und seinen Jüngern ab. Der im zivilen Kleid so brave Honda Civic verwöhnt mit reichlich Power, gut 270 km/h Spitze und einem mächtigen, allerdings künstlichen Sound. Je nach Version informiert ein aufgesetzter Heckflügel oder ein flach anliegender Heckspoiler die Hinterherfahrer frühzeitig, dass eine Aufholjagd wenig Erfolg verspricht. Wie gehabt also ist dieser "R" ein Spielzeug für all jene, die der Playstation entwachsen sind und den Controller mit dem echten Gaspedal getauscht haben.

Trotz der geschätzten Attribute muss jetzt planmäßig ein Update her. Nein, nicht noch mehr Power, keine neuen Techniken zum Spritsparen, auch keine weiteren Assistenzsysteme. Filigrane Feinarbeit ist gefragt: So wandern im Frontbereich die Nebelleuchten etwas nach unten, haben jetzt eine separate Einfassung. Auch LED-Scheinwerfer und Tagfahrlicht bekommen ein neues Design, das künftig die ganze Honda-Familie tragen soll.

Eher von technischen Zwängen geprägt ist die Vergrößerung des Lufteinlasses im Kühlgrills um 13 Prozent. Sie führt vor allem bei wilden Jagden auf abgesperrten Strecken zu einer Senkung der Kühlmitteltemperatur um zehn Grad. Ein Nebeneffekt der größeren Öffnung ist aber, dass der Anpressdruck auf die Vorderachse leicht gesunken ist. Deshalb muss auch der schmallippige Frontspoiler verändert werden. Rippen an dessen Ende leiten den Fahrtwind zurück zum Luftleitblech. Damit passt dann in Sachen Druck wieder alles.

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Fürs Zungenschnalzen bei Technik-Freaks werden sicher auch Nachbesserungen an der Aufhängung, der Software des elektronisch geregelten Fahrwerks oder auch an der Lenkung sorgen. Gleiches gilt für die verbesserten Bremsen, deren reduziertes Pedalspiel für ein direkteres Ansprechen sorgen soll, wenn man denn den Rivalen der Rennbahn nach einer langen Geraden vor einer Kurve ausbremsen will. Alles klingt prima durchdacht, die Segnungen jedoch werden wohl den Profis unter den "R"-Fahrern vorbehalten bleiben.

Ebenso behutsam gehen die Honda-Erneuerer im Innenleben zu werke. Ein Alcantara-Bezug des Lenkrads spendiert mehr Griffigkeit. Der jetzt tropfenförmige Knauf erinnert an frühere "R"-Modelle von Honda. Er erlaube mit Hilfe eines 90-Gramm-Gegengewichts ein sensibleres Schaltgefühl und erhöhe gleichzeitig die Genauigkeit, sagt jedenfalls Honda. Damit das Gesamtkunstwerk auch die Ohren der Insassen erreicht, ist jetzt ein System namens ASC an Bord. Diese aktive Sound-Kontrolle liefert je nach gewähltem Modus die Begleitmusik, die die Fans so lieben. Fortissimo in den Einstellungen "Sport" oder "+R", eher andante in Komfort-Modus, wenn die geräuschempfindliche Schwiegermutter auf dem Rücksitz mitreist.

Datenlogger für die Rennstrecke

Und dann kommen doch wieder Playstation und Co. ins Spiel. Neu im Honda Type R ist ein sogenannter Datenlogger, der mit dem Bordcomputer verbunden werden kann. Auf einer speziellen App kann der Fahrer dann ablesen, wie er unterwegs war. Nach einem Ausflug auf die Rennstrecke verrät das Smartphone die Rundenzeiten, ein internes Wertungssystem beurteilt das eigene Können auf Basis des Bremsverhaltens, Beschleunigung und der Bedienung der Lenkung. Für besonders geschmeidiges Fahren verteilt die App auch Punkte. Auf einer Google-Maps-Karte können die Routen und die jeweiligen Leistungsdaten sowohl zu Hause als auch auf dem Display im Auto nachvollzogen werden.

Die genauen Preise zum Marktstart verrät Honda noch nicht. Einstiegsmodell bleibt der klassische Type R, der bislang für 31.588 Euro netto zu haben war und sicher nur maßvoll teurer wird. Die neue Version Type R Sport Line mit dem dezenteren Heckspoiler kostet ab 34.865 Euro netto. Für Kurzentschlossene steht zudem noch der Type R Limited Edition bereit. Er ist um 47 Kilo leichter, weil zum Beispiel Klimaanlage und Infotainment-System dem Abspecken geopfert wurden. Die Chancen, dieses nur in knalligem Gelb ausgelieferten Edel-Civic zu ergattern, stehen aber schlecht. Von den insgesamt 100 Stück sind gerade mal 30 für Deutschland vorgesehen. 

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