suchen
Technische Probleme

Tesla-Chef wirft Mitarbeiter Sabotage vor

1180px 664px
Tesla-Chef Elon Musk wirft einem Mitarbeiter umfangreiche Sabotage vor.
©

Die Produktion des Model 3 kommt nicht so richtig in Fahrt. Zu den diversen technischen Problemen kommt jetzt auch noch ein Saboteur aus den eigenen Reihen hinzu, sagt zumindest Firmenchef Musk. Und auch ein Brand ist für ihn recht verdächtig.

Dem Elektroautobauer Tesla macht nach Angaben von Firmenchef Elon Musk ein Feind im eigenen Hause zu schaffen: Ein Mitarbeiter habe "umfassende und schädliche Sabotage" begangen, schrieb Musk den Tesla-Angestellten am Sonntagabend in einer E-Mail, die der US-Sender CNBC am Montag (Ortszeit) veröffentlichte. Das volle Ausmaß sei noch nicht klar, doch was der Mitarbeiter bislang zugegeben habe, sei schon "ziemlich schlecht". Ein offizielles Statement des Unternehmens gab es zunächst nicht. Tesla steht derzeit wegen eines holprigen Produktionsstarts des Hoffnungsträgers Model 3 stark unter Druck.

Der Angestellte nahm laut Musk unter falschen Nutzernamen direkte Änderungen an Teslas Produktionssystem vor und leitete große Mengen hochsensibler Daten an noch unbekannte Dritte weiter. Sein Motiv sei gewesen, dass ihm eine Beförderung versagt geblieben sei. Es könnte aber noch weit mehr dahinter stecken, deshalb werde die Untersuchung diese Woche in aller Tiefe fortgeführt. "Wie Ihr wisst, gibt es eine lange Liste von Organisationen, die wollen, dass Tesla stirbt", warnte Musk die Mitarbeiter mit Verweis auf die Öl- und Gasindustrie sowie auf Wall-Street-Spekulanten, die gegen die Aktie der Firma wetten.

Produktionsstopp durch Brand

In einer zweiten, ebenfalls von CNBC veröffentlichten E-Mail offenbarte Musk, dass die Produktion des Model 3 durch einen Brand gestört worden sei. "Letzte Nacht hatten wir einen weiteren merkwürdigen Zwischenfall, der schwer zu erklären ist", heißt es darin. Es sei zu «einem kleinen Feuer» gekommen, durch das der Karosseriebau für einige Stunden gestoppt worden sei. Auch hier deutete Musk einen Sabotageakt an. Es könne sich zwar durchaus um Zufall handeln, doch: "Nur die Paranoiden überleben". Die Mitarbeiter sollten auf alles achten, das "nicht im besten Interesse unseres Unternehmens ist".

An Sabotage hatte Musk auch schon einmal gedacht, als eine Rakete seiner Raumfahrt-Firma SpaceX 2016 beim Betanken auf der Startrampe explodierte. Am Ende erwies sich jedoch ein technisches Problem als Auslöser. Die Explosion vernichtete einen teuren Internet-Satelliten von Facebook.

"Radikale Verbesserungen" nötig

Tesla kämpft derzeit weiter mit Anlaufproblemen bei der Massenfertigung seines ersten günstigeren E-Autos, dem Model 3. Musks Firma liegt bereits ein halbes Jahr hinter ihrem ursprünglichen Zeitplan und will die Marke von 5.000 Fahrzeugen pro Woche nun bis Ende Juni erreichen. Am Freitag gratulierte Musk den Mitarbeitern zwar zu den bereits gemachten Fortschritten, forderte aber zugleich "radikale Verbesserungen". Vor rund zwei Wochen hatte sich der Tesla-Chef beim Aktionärstreffen optimistisch für das Erreichen des Ziels gezeigt und die wöchentliche Produktionsrate mit rund 3.500 Model 3 angegeben.

Um das Ziel zu erreichen, ließ Musk eine weitere Montagelinie neben der Fabrik in Fremont in einem großen Zelt einrichten. Sie war zwar als provisorische Maßnahme gedacht, könne auch aber dauerhaft bleiben, deutete der Tesla-Chef bei Twitter an: "Bin nicht sicher, ob wir überhaupt ein Gebäude brauchen." Und sie sei binnen zwei Wochen zum Teil mit restlicher Technik aus dem Lager aufgebaut worden - "viel besser als die andere Montagelinie, die hunderte Millionen Dollar gekostet hat". Die automatisierte Linie des von Tesla übernommenen deutschen Maschinenbauers Grohmann sei in der "Gigafactory" in Nevada im Einsatz. Das Grohmann-Team habe gute Arbeit geleistet: "Heiliger Strohsack!", schrieb Musk auf Deutsch. (dpa)

360px 106px

Mehr

Mehr zum Thema Produktion:





Fotos & Videos zum Thema Produktion

img

Mercedes Factory 56

img

Seat-Fertigung im spanischen Martorell

img

Kunststoff im Auto

img

Post Streetscooter-Produktion in Aachen


Ihr Kommentar zum Artikel

© Copyright 2020 Autoflotte online

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

img
Scheuer

"Digitaler Führerschein" soll kommen

Gefragt nach dem Führerschein bei einer Polizeikontrolle einfach nur das Smartphone zücken? Das könnte in Deutschland schon bald Realität werden. Was hierzulande...


img
Fünf Fragen zum Thema

Telematikbasierte Versicherung

Bis zu 30 Prozent Ersparnis. Das ist eines der ersten Versprechen, welches man liest, wenn man das Internet nach telematikbasierten Versicherungen durchforstet....


img
Fahrbericht Mercedes S-Klasse

Schwebend durch Schwaben

In anderen Zeiten hätte diese neue S-Klasse wohl einen Tanz ums goldene Auto-Kalb ausgelöst. Doch die Zeiten sind nicht mehr so. Ein fantastisches Auto und Ausweis...


img
Toyota Mirai

Fortschrittliche Größe

Die zweite Generation des Toyota Mirai sieht nicht nur schicker aus als die erste, sie ist auch günstiger und kommt weiter.


img
Podcast Autotelefon

Sparwunder oder Mogelpackung auf Rädern?

Stefan Anker und Paul-Janosch Ersing unterhalten sich im Autotelefon-Podcast am Telefon über kleine und große Autos und alles, was dazu gehört. Die beiden Journalisten...