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Weltpremiere Seat Leon

Der Besser-Golf

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Seat hat die neue Leon-Generation enthüllt.
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Der Leon ist das wichtigste Auto für Seat und gleichzeitig "Flottenchef" der Marke. Zudem ist Deutschland der zweitwichtigste Markt für Seat. Und der Neue wird dem Golf nicht guttun.

Von Autoflotte-Chefredakteur Michael Blumenstein

So richtig verstehen muss man die Modellpolitik des Volkswagen-Konzerns nicht. Da baut man aus Wolfsburg heraus ein Imperium auf mit anerkannt guten Produkten – markenübergreifend. Skoda entwickelt sich prächtig und auch Seat ist wieder voll auf der Gewinnerstraße. Zufrieden stellt das in Wolfsburg aber nicht jeden der Entscheider. Denn die Kernmarke VW schwächelt – vielleicht auch zurecht wegen des Dieselskandals, das auf die Konzernmarken kaum abstrahlt.

Seat zeigt nun mit dem neuen Leon, der laut Deutschlandchef Bernhard Bauer "ab Ende März mit einem extrem guten Preisleistungsverhältnis beim Händler steht", wie es weitergeht. Gleichwohl fügt der Manager hinzu, dass "der neue Leon aufgrund seines technischen Mehrwerts nicht billiger werden wird". Das war abzusehen, dürfte aber bei einem Durchschnitts-Automobilpreis von knapp 30.000 Euro (laut DAT) über alle verkauften Fahrzeuge in Deutschland kein K.O.-Kriterium sein.

Denn laut Bauer ist der Leon "das wichtigste Flottenauto für Seat". Und der Manager ist sichtlich begeistert vom neuen Kompakten aus Matorell (das liegt direkt neben Barcelona). Und durchaus ist er nicht nur sehr ansehnlich, es lassen sich ins Kombiheck des Leon ST nun mindestens 617 Liter Gepäck unterbringen. Beim Fünftürer sind es weiterhin rund 380 Liter. Dafür sind Fünftürer und ST auch jeweils um rund neun Zentimeter auf 4,37 Metern bzw. 4,64 Meter gewachsen. Der Radstand wuchs im gleichen Zug um fünf Zentimeter auf 2,69 Meter und ist damit etwas länger als beim ebenfalls gerade erneuerten VW Golf (2,62 Meter).

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Fast auf Skoda-Niveau

Das wirkt sich aufs Interieur aus. Vorne ist das Platzangebot ziemlich identisch mit dem des Golf; hinten hat es fast Skoda-Niveau. Und damit wären wir wieder bei der Eingangsfrage: Volkswagen, in welche Richtungen gehen Deine Marken? "Auto Emocion", wie es bei Seat lange hieß, wird durch Pragmatismus ersetzt? Den gibt es doch vor allem bei Skoda.

Beim haptischen Eindruck zieht der Leon nun endgültig mit dem großen Bruder aus Wolfsburg gleich. Kein Wunder, sind Kombiinstrument (digital), Infotainmentsystem, fragwürdige Slider-Klimaregelung, Lichttaster sowie Automatikwählhebel mit den Bauteilen im Golf identisch. Differenzierungen werden minimiert. Andere Konzerne, allen voran PSA, versuchen gerade, den Spagat bei den Sichtteile weiter zu spreizen und damit Marken zu differenzieren.

Breite Motorenauswahl

Bei den Antrieben geht die Frage weiter. Gut für Seat: Denn das Motorenportfolio ist sehr umfangreich und zielt perfekt in Richtung Flotten. Diesel und Benziner sind selbstverständlich. Sie decken eine Spannweite von 90 bis 190 PS (1.0T, 1.5T, 2.0T sowie 2.0 TDI mit 115 und 150 PS) ab. Den starken Diesel gibt es auch als Allradversion, DSG ist ebenfalls zu haben.

Hinzu kommt abermals das CNG-Modell. Der Erdgasmotor leistet weiterhin 130 PS und ist wohl der am wenigsten Komplexe Antrieb im Programm (kein Partikelfilter nötig) und der effizienteste sowie kostengünstigste während des Betriebs. Hinzu kommen nun die 48-Volt-Mildhybride (eTSI mit 110 und 150 PS) und ein Plug-in-Hybrid (eHybrid). Dieser leistet 204 PS und ist damit vorerst der stärkste Leon. Der 13 kWh-Akku soll bis zu 60 Kilometer Stadtreichweite ermöglichen und spart dem Dienstwagenfahrer bares Geld bei der Versteuerung. Ob das hier serienmäßig installierte Sechsgang-DSG noch zeitgemäß ist, darf infrage gestellt werden. Reinelektrisch wird es den Leon übrigens nicht geben. Dafür startet laut Bauer „Ende des Jahres der El Born“, ein Elektro-Zwilling des VW ID.3, dessen Marktstart nun auf September verschoben wurde.

Bei den Ausstattungslinien bleibt es beim Bewährten: Reference, Style, Xcellence und FR lauten diese wieder. Die onlinebasierte Spracherkennung, Assistenzsysteme und weitere technische Gimmicks die wir im Golf bereits testen konnten, hat auch der Leon, ebenso kann Apples iPhone ohne Verkabelung die Inhalte aufs 8-10,25-Zoll-Display spiegeln und wird währenddessen induktiv geladen. Bei Android-Geräten ist das noch nicht möglich. Was gibt es beim Leon im Vergleich zum Golf nicht? LED-Matrixscheinwerfer. Zwar strahlt am Leon alles Mögliche in LED-Technik und wischt von einer zur anderen Seite (Leuchtband und Blinker), aber das Vielfahrerlicht ist bislang dem Golf vorbehalten. Na wenn das nun die Differenzierungen sein sollen? Das wird jedoch kein Hinderungsgrund für den Erfolg des neuen Seat Leon sein. Denn schon bislang hatte der Spanier eine Eroberungsrate von 70 Prozent. Viele dieser Menschen saßen zuvor sicherlich mal im Golf.

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