GAC-Verkaufsleiter: "Wir bieten ein ausgewogenes Gesamtpaket im C-Segment"

17.04.2026 10:30 Uhr | Lesezeit: 3 min
Niels de Gruijter, GAC Europe
Niels de Gruijter, Verkaufsleiter von GAC Europe
© Foto: GAC Europe

GAC startet im Herbst in Deutschland, mit der neuen Elektro-Marke Aion und zunächst noch ohne etabliertes Händlernetz. Wie der Einstieg gelingen soll, erklärt Niels de Gruijter, Verkaufs- und Marketingleiter für Europa.

Kein breites Modellangebot, kein Direktvertrieb: Ende 2026 startet die China-Marke Aion nur mit einem Modell, das über klassische Händler vertrieben wird. Außerdem setzt die Marke des GAC-Konzerns bewusst nicht auf Bestwerte in einzelnen technischen Disziplinen, sondern sieht sich als Anbieter eines ausgewogenes Gesamtpakets aus Preis, Qualität und Alltagstauglichkeit.

Der Aufbau eines Händlernetzes gilt als Schlüssel für einen erfolgreichen Markteintritt in Deutschland. Welchen Vertriebsansatz verfolgt GAC in Europa?

de Gruijter: Vertrauen ist der Kern unseres Geschäfts. Kunden müssen sicher sein, dass sie ein gutes Produkt fahren und sich darauf verlassen können. Wir haben verschiedene Vertriebsmodelle analysiert, vom Direktvertrieb bis hin zu Mischformen.

Für GAC ist ein klassisches Händlernetz die beste Lösung. Das bedeutet, dass eine eigene nationale Vertriebsgesellschaft den Markt steuert und mit lokalen Partnern arbeitet, die den direkten Kundenkontakt übernehmen. Wir setzen bewusst nicht auf ein reines Online- oder Direktvertriebsmodell.

Der Wettbewerb im europäischen Volumensegment ist bereits intensiv. Asiatische Marke konkurrieren mit europäischen Playern. Wie will sich Aion hier durchsetzen?

de Gruijter: Man kann eine Marke nicht allein über einzelne technische Kennzahlen positionieren, etwa die Ladeleistung. Es wird immer einen Wettbewerber geben, der schneller ist. Unser Ansatz ist ein anderer: Wir bieten ein ausgewogenes Gesamtpaket im C-Segment zu einem attraktiven Preis unter 30.000 Euro, mit rund 430 Kilometern Reichweite, viel Raum und einer hochwertigen Anmutung.

Unsere Positionierung basiert auf Vertrauen und Qualität. Genau dafür steht GAC seit den 1990er-Jahren, auch in den Joint Ventures mit Toyota und Honda. Diese Kompetenz wollen wir nach Europa bringen, ergänzt um Garantien, lokale Ersatzteilversorgung und verlässlichen Service.


GAC Aion UT

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Wie stark wird GAC seine Fahrzeuge und Strukturen für Europa lokalisieren?

de Gruijter: Wir sind ein chinesisches Unternehmen und stehen zu dieser Herkunft. Gleichzeitig ist Lokalisierung entscheidend. Der UT wurde bereits in Mailand entworfen, doch die technische Entwicklung liegt aktuell noch in China. Gebaut wird er bei Magna in Steyr, also ebenfalls in Europa. Dort bauen wir Schritt für Schritt lokale Zulieferstrukturen auf, zunächst für Komponenten wie Glas oder Räder, später auch für technisch komplexere Teilen.

Perspektivisch prüfen wir zudem, wo wir in Europa ein eigenes Entwicklungszentrum aufbauen können. Damit könnten wir langfristig auch Software und weitere Schlüsselbereiche an den europäischen Markt anpassen oder sogar dafür entwickeln.

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