„Tiger“ im Rampenlicht
Starkes Trio | Mit dem Macan eröffnet Porsche das Segment der Sportwagen bei den Kompakt-SUV. Wie stark darf es sein: 258, 340 oder 400 PS?
— Ab dem 5. April 2014 gesellt sich der Macan (indonesische Bezeichnung für „Tiger“) zu den Cayenne-Modellen beim Porsche-Händler. Gezeigt hat sich das besondere SUV der Öffentlichkeit allerdings bereits im November – auf der LA und der Tokyo Motor Show.
Eleganter Sportler | Optisch holten sich die Designer für den 1,6 Meter flachen Macan Anregungen im eigenen Haus: Die Seitenfenster, die sich am Heck absenkende Dachlinie und die hinteren Kotflügel erinnern etwa an den Porsche 911. Elemente wie die Hauptscheinwerfer-Form kennt man vom Hybrid-Sportwagen 918 Spyder.
Ebenfalls sportlich: die dynamisch geformten Einlagen im unteren Bereich der Vorder- und Hintertüren und der durchgehende Seitenschweller. Passend dazu: die bis zu 21 Zoll großen Räder.
Auch die Interieursoptik spricht eindeutig die Sprache der Sportwagen: Fahrer und Beifahrer sitzen tief, getrennt von der ansteigenden Mittelkonsole mit 4,8-Zoll-Farbdisplay. Wichtiges Equipment: das Multifunktions-Sportlenkrad mit Schaltpaddles (Serie).
Eine Klasse für sich | Den laut eigener Aussage „ersten Sportwagen unter den kompakten SUV“ baut Porsche in drei Versionen, alle ausgestattet mit aktivem Allradantrieb inklusive elektronisch geregelter, kennfeldgesteuerter Lamellenkupplung: Macan, Macan S Diesel und Macan Turbo. Qualitäten als kraftvoller „Tiger“ bringt er dabei immer mit.
Immerhin leistet bereits der „Einstiegsbenziner“ Macan, der wie der Macan S Diesel preislich bei 48.681 Euro startet, gewaltige 340 PS. Der 3,0-Liter-V6-Biturbo-Motor, der in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 spurtet, ist dabei wie alle Macan an das Porsche Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK mit zwei Schaltgassen gekoppelt. Sein Verbrauch: 8,7 Liter (CO2: 204 g/km).
Das Turbodiesel-Pendant im Macan S Diesel benötigt im Schnitt überschaubare 6,1 Liter (CO2: 159 g/km), leistet dabei trotzdem 258 PS und braucht nur 0,9 Sekunden mehr bis zur 100-km/h-Grenze als der Macan.
Der Dritte im Bunde und gleichzeitig Topmodell der Baureihe ist der Macan Turbo. Sein neuer 3,6-Liter-V6-Biturbo-Motor macht Spitzenwerte möglich: 400 PS, in 4,8 Sekunden von null auf 100, maximal 266 Stundenkilometer. Den Verbrauch für diesen Boliden geben die Stuttgarter mit 8,9 Litern an (CO2: 208 g/km). Kostenpunkt: ab 67.081 Euro.
Optionale Extras wie die Luftfederung, Porsche Torque Vectoring Plus, Spurhalte- und -wechselassistent oder das dynamische Fernlicht erhöhen den Endpreis.
Eine Entscheidung erfordert auch das Angebot von drei Fahrwerksvarianten: Stahlfederung, eine Kombination der Stahlfederung mit dem Porsche Active Suspension Management (PASM) und optional eine Luftfederung mit Niveauregulierung, Höhenverstellung und PASM.
Damit das Revier des „Tigers“ nicht auf asphaltierte Straßen begrenzt ist, gibt es den serienmäßigen Offroad-Modus, aktivierbar zwischen null und 80 Stundenkilometern. Alle relevanten Systeme schalten dann in ein traktionsorientiertes Geländeprogramm.
Auch Serie: die Sport-Taste, mit der man dem elektronischen Motormanagement noch bissigeres Arbeiten verordnet. Wem das nicht genügt, kann das Sport-Chrono-Paket ordern, das Fahrwerk, Motor und Getriebe bei emotionalem Sound noch sportlicher trimmt.
Made in Germany | Während die echten Tiger vielerorts vom Aussterben bedroht sind, setzt Porsche bei seiner Wildkatze auf Durchsetzungsvermögen: Die für den Macan gebaute Fertigungslinie im Leipziger Werk ist auf die Produktion von 50.000 Fahrzeugen jährlich ausgelegt. | Susanne Löw
Macan S ab 48.681 Euro
V6/2.997 cm3 | 250 kW/340 PS | 460 Nm/1.450 U/min PDK | 5,4 s | 254 km/h | 8,7 S | 204 g/km
Macan S Diesel ab 48.681 Euro V6/2.967 cm3 | 190 kW/258 PS | 580 Nm/1.750 U/min PDK | 6,3 s | 230 km/h | 6,1 D | 159 g/km
Macan Turbo ab 67.081 Euro V6/3.604 cm3 | 294 kW/400 PS | 550 Nm/1.350 U/min PDK | 4,8 s | 266 km/h | 8,9 S | 208 g/km
4.681 (Turbo: 4.699) mm x 1.923 mm x 1.624 mm | 500 – 1.500 Liter
Wartung: max. 30.000 km/alle zwei Jahre