Die Marke Skoda den Flotten anzupreisen, hieße Eulen nach Athen tragen. Der Markenanteil im Flottenmarkt liegt nicht weit weg von dem der Stammmarke aus Wolfsburg. Der Octavia ist seit Monaten der Flottenkönig und in den Top Ten der Importeure parken in der Regel mindestens fünf Modelle mit dem Haschek auf dem S.
Im Strom der Stromer schwimmen nun mit dem Epiq und dem Peaq ein kompakter City-Surrer und ein siebensitziger 4,87-Meter-Riese mit. Blicken wir auf den Epiq, der gewissermaßen aus dem Kamiq heraus entwächst. Wobei auch hier gilt, dass Verbrenner- und Stromer-Welten grundsätzlich anders ticken und nur schwer vergleichbar sind. Der Epiq ist auf jeden Fall ein Stadtheld, der wie der ID.Cross und der Cupra Raval in Spanien vom Band läuft. Kannibalisierungsgefahr besteht deshalb immer, aber zumindest der direkte Vergleich mit dem Raval zeigt, dass baulich Gleiches weder optisch noch im Handling gleich sein muss.
Skoda Epiq: Der Platzspender
Der Raval ist hier die Sportskanone mit rebellischem Auftritt. Der Epiq wiederum nimmt die Rolle des Platzspenders an, der mit kleinen Ideen das Reisen angenehmer macht. Die Vorteile eines E-Mobils, etwa das ausgewiesene Spurtvermögen, nimmt er selbstredend mit. Aber sein Kaufargument ist der Platz: 475 Liter passen ins Heck und 25 Liter zusätzlich optional in den Frunk.
Der Kern des City-Stromers ist die Batterie und deren Abstimmung mit dem E-Motor. Die Batterieart bringt auch hier einige Vor- und Nachteile der jeweiligen Zellchemie mit sich. Der Einstiegsakku ist ein LFP mit 38,5 kWh (brutto), die 55-kWh-Option (brutto) ist ein NMC-Akku. Der E-Motor im Epiq bringt 85 kW / 115 PS, 99 kW / 135 PS oder maximal 155 kW / 211 PS auf die Straße, was die Bezeichnungen 35, 40 und 55 definiert.
Skoda Epiq (2027)
Laut Datenblatt geht die E-Reise dann von gut 310 Kilometern bis maximal 440 Kilometern. Bei Tempo 160 ist Schluss. Der limitierende Faktor dabei, wie oft sich der City-Skoda außerhalb des urbanen Habitats bewegen wird, ist die DC-Ladepower, welche beim 35er nur 50 kW bedeutet und beim 50er immerhin mehr als doppelt so stark (105 kW) ausfällt. Kommen wir zu den Preisen, die die Marke haben wachsen lassen, aber längst nicht mehr als günstig gelten.
Was beim kleinsten der nun vier Stromer aus Tschechien definitiv ein Kaufgrund sein wird. Der bald erhältliche Epiq 35 startet bei 21.265 Euro netto. Die 40er-Version ist demnächst ab 23.445 Euro zu haben. Wer aktuell bestellt, wählt den 55er-Akku und 155 kW Leistung zu Preisen ab 27.555 Euro. Hier lohnt der kurze Check, was die Konzernbrüder aktuell als Einstiegsmodell schon liefern oder welche Version noch erwartet wird.
Den VW ID.Cross gibt es aktuell noch in der Style-Version mit 52 kWh-Akku und 211 PS ab 30.693 Euro. Die neue Einstiegsversion Trend soll ab Oktober konfigurierbar sein. Die Raval-Welt beginnt momentan beim E-Cupra mit 135 PS und 37-kWh-Akku ab 25.084 Euro. Eine 115-PS-Version mit gleichem Akku soll künftig ab 21.806 Euro lieferbar werden. Der krawallige VZ mit 166 kW / 226 PS und 19-Zöllern wird gleich mit 33.605 Euro gehandelt, ist aber im direkten Vergleich eine andere Art, Stromer zu fahren. Auch hier gilt die alte Regel im neuen E-Zeitalter: Alles ist im Fluss.
Fazit Skoda Epiq
Laut Skoda lagen für den Epiq und den Peaq Anfang des Monats bereits über 45.000 Bestellungen im Konfigurator vor. Also keine Anfragen oder Anzahlungen, sondern Bestellungen. Ein Großteil davon wird auf den Epiq entfallen, so dass das Urteil des Marktes, und das ist maßgeblich in der Marktwirtschaft, bereits gefällt scheint. Auch mit dem Epiq wird zu rechnen sein.