Xpeng P7+ im Test: Der leise Riese

27.09.2026 15:06 Uhr | Lesezeit: 3 min
Xpeng P7+ Test (2026) Bildergalerie
Steht satt auf allen Vieren: Xpeng P7+
©Foto: Timo Bürger

Mit 503 PS, 800-Volt-Technik und enorm viel Platz fährt der Xpeng P7+ im Test Performance selbstbewusst in die elektrische Oberklasse. Im Alltag überzeugt der Fünfmeter-Stromer jedoch weniger mit seiner brachialen Leistung als mit Ruhe, Komfort und extrem hoher Ladeleistung.

Schon die Abmessungen machen deutlich, dass das Plus im Namen ernst gemeint ist. Der neue Xpeng P7+ misst 5,07 Meter in der Länge, 1,94 Meter in der Breite und besitzt einen Radstand von exakt drei Metern. Entsprechend präsent steht die Fastback-Limousine auf der Straße. Enge Parkhäuser und schmale Fahrspuren verlangen allerdings etwas Aufmerksamkeit. Dafür liegt der breite Stromer auch bei höherem Tempo ausgesprochen satt und ruhig auf der Fahrbahn.

Dabei zählt die Gelassenheit zu den größten Stärken des P7+. Selbst auf der Autobahn bleibt es im Innenraum bemerkenswert leise. Wind- und Abrollgeräusche dringen nur gedämpft zu den Insassen durch, der Geradeauslauf ist tadellos. So eignet sich der Chinese bestens als entspannter Kilometerfresser. Das adaptive Fahrwerk hält die mehr als 2,2 Tonnen schwere Limousine zuverlässig unter Kontrolle und vermittelt auch in schnelleren Passagen viel Sicherheit.

An Vortrieb mangelt es der getesteten Performance-Version nicht. Zwei Elektromotoren bringen gemeinsam 370 kW beziehungsweise 503 PS und 670 Newtonmeter auf die Straße. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert 4,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist offiziell auf 200 km/h begrenzt. Mehr ist wirklich nicht nötig.


Xpeng P7+ Test (2026)

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Trotz dieser Zahlen wirkt der P7+ nicht wie ein nervöser Sportler. Die Kraftentfaltung erfolgt ausgesprochen linear und kontrolliert. Erst ein kräftiger Tritt aufs Fahrpedal zeigt, welche Reserven der Allradler besitzt. Dann schiebt die große Limousine vehement an, ohne ihre kultivierte Grundhaltung abzulegen. Das griffige Lenkrad liegt gut in der Hand, die Lenkung bleibt angenehm unaufgeregt. Der P7+ möchte kein Kurvenräuber sein, sondern ein souveräner Reisewagen.

Die Bedienung übernimmt hauptsächlich ein 15,6 Zoll großer Zentralbildschirm. Das Xmart-OS-System reagiert ausgesprochen schnell, Menüs und Karten werden ohne spürbare Verzögerung aufgebaut. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenso vorhanden wie eine zuverlässig funktionierende Sprachsteuerung, 5G-Anbindung und Over-the-Air-Updates. Manche Funktionen liegen allerdings etwas tief in der Menüstruktur. Häufig benötigte Einstellungen lassen sich über eine Wischbewegung vom oberen Bildschirmrand schneller erreichen.

Das 8,8 Zoll große Fahrerdisplay ist dagegen bewusst schlicht gehalten und sehr gut ablesbar. Gleiches gilt für das serienmäßige Head-up-Display. Hinzu kommen ein digitaler Innenspiegel und ein klangstarkes Audiosystem mit 20 Lautsprechern, darunter ein Lautsprecher im Fahrersitz. Die Türen werden von innen per Knopfdruck geöffnet. Das wirkt zunächst ungewohnt, geht aber schnell in Fleisch und Blut über.


Wie sich Xpeng in Deutschland aufstellt

"Mobilität geht übers Fahren hinaus". Diese Feststellung charakterisiert vielleiht am besten, wofür Xpeng steht: Das chinesische Unternehmen sieht sich als Mobilitätsanbieter, baut nicht nur Autos, sondern entwickelt unter anderem auch Bedien- und Assistenzsysteme oder Robotaxis. Formuliert hat diesen Satz Markus Schrick, Geschäftsführer Xpeng Vertriebsregion Central Europe anlässlich der Verkündung der Partnerschaft mit dem Bundesligaverein Mainz 05 Ende August 2026.

Bei seiner Kundeneroberung ("Europa ist Herzstück der Expansion") in Deutschland setzt Xpeng konsequent auf Vertriebspartner: "Der Handel kann besser Retail als wir", so Schrick. Wichtig sei Xpeng zudem eine verlässliche und vertrauenswürdige Partnerschaft: "Der Händler hat nur Spaß mit der Marke, wenn er Geld verdienst; Händlerzufriedenheit ist genau so wichtig wie Kundenzufriedenheit."

Die Xpeng-Roadmap sieht vor, sich "aus der Gruppe der Chinesen herausentwickeln." In 110 Standorten wolle man zum Ende des Jahres hierzulande vertreten sein, aktuell sei man bei knapp 80 angelangt. 8.000 Zulassungen peile man für 2026 an, 2027 sollen es gar 15.000 sein. Langfristig wolle man, das wird Schrick nicht müde zu betonen, "der deutscheste Chinese" werden.



Dazu passen die unaufdringlich arbeitenden Assistenzsysteme. Der adaptive Tempomat, die Spurführung und der aktive Spurwechselassistent gehören ebenso zur Serienausstattung wie zahlreiche Kollisionswarner. Insgesamt 25 Sensoren liefern die Daten für das Assistenzpaket Xilot. Angenehm: Im Fahralltag halten sich die elektronischen Helfer wohltuend im Hintergrund.

Auch der Parkassistent der Limousine, die im Werk von Magna Steyr in Graz produziert wird, hinterlässt einen guten Eindruck. Sobald das Fahrzeug steht oder der Rückwärtsgang eingelegt wird, bietet das System seine Unterstützung an. Angesichts der stattlichen Außenmaße ist das mehr als eine Spielerei. Eine 360-Grad-Kamera, automatisches Ein- und Ausparken sowie ein ferngesteuerter Parkassistent sind serienmäßig an Bord.

Xpeng P7+ im Test: Lounge für die Langstrecke

Den größten Aha-Effekt liefert der lange Chinese jedoch im Innenraum. Die Materialauswahl wirkt hochwertig, die Verarbeitung sauber. Vorne nehmen Fahrer und Beifahrer auf bequemen, elektrisch einstellbaren Nappaledersitzen Platz. Sitzheizung, Belüftung und Massagefunktion sind in der Performance-Version serienmäßig. Auch auf längeren Strecken lässt es sich hier ausgezeichnet aushalten.

Noch eindrucksvoller sind die Platzverhältnisse im Fond. Die Beinfreiheit fällt riesig aus, die elektrisch neigbaren Rücksitzlehnen erhöhen den Reisekomfort zusätzlich. Die äußeren Rücksitze lassen sich beheizen, belüften und massieren. Ein kleiner Klapptisch an der Rückseite des Beifahrersitzes unterstreicht den Lounge-Anspruch. Damit empfiehlt sich der P7+ nicht nur als Dienstwagen für Selbstfahrer, sondern ebenso für Passagiere, die auf längeren Etappen arbeiten oder entspannen möchten.

Das Gepäckabteil fasst 573 Liter. Werden die im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzlehnen umgelegt, stehen bis zu 1.931 Liter zur Verfügung. Die große, elektrisch öffnende Heckklappe erleichtert das Beladen. Bis zu 1.500 Kilogramm darf der P7+ gebremst an den Haken nehmen. Die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung kostet 1.190 Euro extra und ist eine der ganz wenigen Sonderausstattungen, denn ansonsten ist "volle Hütte" angesagt.

Beim Laden zeigt der P7+, was moderne Elektrotechnik leisten kann. Die Performance-Version nutzt eine 74,9 kWh große LFP-Batterie und ein 800-Volt-System. Xpeng nennt eine maximale DC-Ladeleistung von 446 kW - viel zuviel für die allermeisten Ladesäulen, bei denen aktuell (noch) bei 300 kW Ende Gelände ist.

Unter optimalen Bedingungen soll der Sprung von 20 auf 80 Prozent nur zehn Minuten dauern. Oder um es anders zu formulieren: Selbst bei einem Ladestand von 94 Prozent zeigte die Ladeanzeige während der Testfahrt noch 85 kW. Das ist im Alltag ebenso beeindruckend wie relevant, gerade bei längeren Touren.

Die kombinierte WLTP-Reichweite beträgt 500 Kilometer, der Normverbrauch liegt bei 17,4 kWh je 100 Kilometer. Wechselstrom nimmt der P7+ dreiphasig mit bis zu elf kW auf. Darüber hinaus steht eine Vehicle-to-Load-Funktion mit 3,3 kW zur Verfügung.


Xpeng P7+ AWD Performance

  • Preis: ab 53.600 Euro
  • E-Motoren mit zusammen 370 kW/503 PS
  • Tecvia_2025!
  • Drehmoment: 220 Nm vorne, 450 Nm hinten, Allradantrieb
  • 0-100 km/h: 4,3 s, Vmax: 200 km/h
  • Verbrauch: 17,4 kWh/100 km, Testverbrauch: 19,0 kWh/100 km
  • Akkugröße: 74,9 kWh, Reichweite: 500 km (WLTP)
  • Ladeleistung: 446 kW (DC), 11 kW (AC)
  • Ladedauer: DC: 10-80 % in 12 Minuten, AC: 5-100 % in 8:30 Std. 
  • Garantie (Fahrzeug): 7 Jahre/160.000 km, Batterie 8 Jahre/160.000 km


Fazit Xpeng P7+

Der Xpeng P7+ im Test Performance ist weniger Sportlimousine als luxuriöser Elektro-Gleiter. Seine 503 PS sorgen bei Bedarf für ausgesprochen nachdrücklichen Vortrieb. Nachhaltiger in Erinnerung bleiben jedoch der hohe Geräuschkomfort, der stabile Geradeauslauf, die bequemen Sitze und das üppige Raumangebot. Abzüge gibt es nur für die etwas unübersichtlichen Außenmaße und einige verschachtelte Menüs.

Mit einem Listenpreis von 53.600 Euro (Die Basis mit Hinterradantrieb startet ab 46.600 Euro) bietet das Topmodell eine nahezu vollständige Ausstattung, viel Leistung und eine außergewöhnlich starke Ladetechnik. Wer einen geräumigen und äußerst entspannten Elektro-Dienstwagen für die Langstrecke sucht, sollte den P7+ dennoch auf die Kandidatenliste setzen.

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