BBM-Konferenz: Wenn Fuhrparkmanagement zur Chefsache wird

03.07.2026 09:18 Uhr | Lesezeit: 2 min
BBM, Konferenz
Die Expertenkonferenz in Göttingen bot eine Plattform für fachlichen Austausch.
© Foto: BBM

Steigende Kosten, neue Pflichten und der Umbau zur E-Mobilität erhöhen den Druck auf Mobilitätsverantwortliche. In Göttingen zeigte der BBM, warum Fuhrparkmanagement heute weit mehr ist als Fahrzeugverwaltung.

Mobilitätsverantwortliche aus ganz Deutschland kamen Ende Juni 2026 in Göttingen zur Expertenkonferenz Fuhrparkmanagement des Bundesverbands Betriebliche Mobilität e.V. (BBM) zusammen. In der Universitätsstadt drehte sich zwei Tage lang alles um eine Frage, die Fuhrpark- und Mobilitätsverantwortliche derzeit besonders beschäftigt: Wie lassen sich Flotten und betriebliche Mobilität in Zeiten steigender Kosten, wachsender Regulierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeitsanforderungen professionell steuern?

Unter dem Motto "Göttinger Nobelpreiswunder trifft Fuhrpark-Wahnsinn" bot die Konferenz eine Plattform für Austausch, Praxiswissen und konkrete Lösungsansätze. Im Mittelpunkt stand nicht theoretisches Grundlagenwissen, sondern die direkte Übertragbarkeit in den Unternehmensalltag. Diskutiert wurde unter anderem, welche Prozesse neu organisiert werden müssen, wo versteckte Kosten entstehen, wie Digitalisierung entlasten kann und welche Rolle Fuhrparkverantwortliche heute über die reine Fahrzeugverwaltung hinaus einnehmen.

Praxiswissen für den Fuhrparkalltag

Besonders im Fokus standen Themen, die in vielen Unternehmen aktuell Handlungsdruck erzeugen: Rechtssicherheit, Kostenkontrolle und die praktische Umsetzung der Elektromobilität.

  • Beim Thema Rechtssicherheit ging es unter anderem um Führerscheinkontrolle, Halterpflichten, Dokumentation und klare Zuständigkeiten. Die Beiträge der Experten machten deutlich, wie schnell fehlende Nachweise oder unklare Abläufe zu Haftungsrisiken führen können – und wie sich diese mit strukturierten Prozessen deutlich reduzieren lassen.
  • Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Kosten- und Steuerfragen. Diskutiert wurden typische Fallstricke rund um Bruttolistenpreis, 1-Prozent-Regelung sowie die Unterschiede zwischen Auto-Abo und Leasing. Ziel war es, mehr Transparenz in die tatsächlichen Fuhrparkkosten zu bringen und Fehlentscheidungen frühzeitig zu vermeiden.
  • Auch die Elektromobilität wurde vor allem aus der Praxisperspektive betrachtet. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Ladeinfrastruktur sowie zu Lade- und Nutzungskonzepten im Unternehmensalltag. Deutlich wurde: Tragfähige Lösungen entstehen nur dann, wenn sie konsequent auf betriebliche Abläufe, Fahrprofile und organisatorische Rahmenbedingungen abgestimmt sind.

Fuhrparkmanagement wird strategischer

"Rechtssicherheit schaffen, Daten verstehen, Nachhaltigkeit ermöglichen und zugleich die Mobilität der Mitarbeitenden im Blick behalten – die Referenten haben gezeigt, wie das funktionieren kann", sagte Dieter Grün, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BBM. Der Verband verstehe sich dabei als Orientierungspartner für Unternehmen: "Unser Anspruch ist es, die Verantwortlichen mit dieser Komplexität nicht allein zu lassen. Wir geben Orientierung, vermitteln Wissen und schaffen den Austausch, den es braucht, um gute Entscheidungen treffen zu können."

Auch Can Baltaci, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BBM und selbst im Flottenmanagement tätig, betonte den Praxisnutzen der Veranstaltung: Professionelles Fuhrparkmanagement beginne dort, wo nicht nur Fahrzeuge organisiert, sondern Risiken, Kosten und Prozesse aktiv gesteuert würden.

Neben Fachvorträgen und Workshops spielte vor allem der Erfahrungsaustausch eine zentrale Rolle. Ob Großflotte, kommunaler Fuhrpark, Energieversorger, Dienstleister oder mittelständisches Unternehmen: Viele Herausforderungen ähneln sich, die passenden Lösungen hängen jedoch stark von Struktur, Strategie, Ressourcen und Unternehmenskultur ab.

Die Konferenz zeigte damit auch: Wer betriebliche Mobilität professionell organisiert, kann Kosten senken, Prozesse verbessern, Mitarbeitende entlasten und zugleich einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens leisten. "Die besten Lösungen entstehen oft dort, wo Fachwissen und Erfahrung zusammenkommen", so Grün. Genau diesen Raum wolle die Expertenkonferenz bieten – für Wissen, Diskussion, kritische Fragen und konkrete Impulse, die im Unternehmensalltag weiterwirken.

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