E10: Ölkonzerne verdienen am Chaos

20.06.2011 10:12 Uhr
Nach einem "Spiegel"-Bericht hat die Ablehnung des Biosprits E10 den Mineralölkonzernen einen überraschenden Geldsegen beschert.
© Foto: Lukas Barth/ddp

Die weitverbreitete Ablehnung des Biosprits E10 hat den Mineralölkonzernen nach einem "Spiegel"-Bericht einen überraschenden Geldsegen beschert. Aus Angst vor Schäden an ihren Motoren sind viele Autofahrer auf die kostspielige Benzinsorte Super Plus ausgewichen – zumindest an jenen Tankstellen, an denen im Zuge der E-10-Einführung das normale Super abgeschafft wurde. Der Absatz des bis zu zehn Cent pro Liter teureren Kraftstoffs Super Plus habe sich dadurch mehr als verfünffacht, berichtet der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. So setzten die rund 14.700 Tankstellen in Deutschland dem Bericht zufolge im ersten Quartal 2010 – also noch vor der Einführung des ethanolhaltigen Kraftstoffs E10 – täglich 140 Millionen Liter Super Plus ab, ein Jahr später waren es im selben Zeitraum 735 Millionen Liter pro Tag. Der Anteil von Super Plus an der Gesamtabsatzmenge aller Benzin-Kraftstoffe stieg damit von 2,3 Prozent auf zwölf Prozent. Bislang wurde E10 an etwa 50 Prozent aller Tankstellen in Deutschland eingeführt, vor allem in Ost- und Süddeutschland. Die Mineralölkonzerne gehen jedoch mittlerweile dazu über, mit Super, Super Plus und E10 wieder alle drei Benzinsorten anzubieten. (dpa)

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