Hintergrund zum „Barometer 2009“

26.06.2009 12:02 Uhr

Hintergrund zum „Barometer 2009“

Für die aktuelle CVO-Studie wurden im ersten Quartal 2009 in elf europäischen Ländern 3.379 Fuhrparkentscheider befragt, 300 davon in Deutschland. Zusätzlich zu den bisher vertretenen Ländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Schweiz, Spanien und Tschechien waren in diesem Jahr erstmals auch Griechenland und Großbritannien vertreten. Die vollständige Studie „Barometer 2009“ wird Ende Juni veröffentlicht.

Umweltschutz, ja aber …

Der Corporate Vehicle Observatory (CVO) hat das „Barometer 2009“ heraus-gebracht und dafür wieder Fuhrparkentscheider in elf europäischen Ländern befragt. Ein Schwerpunkt: deren Einschätzung, wie es um die Bereitschaft ihrer Fahrer steht, die Umwelt zu schonen.

Umweltschonende Fahrzeuge ja, aber doch möglichst ohne „Downsizing“ und Einschränkungen beim Fahrspaß – so könnte man ein Ergebnis der aktuellen CVO-Studie „Barometer 2009“ interpretieren. Da die meisten Fuhrparkverantwortlichen ihre Dienstwagenfahrer sehr gut kennen, haben die Marktforscher von tns im Auftrag des CVO 3.379 europäische Fuhrparkentscheider in ihren Telefoninterviews erstmals auch gefragt, wie sie die Bereitschaft ihrer Fahrer zu einzelnen umweltfreundlichen Maßnahmen im Fuhrpark einschätzen. So glauben 91 Prozent der deutschen Fuhrparkverantwortlichen, dass ihre Fahrer wahrscheinlich oder bestimmt einverstanden wären, ein umweltschonendes Fahrzeug zu fahren – der höchste Wert, der bei den fünf vorgegebenen Antworten dieser Frage erreicht wurde. Von ihren europäischen Kollegen, die auch in diesem Punkt am positivsten gestimmt sind, gaben das nur 76 Prozent an.

Die Bereitschaft, CO2 zu reduzieren (42 Prozent) und ein kleineres Fahrzeug zu fahren (38 Prozent), schätzen die deutschen Fuhrparkentscheider bei ihren Dienstwagennutzern aber deutlich geringer ein. Ihre europäische Kollegen sind in diesen Punkten in ihrer Annahme mit Werten von 51 Prozent (CO2-Reduzierung) und 46 Prozent (kleineres Fahrzeug) hingegen deutlich optimistischer. In Deutschland und in Europa erzielen diese beiden Umweltschutz-Maßnahmen die niedrigsten Werte bei den Antwortoptionen auf diese Frage.

Betrachtet man die Ergebnisse nach den verschiedenen Unternehmensgrößen, ergibt sich, dass die Fuhrparkentscheider in kleineren und mittleren Unternehmen (KMU, zehn bis 99 Mitarbeiter) von einer größeren Bereitschaft ihrer Fahrer ausgehen, ein umweltschonendes Fahrzeug zu ordern. 91 Prozent von ihnen glauben, dass ihre Fahrer dem bestimmt oder wahrscheinlich zustimmen würden. Bei den größeren Unternehmen mit 100 bis 999 Mitarbeitern glauben dies noch 87 Prozent, bei den Großunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten nur noch 84 Prozent. Bei der Einschätzung, ob ihre Fahrer bereit wären, einen Kurs zu umweltschonendem Fahren oder ein Straßensicherheitstraining zu absolvieren, verhält es sich genau andersherum. Hier sind die Befragten in den großen Unternehmen (100 bis über 1.000 Mitarbeiter) deutlich positiver gestimmt als in den KMU. Ebenso bei der CO2-Reduktion erzielen die großen Firmen höhere Werte bei der geschätzten Akzeptanz, der Unterschied zu den kleineren mit zehn bis 99 Beschäftigten ist jedoch deutlich geringer und liegt im einstelligen Prozentbereich. Die Grafik „Fahrer wären bestimmt bereit für ...“ gibt für die fünf abgefragten Umweltmaßnahmen nur die Werte für positivste Antwortoption („bestimmt“) wieder, deshalb fällt das Bild hier etwas anders aus.

Die einzelnen Werte pro Antwortoption liegen hier auf ähnlichem Niveau. Einziger „Ausreißer“ sind die 29 Prozent der befragten KMU, die davon ausgehen, dass ihre Fahrer bestimmt bereit wären, ein kleineres Fahrzeug zu akzeptieren. Dieser Wert kommt bei den größeren und Groß-unternehmen mit 14 und neun Prozent nur auf die Hälfte respektive ein Drittel des Wertes von 29 Prozent, den die KMU erzielt haben. Dies könnte da-ran liegen, dass in kleineren Firmen häufiger die Unternehmenslenker selbst den Fuhrpark dirigieren und demzufolge für das Barometer befragt wurden, wie die Studie an anderer Stelle auch bestätigt. Und Unternehmenschefs könnten von ihren eigenen Interessen so überzeugt sein, dass sie die wirklichen Vorlieben ihrer Fahrer bei der Antwort schlichtweg ausgeblendet oder einfach nur positiver eingeschätzt haben. MP

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