Der Firmenwagen bleibt in Deutschland ein zentraler Bestandteil der Mitarbeitervergütung. Gleichzeitig verändert sich das Angebot deutlich: Unternehmen setzen zunehmend auf Wahlmöglichkeiten und erweitern ihre Mobilitätsangebote über das klassische Dienstfahrzeug hinaus. Das zeigt die aktuelle International Car Policy Survey 2026 von WTW, an der 359 deutsche Unternehmen teilgenommen haben.
83 Prozent der Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitenden einen Firmenwagen als Benefit an. Damit liegt Deutschland deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 72 Prozent. Auch bei der Flexibilisierung nimmt der deutsche Markt eine Vorreiterrolle ein: 46 Prozent der Unternehmen ermöglichen die Wahl zwischen einem Firmenwagen und einer finanziellen Alternative. Europaweit bieten diese Option lediglich 29 Prozent der Unternehmen an.
Der Firmenwagen bleibt dabei die bevorzugte Variante. Von den Beschäftigten, die zwischen Fahrzeug und Geldlösung wählen können, entscheiden sich im Median nur 15 Prozent für die finanzielle Alternative. Die Wahlmöglichkeit selbst gewinnt jedoch an Bedeutung – insbesondere im Wettbewerb um Fachkräfte.
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"Der Firmenwagen ist in Deutschland kein Auslaufmodell, aber er verändert sich grundlegend. Unternehmen erkennen, dass Mitarbeiter unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse haben", sagt Andrew Planhof, Practice Lead Rewards Data Intelligence Germany & Austria bei WTW. Wer ausschließlich auf den klassischen Dienstwagen setze, riskiere demnach, an Attraktivität als Arbeitgeber zu verlieren.
Leasing dominiert steigen
Bei der Finanzierung dominiert in Deutschland das Leasing inklusive Wartung. 81 Prozent der Unternehmen setzen auf dieses Modell. Die monatlichen Kosten liegen im Median bei 1.000 Euro für Führungskräfte, 850 Euro für das mittlere Management und zwischen 743 und 795 Euro für Sales-Mitarbeitende.
Die steigenden Kosten erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Car-Benefit-Strategien regelmäßig zu überprüfen. 60 Prozent der deutschen Unternehmen planen deshalb, ihre Car-Benefit-Policy innerhalb der kommenden zwölf Monate zu überarbeiten. Im europäischen Durchschnitt sind es 44 Prozent.
Bei der Elektromobilität zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Rahmenbedingungen für das Laden sind in vielen Unternehmen bereits gut entwickelt: 81 Prozent übernehmen die Ladekosten unterwegs, 68 Prozent beteiligen sich an den Stromkosten für das Laden zu Hause und 65 Prozent stellen Ladepunkte am Arbeitsplatz bereit.
Bei der strategischen Steuerung der Emissionen besteht dagegen noch Nachholbedarf. Nur 36 Prozent der deutschen Unternehmen haben eine CO2-Obergrenze für Firmenwagen eingeführt. Europaweit liegt der Anteil mit 48 Prozent deutlich höher.
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Mobilitätsangebote werden breiter
Parallel zum Firmenwagen bauen deutsche Unternehmen ihre Mobilitätsangebote aus. 28 Prozent der Unternehmen bieten Car-Berechtigten einen Zuschuss zum öffentlichen Nahverkehr, 23 Prozent fördern Fahrräder und 20 Prozent E-Bikes. Auch Beschäftigte ohne Firmenwagen profitieren zunehmend von alternativen Mobilitätsangeboten.
Damit entwickelt sich der Firmenwagen zunehmend zu einem Baustein einer breiteren Mobilitätsstrategie. Die steigenden Kosten, neue Antriebstechnologien und veränderte Erwartungen der Mitarbeitenden sorgen dafür, dass Unternehmen ihre Angebote immer häufiger neu bewerten.
An der International Car Policy Survey 2026 von WTW nahmen weltweit 9.688 Unternehmen aus 75 Ländern teil, darunter 359 Unternehmen aus Deutschland